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Fuerteventura – Die schönsten Orte der Kanareninsel

Von am 19. Juli 2015

Fuerteventura ist die Wüsteninsel unter den kanarischen Inseln. Meterhohe Sanddünen, staubige, karge Landschaften, zerklüftete Gebirgszüge und Vulkane erwarten dich hier. Im Kontrast zu der schwarzen, verbrannten Erde, auf der nur wenige Büsche gedeihen, gibt es türkise Lagunen, wildes Meer und kilometerlange, einsame Sandstrände. Ich habe die Kanareninsel auf eigene Faust erkundet und stelle dir nun meine Lieblingsorte vor.

Fuerteventura

1. Corralejo

Corralejo ist die Touristenhochburg Fuerteventuras. Die Stadt liegt ganz im Norden der Insel und ist Anziehungspunkt für Surfer, Schnäppchenjäger sowie deutsche und britische Urlauber in Partylaune. Wer Ruhe und Erholung sucht, ist in Corralejo definitiv falsch aufgehoben. Mich erinnert der Ort mit seinem Ballermann-Charakter an die früheren Zeiten in El Arenal auf Mallorca.

Nervige Schlepper versuchen die vorbeischlendernden Passanten in ihre Restaurants zu locken, Speisekarten gibt es grundsätzlich in mindestens fünf verschiedenen Sprachen und auf den Plätzen wimmelt es nur so von Jongleuren, Tänzern und Musikern, die die Urlauber mit ihren Kunststücken bespaßen, um sich anschließend durch die dicht aneinander stehenden Tischreihen zu quetschen und nach Geld zu betteln.

Auf der Haupteinkaufsstraße Corralejos kannst du überwiegend hässlichen Ramsch, Leuchtartikel aus Plastik, gefälschte Dolce Gabbana Handtaschen und Sonnenbrillen erstehen. Hier gibt es nur wenige Geschäfte, die echte Schätze bereithalten. Dieser Teil von Corralejo ist in meinen Augen ein absoluter Flop und zählt nicht zu den schönsten Orten der Kanareninsel.

Fuerteventura Corralejo

Aber zum Glück gibt es in Corralejo auch ein paar schöne Ecken. Da wären zum Beispiel die gemütlichen Tapasbars in den Seitengassen der Altstadt, die kleine Badebucht am Hafen sowie der Ausblick etwas abseits vom Waikiki Beach. Von hier kannst du nämlich nicht nur die unbewohnte Insel Isla de Lobos erblicken, sondern sogar bis nach Lanzarote sehen.

Wenn du vom Trubel der Stadt genervt bist, dann besorge dir doch einfach ein Picknick und lasse den Abend ohne Ballermannmusik gemütlich am Strand ausklingen.

Tagsüber solltest du den Waikiki Beach lieber meiden, denn hier quetschen sich die Touristen wie Ölsardinen mit ihren mitgebrachten Sonnenschirmen nebeneinander. Die wirklich schönen Strände beginnen außerhalb des Ortszentrums bei den Dünen von Corralejo. Hier pfeift dir der Wind zwar ordentlich um die Ohren, aber du kannst kilometerweit schauen, hast Platz ohne Ende und kannst die Kitesurfer in den Wellen beobachten.

Fuerteventura Corralejo Tapas Altstadt

Fuerteventura Corralejo

Fuerteventura Corralejo

Fuerteventura Corralejo

2. Parque Natural de Corralejo

Nur wenige hundert Meter unterhalb der Stadt Corralejo, hast du das Gefühl, in der Sahara zu sein, denn hier befinden sich die berühmten Sanddünen im Parque Natural de Corralejo. Die weitläufigen Wanderdünen sind aufgrund des starken Windes in ständiger Bewegung und bilden immer neue Formationen und Muster. Sie bestehen aus feinem, hellen Sand und Muschelkalk.

1982 wurde die Dünenlandschaft von Corralejo zum Naturpark erklärt. Leider war es schon zu spät, um den Bau der beiden RIU Hotels zu verhindern, die mitten in der Wüste stehen und das Bild der unberührten Natur ein wenig zerstören.

Die besten Lichtverhältnisse für gute Fotos hast du kurz nach Sonnenauf- oder eine Stunde vor Sonnenuntergang. Was ich außerdem empfehlen kann: Auf einer haushohen Düne im weichen Wüstensand liegen und den sternenklaren Nachthimmel bestaunen. Fühlt sich beinahe an, wie eine Nacht in der Wüste.

Fuerteventura Parque Natural de Corralejo

Fuerteventura Parque Natural de Corralejo

3. Der Nordzipfel von Fuerteventura

Wenn du mit dem Auto über die Schotterpisten ganz im Norden der Insel fährst, entdeckst du eine raue Natur, Einsamkeit und Weite. Das karge Vulkangebirge erinnert an eine ruhige, verlassene Mondlandschaft, während das Meer sich hier oben ordentlich austobt.

Die einsamen Strände im Norden Fuerteventuras eignen sich zwar nicht zum Schwimmen, aber um Abzuschalten. Hier kannst du dir den Wind um die Ohren blasen lassen, die Gedanken frei lassen und die starke Brandung beobachten. Wegen der hohen Wellen und den vorgelagerten Riffen, ist das Surfen nur für erfahrene Surfer ratsam.

Fuerteventura Norden
Norden Fuerteventura

4. El Cotillo

Das idyllische Fischerdorf El Cotillo liegt an der Westküste Fuerteventuras und versprüht, im Gegensatz zu Corralejo, jede Menge kanarischen Charme. Obwohl es eine touristische Region ist, hat El Cotillo eine ganz besondere Atmosphäre, die zum Verweilen einlädt. Hier findest du weiße Häusschen, schmale Gassen, Fischlokale, Tapasbars und nette Einheimische.

Zum Frühstücken empfehle ich dir die kleine Bäckerei ‚El Goloso de El Cotillo‘. Hier gibt es köstliche Bocadillos, guten Kaffee, süße Croissants und Kekse in Ziegenform, die nach Weihnachten schmecken.

Wusstest du, dass es bis vor wenigen Jahren auf Fuerteventura mehr Ziegen als Einwohner gab? Heute sind es etwa 60.000 Ziegen, also nur noch halb so viele wie Menschen. Trotzdem gilt die Ziege immer noch als Symbol der Insel.

Na dann, buen provecho!

Fuerte_globusliebe

Von den Klippen in El Cotillo hast du einen herrlichen Panoramablick auf die weiten Strände. Sie gehören zu den schönsten Fuerteventuras und sind dank ihrer starken Brandung perfekt zum Surfen geeignet. Viele Surfschulen bringen ihre Sprösslinge zum Lernen hierher. Trotzdem ist der Strand nie überfüllt.

El Cotillo Beach Fuerteventura

5. Morro Jable

Morro Jable ist ein zuckersüßer Ferienort mit einer hübschen Altstadt. Ein Gewirr von kleinen Gassen zieht sich bis zum Meer hinunter, wo du lebhafte Cafés, Bars und Geschäfte im 70er Jahre Stil vorfindest. An altmodischen Bänken und Laternen vorbei, kannst du hier gemütlich die Promenade entlang schlendern und den Blick auf das leuchtende Meer genießen, das locker mit den Türkistönen der Karibik mithalten kann. Um den Tag in Morro Jable perfekt zu machen, gibt es Nutella- und Bounty Eiscreme ebenfalls direkt an der Promenade. Das solltest du unbedingt probieren!

Fuerteventura Morro Jable Kanaren

Fuerteventura Morro Jable Kanaren

6. Passstraße nach Cofete

Von Morro Jable aus führt eine 24 Kilometer lange und kurvige Schotterpiste nach Cofete. Auch wenn die Straße ziemlich holprig, steil und eng ist, musst du sie nehmen, denn sie führt dich zu dem Ort, an dem Fuerteventura am schönsten ist.

Nach 20 Kilometern erreichst du die höchste Stelle des Passes. Hier wirst du mit einem grandiosen Ausblick über die wilde Westküste mit ihrer bizzaren Landschaft belohnt. Aber Vorsicht beim Aussteigen, denn der Wind ist hier so stark, dass du beinahe vom Boden abhebst und weggeweht wirst.

uerteventura Kanaren Cofete

Fuerteventura Cofete Passstrasse

7. Playa de Cofete

Nach weiteren vier Kilometern erreichst du Cofete. Erwarte nicht zu viel, denn Cofete ist keine Stadt, nicht mal ein Dorf. Cofete besteht lediglich aus ein paar heruntergekommenen Steinhäusern, die man an einer Hand abzählen kann. Womit das Örtchen punkten kann, ist der kilometerlange Strand Playa de Cofete. Er wird dich umhauen!

Hier kannst du dich im eiskalten Wasser abkühlen, aber Vorsicht, die starken Strömungen sind nicht zu unterschätzen! Du kannst stundenlang barfuß am Wassersaum entlang spazieren ohne eine Menschenseele zu treffen oder einfach nur den Ausblick genießen. Für mich ist Playa de Cofete eindeutig der schönste Strand Fuerteventuras.

Fuerteventura_Cofete

Fuerteventura Kanaren Cofete

Gleich neben Cofete liegt die geheimnisvolle Villa Winter einsam auf einem Berg. Als wir sie erreichen, hängen bedrohliche, dunkle Wolken über ihr und verleihen der Szenerie etwas Dramatisches. Kein Wunder, dass so viele Gerüchte über das Haus kursieren. Angeblich soll Gustav Winter Nazi-Größen zur Flucht verholfen haben und ein Befreundeter von Hitler gewesen sein. So erzählt man zumindest…

Fuerteventura Cofete Villa Winter

8. Monumento Natural de Montana Cardon

Als wir die Küste verlassen und uns der Bergkette im Zentrum der Insel zuwenden, werden wir positiv überrascht, denn das Inland von Fuerteventura bietet trotz (oder gerade wegen) seiner Kargheit, ein spektakuläres Bergpanorama.

Wenn du von La Pared nach Pa´jara fährst, durchquerst du das Naturschutzgebiet um den Montana Cardon. Eine gut ausgebaute, kurvige Straße führt dich durch das faszinierende Gebirge und bietet etliche Aussichtspunkte.

Am höchsten Punkt des Passes macht die Insel ihrem Namen mal wieder alle Ehre, denn fuerte ventura heißt starker Wind und selbst das ist hier oben noch ziemlich untertrieben. Die Panoramalandschaft ist dafür einmalig.

Fuerteventura Monumento Natural de Montana Cardon

Fuerteventura Monumento Natural de Montana Cardon

9. Ajuy & Caleta Negra

Ajuy ist ein winziges Dörfchen mit circa 130 Einwohnern, einer Handvoll Fischlokalen und einer wunderschönen kleinen Bucht mit tiefschwarzem Sandstrand, der auch Playa de los Mertos (Strand der Toten) genannt wird. Baden solltest du hier wegen der starken Brandung und der Unterströmung besser nicht.

Etwa zwei Kilometer von Ajuy entfernt, liegt die Caleta Negra, eine Piratenhöhle, die bis zu 600 Meter weit in die zerklüfteten Felsen hineinragt. Der kurze Spaziergang zu der imposanten Höhle beginnt an den Treppen des Lavastrandes und lohnt sich allemal.

Fuerteventura Ajuy Caleta Negra

Fuerteventura Ajuy Caleta Negra

Fuerteventura Ajuy Caleta Negra

10. Betancuria

Betancuria ist ein kleines, hübsches Dorf im Zentrum von Fuerteventura und die ehemalige Hauptstadt der Insel. Gleich am Ortseingang (vom Süden kommend) hast du die beste Aussicht auf das malerische Örtchen mit seinen strahlend weißen Häusern, den terrakottafarbenen Dächern und der Kirche Santa Maria, die aus dem 17. Jahrhundert stammt.

Zu meiner großen Überraschung blühen in Betancuria Palmen und Blumen. Hier gibt es, im Vergleich zum Rest der Insel, echte Vegetation. Das macht den Ort zu etwas ganz Besonderem.

Was ich dir unbedingt empfehlen möchte, ist das kleine Restaurant ‚La Casa del Queso‘. Hier sitzt du nicht nur an kleinen Holztischen zwischen den Einheimischen, sondern bekommst hevorragende Gerichte und selbst gemachten Käse serviert. Probier unbedingt die Papas Arrugadas (kanarische Kartoffeln) mit roter Mojo Soße und den gegrillten Ziegenkäse. Wenn du Glück hast, zaubert einer der Spanier plötzlich seine Gitarre hervor und spielt spanische Musik.

Fuerteventura Betancuria

Weitere Tipps und wertvolle Infos über die Kanareninsel erhälst du im Reiseführer von Marco Polo.

Warst du auch schon auf Fuerteventura? Welches sind deine Lieblingsorte?

Ich freue mich auf deinen Kommentar!


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13 Kommentare
  1. Antworten

    Mel

    19. Juli 2015

    Oh was für eine schöne Zusammenfassung.
    ich war das letzte Mal auf der Insel als ich noch ein Kleinkind war und kann mich folgedessen nicht mehr wirklich dran erinnern.
    Wunderschön.

    Liebe Grüße
    Mel

    • Antworten

      julialassner

      19. Juli 2015

      Vielen Dank liebe Mel :)
      Ganz liebe Grüße aus Berlin!
      Julia

  2. Antworten

    Dani

    23. Juli 2015

    Wunderschöne Bilder. Es ist schon ein paar Jahre her, dass ich auf Fuerteventura war, aber mein Fernweh nach der Insel ist jetzt direkt wieder da. :)
    Glg Dani

    • Antworten

      julialassner

      23. Juli 2015

      Danke Dani!
      Freue mich sehr, dass ich dein Fernweh wieder herzaubern konnte :)
      Alles Liebe,
      Julia

  3. Antworten

    Tatjana

    1. August 2015

    Als ich das erste Mal in Fuerteventura war, wurde ich nicht warm mit der Insel. Damals war mein Mann und ich in El Cotillo, da wir auch wegen dem Surfen auf die Insel kamen. Komischerweise sind wir trotzdem in den letzten 7 Jahren jedes Jahr im Herbst nach Fuerteventura geflogen. Allerdings verbrachten wir dann unsere Tage in La Pared. Sehr kleines Örtchen ohne großen Tourismus an der Westküste. Aber perfekt für meinen Mann zum Surfen. In der Zwischenzeit habe ich mich mit Fuerteventura angefreundet und könnte immer wieder hinreisen.
    Als ich Deine Artikel über Fuerteventura laß, kam nur ein Gefühl bei mir auf…..Fernweh :-)
    LG Tatjana

    • Antworten

      julialassner

      2. August 2015

      Hallo Tatjana,
      ich freue mich sehr, dass ich mit meinem Artikel ein bisschen Fernweh verursachen konnte.
      Vielleicht ein bisschen Vorfreude auf den nächsten Urlaub auf Fuerte?! :)
      Durch La Pared bin ich auch kurz durchgefahren, aber es war schon ziemlich spät und ich
      hatte keine Zeit mehr das schöne kleine Örtchen zu erkunden.
      Das werde ich mir dann fürs nächste Mal aufheben.
      Surfst du eigentlich auch oder nur dein Mann?
      Liebe Grüße, Julia

      • Antworten

        Tatjana

        15. August 2015

        Hallo Julia,

        das surfen überlasse ich lieber meinem Mann ;-). Ich hatte noch nie Ambitionen surfen zu wollen. Ich liebe das Meer, aber bin dann doch ein rießen Hosenscheißer, wenn es darum geht ins Wasser zu gehen, wo es Wellen gibt….und die sind in La Pared manchmal schon beängstigend. Nein ich genieße dann einfach die Zeit, den Surfern bei Ihrer Leidenschaft zuzuschauen.
        Schau doch einfach beim nächsten Mal Fuerte in La Pared vorbei….es gibt dort sooo schöne Sonnenuntergänge :-).

        Liebe Grüße Tatjana

  4. Antworten

    Freiwilligenarbeit im Ausland

    28. Februar 2017

    Danke für die schönen Tipps. Fuerteventura ist für mich schon lange her. Tauchschein bei den Rabolds gemacht.

    • Antworten

      Julia

      4. März 2017

      Vielen lieben Dank für deinen Kommentar!

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Julia Lassner
Cartagena, Kolumbien

Hi, ich bin Julia, eine Weltreisende, die ihrem Herzen folgt. 52 Länder habe ich bisher bereist und jedes einzelne hat mich gelehrt, dass jeder Tag ein Geschenk ist. Auf globusliebe.com zeige ich dir die schönsten Flecken unserer wundervollen Erde. Sei dabei und erlebe den Zauber des Reisens ♡

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