Möglichkeiten
Alle Berichte Lifestyle

Gehen oder bleiben? Mein Untergang im Meer der Möglichkeiten

Von am 8. Mai 2016

Erdbeere, Stracciatella, russischer Zupfkuchen oder doch lieber ein einfacher Naturjoghurt? Schon in einem stinknormalen, deutschen Supermarkt bin ich maßlos überfordert. Das gleiche gilt für mein Leben. Ich kann nämlich nicht nur aus 118 Joghurtsorten wählen, sondern aus mindestens genauso vielen Lebensentwürfen, die ich mir für meine Zukunft vorstellen kann.

Geht es dir manchmal genauso? Bist du auch überfordert von den vielen Möglichkeiten und fragst du dich auch: Soll ich meinen Job kündigen und ins Ausland gehen? Alles hinschmeißen und in einer anderen Stadt neu anfangen? Wo will ich wohnen und vor allem wie?

Mein Kopf ist voller Fragen, die mich nachts nicht schlafen lassen. Was ist es, was ich wirklich will?Mit dem Laptop um die Welt reisen und völlig ortsunabhängig von unterwegs aus arbeiten? Zurück aufs Kreuzfahrtschiff gehen und mein Geld auf den Weltmeeren verdienen? Mich irgendwo in Asien niederlassen oder in Berlin sesshaft werden? Möchte ich eine eigene Wohnung für mich alleine oder lieber in einer geselligen Wohngemeinschaft leben? Karriere oder Reisen? Geld verdienen oder ausgeben? Gehen oder bleiben?

Täglich treffe ich Entscheidungen, werfe sie wieder über den Haufen, plane neu, entscheide um, fange von vorne an. Mein Papa hält mich mittlerweile für verrückt. Wenn ich ihm ganz aufgeregt von neuen Plänen erzähle, reagiert er unbeeindruckt: „Lass uns Morgen noch einmal darüber reden, Julia, dann sieht die Welt schon wieder ganz anders aus.“ Er hat recht.

Im Dezember verkündete ich groß, dass ich mit Freundinnen nach Myanmar reisen werde. Wir kauften einen Reiseführer und bastelten tagelang an unserer Reiseroute. Gelandet sind wir am Ende in Sri Lanka.

Nomad Cruise – Digitale Nomaden auf Kreuzfahrt

Im Januar entschloss ich mich spontan dazu, die Nomad Cruise zu buchen. Eine Kreuzfahrt, die Ende Mai in Kolumbien startet und circa 200 Digitale Nomaden, mit einem Zwischenstopp auf St. Maarten, nach Portugal bringt. An Bord des Kreuzfahrtschiffes wird in dieser Zeit gefeiert und gearbeitet, getrunken und gelacht, aber vor allem genetzwerkt.

Ich freute mich ohne Ende auf meine Außenkabine mit Balkon und darauf, zum ersten Mal in meinem Leben eine Kreuzfahrt als Passagier und nicht als Crewmitglied zu erleben. Am meisten aber freute ich mich auf die Tatsache unter Gleichgesinnten zu sein. Unter Menschen, die die gleichen Ziele verfolgen, die ihre Freiheit mehr lieben als alles andere und die fürs Reisen brennen, genau wie ich.

Ohne lange zu überlegen klickte ich den Button und kaufte ein Ticket. Zuerst musste ja nur eine kleine Anzahlung geleistet werden. Ich hatte also noch genügend Zeit mich durch den Dschungel von alternativen Möglichkeiten zu hangeln.

Im Februar begann ich mit der Planung meiner Reise. Mir schien es äußerst schwachsinnig für viel Geld nach Kolumbien zu fliegen, um dann per Schiff zurück nach Europa zu fahren. Also musste ich die Reise erweitern! Ich wollte schon früher los, am besten im März, um mir einen Teil von Südamerika anschauen. Dieser Kontinent ist schließlich noch ein weißer Fleck auf meiner persönlichen Landkarte.

Zuallererst fliege ich nach Rio de Janeiro, dachte ich mir. Da wollte ich immer schon hin! Wenn ich schon da bin, kann ich auch zwei oder drei Wochen durch Brasilien reisen. Nach Peru und Chile möchte ich auch unbedingt und wenn ich schon mal in der Gegend bin, dann kann ich auch nach Bolivien.

In Gedanken rastete ich komplett aus. Ich plante Melanie von Good Morning World in Mexiko zu besuchen und nahm mir feste vor nach Kuba zu fliegen, bevor das schöne Land „veramerikanisiert“ und McDonalds, Starbucks und Co. Einzug halten würden, wie Thomas von Pixelschmitt es in seinem Kuba Artikel ziemlich treffend beschreibt.

Vorher, so dachte ich mir, muss ich unbedingt mein dürftiges Spanisch auffrischen. Wie wäre es mit einem Sprachkurs vor Ort? Ach herrje, es gibt einfach zu viele Möglichkeiten!

Tagelang schaute ich nach günstigen Flügen und Angeboten, verglich die Preise und Reiserouten, traf Entscheidungen, schmiss sie wieder über den Haufen, schmiedete neue Pläne und buchte im Endeffekt gar nichts.

Es fiel mir unglaublich schwer, mich auf ein Ziel festzulegen, denn immer wieder fand ich etwas noch Spannenderes, Aufregenderes, Besseres. Mein Kopf rauchte. Ich konnte nachts nicht schlafen. Das Meer aus Möglichkeiten erschlug mich und nahm mir die Luft zum Atmen.

Fluch und Segen der Wahlfreiheit

Meine Unentschlossenheit ist definitiv Jammern auf hohem Niveau, aber in Wahrheit geht es natürlich nicht nur um Südamerika, sondern auch um die wirklich existenziellen Fragen des Lebens. Bei allen wichtigen Entscheidungen halte ich mir jede Option offen, um das Maximale aus allem rauszuholen und natürlich aus Angst etwas anderes zu verpassen.

Meine unentschlossene Lebenseinstellung kotzt mich an!

Ich darf mich überhaupt nicht beschweren. Schließlich habe ich mir selbst ein Leben geschaffen, in dem ich alle Freiheiten dieser Welt genieße. Ich zähle mich zu den glücklichen Menschen, die völlig ungebunden sind. Da ich freiberuflich arbeite, bin ich mein eigener Chef. Ich nehme nur die Jobs an, auf die ich Lust habe und niemand schreibt mir vor, wie viele Urlaubstage ich im Jahr verplanen darf.

Ein Meer aus tausend Möglichkeiten liegt mir zu Füßen und trotzdem kann ich mich nicht entscheiden. Meine nahezu unbegrenzte Wahlfreiheit ist zu einem gewaltigen Luxusproblem geworden. Die Welt scheint sich immer schneller zu drehen, meine Bucket und To-Do-Listen werden immer länger und ich habe immer weniger Zeit.

Ich fühle mich wie gelähmt und nicht im Stande dazu eine Entscheidung zu treffen. Macht mich diese grenzenlose Freiheit am Ende sogar völlig unfrei?

„Bei uns hätte es sowas früher nicht gegeben“, sagt meine Oma. Als Teil einer Kriegsgeneration, die damit beschäftigt war irgendwie durchzukommen, hatte sie keine große Wahl, aber somit auch nicht die Qual der Wahl, weder bei den Joghurtsorten noch bei ihren Lebensentwürfen.

Mit 14 Jahren begann sie eine Ausbildung in ihrer Heimat, mit dem Ziel möglichst bald eigenes Geld zu verdienen und eine Familie zu gründen. Sie tat das, was von der Gesellschaft verlangt wurde. Für das Verwirklichen von Träumen war damals kein Platz.

Ich hingegen stand schon gefühlte 200 Mal vor der Entscheidung, in welchem Land ich überhaupt leben möchte. Ich habe alle Freiheiten, die ich mir immer gewünscht habe, darf selbst entscheiden, ob ich die Karriereleiter nach oben klettern und gutes Geld verdienen oder mich stattdessen als Lebenskünstler durchschlagen will.

Die Welt steht mir offen und trotzdem kann ich mich nicht entscheiden, weder für eine Reise noch für einen endgültigen Lebensentwurf, denn in Wahrheit bin ich hoffnungslos überfordert mit den unendlichen Wahlmöglichkeiten, der Informationsflut, die täglich auf mich einprasselt und mit den vielen großartigen Alternativen.

Damit ist jetzt Schluss! Eine Entscheidung muss her! (Zumindest vorerst)

Gehen oder bleiben? Mein Sommerplan

Endlich habe ich mich dazu durchgerungen eine Entscheidung zu treffen. Ich habe den kompletten Südamerika Plan hingeschmissen und mein Ticket für die Kreuzfahrt storniert. Mit diesem Entschluss fiel mir eine tonnenschwere Last von den Schultern und ich kann endlich wieder durchatmen.

Ich möchte mich nicht mehr ständig verrückt machen und endlich aufhören alles gleichzeitig machen zu wollen. Ich habe mich dafür entschieden, diesen Sommer in Berlin zu verbringen. Die Stadt tut mir gerade unglaublich gut und gibt mir die Energie, die ich zum Leben brauche. Und das ist doch die Hauptsache oder?

Ich möchte den Sommer mit Freunden genießen, am Maybachufer in der Sonne chillen, in den tollen Hipster-Cafés frühstücken, zu den vielen Seen fahren, im Park liegen, Flohmärkte besuchen und glücklich sein.

Berlin Sommer

Außerdem habe ich Tickets für das Fusion und das Feel Festival gekauft und was das Reisen betrifft: Ich möchte Deutschland besser kennenlernen und Europa bereisen. In 10 Tagen fliege ich nach Irland und im Juli gehts nach Italien.

So viel erst mal zu meinen aktuellen Plänen.

Für den jetzigen Zeitpunkt tut es unglaublich gut, endlich eine Entscheidung getroffen zu haben, aber das unendliche Meer der Möglichkeiten lässt mich trotzdem nicht ruhen. Ich greife nach dem Sojajoghurt mit Zitronenkuchen-Geschmack, aber so richtig entscheiden werde ich mich wohl nie…

Ein wunderbares Buch, das sich mit dem Thema befasst, ist „Warum Entscheiden schwer fällt, aber glücklich macht.“ Weitere Leseinspiration gibt es hier:

     

Fällt es dir manchmal genauso schwer in dem Meer der Möglichkeiten Entscheidungen zu treffen oder gehörst du zu den Menschen, die genau wissen, was sie wollen?

Ich bin sehr gespannt auf deinen Kommentar.

TAGS
25 Kommentare
  1. Antworten

    Bolle

    8. Mai 2016

    Mir geht es auch so – immer wieder mach ich mich verrückt, weil eben so viele Möglichkeiten da sind. „Ohhh na wenn wir schonmal hier sind, können wir auch noch dort hin und achja,,da auch…und wie wäre es noch gleich mit einer Zugfahrt von Bangkok via Siem Reap nach Phnom Penh nach Ho Chi Minh?“ Und am Ende will man einfach nur mal abspannen und relaxen…einfach mal zur Ruhe kommen..kurz…oder für länger ;) Und auch vielleicht einfach mal gar nichts tun! :)

    • Antworten

      Julia

      8. Mai 2016

      Bolle, du sprichst mir aus der Seele! Wenn ich auf dem Weg nach Thailand
      schon in Dubai zwischenlanden muss, dann kann ich ja auch schnell ein paar
      Tage in Dubai verbringen und wenn ich dann schon mal in Thailand bin,
      dann ist es auch nicht mehr weit bis Vietnam und nach Bali wollte ich ja
      sowie unbedingt noch mal… So geht es mir immer.

  2. Antworten

    Kathi

    8. Mai 2016

    Liebe Julia,
    dieses Gefühl kenn ich nur zu gut. Der Weg zu einer Entscheidung hin ist immer der Schlimmste. Wenn ich sie erstmal getroffen habe, geht es mir eigentlich auch immer gut damit, aber bis dahin ist es ein langer Weg des Planens, Verwerfens, Verrückt machens und schließlich bin ich immer wie gelähmt. Solange, bis ich mir selber auf die Nerven gehe und mir denke: Mach jetzt einfach! :D
    Du bist also nicht allein! Übrigens: in der Eisdiele kann ich mich auch NIE entscheiden ;)
    Alles Liebe,
    Kathi

    • Antworten

      Julia

      8. Mai 2016

      Hallo Kathi,
      vielen Dank für deinen Kommentar. Es ist schön zu wissen,
      dass es anderen Menschen ähnlich geht und ich mit diesem
      Problem nicht allein dastehe. Dieses Phänomen mit den vielen
      Möglichkeiten scheint ein Problem unserer ganzen Generation
      zu sein.
      Alles Liebe, Julia

  3. Antworten

    Dina

    8. Mai 2016

    Hey Julia,
    dein Artikel spricht mir aus der Seele. Ich bin vor 6 Wochen von 5 Monaten in Indien und Südostasien wieder zurück gekommen und habe absolut keinen Plan was ich machen soll. Ich hab mich auf nem Kreuzfahrtschiff beworben und weiß nach 2 Wochen überlegen immer noch nicht obs das Richtige für mich ist.

    Momentan tendiere ich eher zu nein, aber das kann sich noch ändern. Ich weiß nicht ob ich nach Köln oder doch wieder nach UK ziehen soll und in welchem Beruf ich arbeiten möchte schon dreimal nicht. Meine Eltern halten mich mit 28 auch für leicht bekloppt, aber oh well. Manchmal denk ich mir auch das früher alles einfacher war, da gab’s einfach nicht so viele Möglichkeiten. Ich denke ich schau mir mal die Bücher an die du empfiehlt, vllt helfen die ja weiter im Entscheidungsfindungsprozess (was ein Wort!)

    Vielen Dank für den Artikel der zeigt, das es mir nicht alleine so geht und liebe Grüße aus der Nähe von Mayen!

    Dina

    • Antworten

      Julia

      8. Mai 2016

      Hi Dina,
      vielen Dank für deinen Kommentar.
      Ich kann dein Gedankendurcheinander sehr gut nachvollziehen.
      Das Leben ist einfach zu kurz (oder unsere Listen zu lang),
      um all die schönen Dinge zu erleben, die man gerne machen möchte.
      Ich drücke dir die Daumen, dass du bald die für dich richtige
      Entscheidung triffst. Und wenn du aufs Kreuzfahrtschiff gehst,
      dann berichte mir doch gerne mal wie es für dich ist.
      Ich sende dir ganz liebe Grüße aus Berlin,
      Julia

  4. Antworten

    Anna

    8. Mai 2016

    Hallo Julia,
    das klingt ja alles ein bisschen so, als wenn du vielleicht wirklich eine Homebase brauchst? Kann das sein?
    Mir geht es ja genauso wie dir, ich habe auch so viele Ziele auf meiner noch nicht geschriebenen Bucket List, aber ich bin auch jemand, die ein zu Hause braucht. Ich habe also einen 9 to 5 Job und habe mich für Kurzreisen entschieden, um dem Alltagstrott zu entfliehen, das geht ganz so. Und so spare ich auch Geld für eine Fernreise im Jahr, dieses Jahr Kalifornien. :) Ich habe also den Weg aus der Unentschlossenheit gefunden. Ich wünsche dir auch ganz viel Glück dabei deinen Weg zu finden und wenn es das Digitale Nomadenleben ist, dann ist das eben so. Zu einer solchen mutigen Entscheidung ziehe ich meinen Hut!
    Liebe Grüße
    Anna

    • Antworten

      Julia

      8. Mai 2016

      Hallo liebe Anna,
      vielen Dank für deinen Kommentar. Ist es nicht wahnsinnig, wie unsere
      Listen immer länger werden und die Zeit immer kürzer zu sein scheint?
      Mein Lebensstil und die Sache mit der Homebase ist gar nicht das Problem,
      denn ich habe ja in Berlin eine feste Homebase. Es ist viel mehr dieses
      riesige Meer an Möglichkeiten, das mich erschlägt.
      Alles Liebe,
      Julia

  5. Antworten

    Christoph

    8. Mai 2016

    Kommt mir bekannt vor. Leider :) Ich will lernen, mir selber Grenzen zu setzen. Freiheit ist gut, zu viel aber nicht.
    Lg, Christoph
    PS: Schönes Theme by the way :)

  6. Antworten

    Dori

    9. Mai 2016

    Ach Julia, was für ein passender Post für meine aktuelle Situation. Ich werfe auch seit Wochen/Monaten ständig meine Pläne über Board und stelle mir einfach immer wieder diese eine entscheidende Frage: Was will ich eigentlich? Was macht mich wirklich glücklich und wo ist mein Platz auf dieser Welt?
    Ich habe keine Ahnung, was ich arbeiten will, geschweige denn wo ich arbeiten will oder wie mein Leben in Zukunft aussehen soll. Meine Gedanken fahren quasi Karussell. Heute will ich sesshaft werden und ein Haus in den Bergen haben, morgen möchte ich unbedingt kündigen und eine Weltreise machen und übermorgen finde ich dann doch Kurzreisen ganz toll.
    Genauso scheitere ich momentan grandios daran, mich für ein Urlaubsziel festzulegen. Von Vietnam, Myanmar, Chile, Peru, Norwegen, Portugal… war schon alles dabei und gebucht ist natürlich noch gar nichts.
    Ich kenne dein Problem nur allzu gut und einen Ausweg weiß ich dennoch nicht. Aber es hilft zumindest ungemein, wenn man weiß, dass man nicht alleine ist. Ich denke auch, dass es ein gesellschaftliches Problem ist und das Problem selbstgemacht ist. Wie man aus diesem Karussell aussteigen kann – keine Ahnung. Vielleicht hilft es wenn man sich mehr mit sich selbst befasst?! Vielleicht auch einfach wenn man ausprobiert und merkt, dass es nichts für einen ist?
    Ich schwimm direkt neben dir auf der Einhorn-Luftmatratze im Meer der vielen Möglichkeiten.
    Liebe Grüße und großes Dankeschön für diesen sehr ehrlichen und wunderbaren Beitrag!
    Dori

    • Antworten

      Julia

      16. Mai 2016

      Liebe Dori,
      ich danke dir für deine ehrlichen Worte und freue mich sehr,
      dass du neben mir auf der Einhorn-Luftmatratze schwimmst.
      Das hast du wirklich schön gesagt ;)
      Ich kann deine Unentschlossenheit sehr gut nachempfinden und
      obwohl es uns doch allen überdurchschnittlich gut geht und uns
      die ganze Welt offen steht, müssen wir wohl lernen Entscheidungen
      zu treffen.
      Ich wünsche dir alles Gute für deine Zukunft!
      Julia

  7. Antworten

    Thomas

    9. Mai 2016

    Ja, das kommt mir auch alles so bekannt vor. Das was Bolle schon geschrieben hat, sorgt dafür, dass Urlaubsplanung schon mal ausarten kann. „Wenn wir schon mal dort sind, sollten wir auch mal noch hier hin und dorthin“.

    Diese unendlichen Möglichkeiten die man hat, wenn man sich nur aus der Komfortzone traut, sind der Wahnsinn. Ich habe zwar eine 9-5-Festanstellung, bin aber 2008/2009 auch für ein Jahr gereist. Die Umstellung war hart, aber inzwischen gönne ich mir kleine Goodies im Alltag und versuche, mir so viele Wünsche wie möglich zu erfüllen.

    Klar würde ich gerne wieder einfach alles packen und abhauen. Aber andererseits weiß ich es inzwischen zu schätzen, hier eine feste Basis und einen sicheren Job zu haben. 30 Tage Urlaub sind zwar nicht viel. Aber wenn Du auch die Wochenenden gut nutzt, dann kannst Du auch so viel erleben.

    Von der Eigentumswohnung habe ich mich schon lange verabschiedet. Andere investieren in Betongold ich in Papierpostkarten an Freunde und Familie zu Hause ;)

    So hat es mich und meine Frau dann auch im August 2015 nach Kuba verschlagen. Eigentlich wollten wir da nicht hin, sind dann aber doch hin. Mal wieder total planlos und unvorbereitet, haben wir das Land echt sehr genossen. (Danke übrigens für den Link auf den Artikel).

    Kuba kann ich nur empfehlen. Und ich hoffe, dass das Land die Öffnung in Richtung Kapitalismus gut verkraftet und nicht nur ein paar Obere davon profitieren.

    Viele liebe Grüße
    Thomas

    • Antworten

      Julia

      16. Mai 2016

      Hallo Thomas,

      danke für deinen Kommentar! Kuba steht nach wie vor auf meiner
      Wunschliste, auch wenn ich mich in diesem Sommer anders
      entschieden habe und Kuba erst mal warten muss. Bin sehr gespannt,
      wie sich das Land in den nächsten Jahren entwickelt.

      Zu deiner Lebenssituation möchte ich noch sagen, dass ich es immer
      wieder großartig finde, wenn Menschen einen festen Lebensmittelpunkt
      für sich entdeckt haben (genau wie Tanja von Reiseaufnahmen) und sich
      immer wieder Auszeiten vom Alltag gönnen. Ich persönlich habe diesen
      festen Ort noch nicht gefunden und weiß auch ehrlich gesagt nicht, ob
      es das Richtige für mich wäre. Aber so lange ich in dieser Sache keine
      Entscheidung treffen muss, genieße ich weiterhin meine Freiheit und
      Ungebundenheit :)

      Alles Liebe,
      Juia

  8. Antworten

    Alexandra

    11. Mai 2016

    Liebe Julia, Dein Artikel spricht mir aus der Seele! Den rauchenden Kopf kenne ich auch und manchmal habe ich das Gefühl, überzuschnappen, weil ich mich im Dschungel der vielen Möglichkeiten nicht entscheiden kann. Das fängt bei der Speisekarte an und hört beim Lebensentwurf auf! Die Entscheidung, den Sommer in Berlin zu bleiben, wirst Du bestimmt nicht bereuen. Manchmal ruft die Ferne eben nicht und es fühlt sich richtig an, da zu bleiben. Liebe Grüße aus München, Alexandra

    • Antworten

      Julia

      16. Mai 2016

      Liebe Alexandra,
      vielen Dank für deinen Kommentar. Ehrlich gesagt bin ich
      etwas erleichtert, dass es wohl vielen Menschen genauso
      zu gehen scheint wie mir.
      Viele Grüße aus der schönen Eifel,
      Julia

  9. Antworten

    Alex

    11. Mai 2016

    Ein echt toller Text. Mir geht es oft auch so. Und targisch ist, dass man dann nie mit dem zufrieden ist, was man hat. Man möchte immer mehr und mehr. Kaum hat man es erreicht, reicht es wieder nicht. Ob uns das glücklich macht? Ich bezweifle es…
    Liebe Grüße
    Alex

    P.S.: Und „Gehen oder Bleiben“… Ganz meine Worte ;-)

  10. Antworten

    Melanie

    12. Mai 2016

    Hey meine Liebe,

    mir sprichst du auch aus der Seele. Ich kenne das auch… Trotzdem habe ich mir in der letzten Zeit angewöhnt einfach zu entscheiden. Du kannst gar nicht „richtig“ oder „falsch“ entscheiden. Nur eben anders. Aber jede Entscheidung wird dich einen Schritt weiter führen. Du musst es nur tun. Jetzt höre ich aber auch schon wieder auf mit so klugscheißerischen Worten, ich glaube die will eh keiner hören, oder? ;) Du, ich finde es sooooo schade, dass es mit unserem Treffen (noch) nicht geklappt hat! Wir müssen das unbedingt nochmal neu ins Auge fassen oder was meinst du?

    Bis dahin wünsche ich dir einen unglaublich schönen Sommer in Deutschland und Berlin. Melde dich gerne immer bei mir wenn was ist, ok? Auch wenn du Hilfe mit einer Entscheidung brauchst… ;)

    Ganz liebe Grüße und ein fetter Drücker,
    Melanie

    • Antworten

      Julia

      16. Mai 2016

      Meine Liebe,
      ich danke dir für deine Worte und hoffe sehr, dass das
      mit unserem Treffen irgendwann klappt. Vielleicht kreuzen
      sich unsere Wege ja doch noch in diesem Sommer?!
      Ich drücke dich feste :-*
      Julia

  11. Antworten

    Elisa

    13. Mai 2016

    Hallo Julia,

    ein traumhafter Artikel, der mir aus der Seele spricht. Mein Lieblingssatz ist ganz klar: „Meine unentschlossene Lebenseinstellung kotzt mich an.“ – Mir geht es genauso. Es gibt so viel, was ich machen ‚könnte‘. Aber vielleicht ist dann genau das andere doch besser? In einem Urlaub überlege ich schon, wo ich als nächstes hinfliegen könnte. Oder doch wieder ein Roadtrip? Schließlich habe ich ja jetzt den Camper. Schränke ich mich da aber nicht zu sehr ein? – So viele Gedanken, die vor allem beim Einschlafen in meinem Kopf kreisen und mich nicht zur Ruhe kommen lassen. Manchmal beneide ich meine Freunde, die sich für ihren, wenn auch klassischen, Lebensentwurf entschieden haben. Nicht um ihres Lebens willen, sondern weil sie sich bereits festgelegt haben.
    In den letzten Jahren habe ich gemerkt, dass ich nicht meinen Kopf sondern meinen Bauch entscheiden lassen muss. Fühlt es sich gut an, dann ist es für mich auch richtig und ich kann voll und ganz dahinter stehen.

    Ich danke für den Artikel, „zum Glück“ geht es nicht nur mir so. :)

    Lieben Gruß

    Elisa

    • Antworten

      Julia

      16. Mai 2016

      Liebe Elisa,
      ich kann deine Situation sehr gut nachempfinden, besonders
      das Gedankenkarussell vor dem Einschlafen kommt mir bekannt
      vor. Vielleicht hast du recht und man sollte viel öfter auf
      sein Bauchgefühl hören anstatt sich ständig Gedanken um alle
      möglichen Fragen des Lebens zu machen.
      Alles Liebe,
      Julia

  12. Antworten

    Iris von Reiseschnappschuesse

    19. Mai 2016

    Hallo Julia,
    bei der Vielzahl der Möglichkeiten, die jeder im Leben hat, sind Deine Gedanken für mich eigentlich ganz normal. Früher gab es nur 1-2 Richtungen, da ist die Entscheidung schnell gefallen. Heute hat man das Gefühl, wenn man in die eine Richtung geht, verpasst man auf der anderen Seite etwas und umgekehrt. Meiner Meinung nach geht das ganz vielen Menschen so und zwar für fast alle Lebensbereiche :-) Du siehst, du bist damit nicht allein. Im Endeffekt ist nur wichtig worauf du Lust hast und was dein Bauchgefühl sagt. Der Rest wird sich von allein ergeben….auch ob du einmal sesshaft werden willst oder nicht. Es ist auch keine Schande, eine getroffene Entscheidung zu widerrufen und einen anderen Weg zu gehen (bei dir Storno Kreuzfahrt). Wer das macht, hat für mich auch Rückgrat, denn viele Menschen bleiben aus Bequemlichkeit bei einer getroffenen Wahl auch wenn es sie eventuell nicht so glücklich macht. Ich wünsche dir die nötige Ruhe und Gelassenheit, um deine zukünftigen Entscheidungen zu treffen.
    Viele Grüße
    Iris

    • Antworten

      Julia

      5. Juni 2016

      Liebe Iris,
      ich habe mir deinen Kommentar mittlerweile 3x durchgelesen, um deine Worte
      wirken zu lassen. Ich gebe dir völlig recht mit dem, was du schreibst und
      danke dir dafür!
      Viele Grüße aus Berlin,
      Julia

  13. Antworten

    Larissa

    31. Oktober 2016

    Hallo Julia,

    ich habe auch grade das Gefühl, dass ich vor einer riesigen Wand mit unendlichen Möglichkeiten, Wünschen, Träumen und Erwartungen stehe. Der Gesellschaftliche Zwang etwas aus seinem Leben zu machen, die eigenen Erwartungen im Leben etwas zu erreichen und die vielen schönen Träume und Wünsche. Ich werde nächstes Jahr nach Neuseeland, Japan und ganz kurz nach China fliegen. Oder vielleicht doch lieber zurück über Amerika? Hm. Langsam machen mich die ganzen Möglichkeiten und Ideen wahnsinnig. Freiheit ist echt schön, aber manchmal eine Entscheidungshilfe wäre super.

    Dein Beitrag spricht mir aus der Seele. Dein Blog ist echt schön. Werde ein neuer Follower von dir werden. Danke für die Buchideen. Schaue gleich mal nach ob ich mir das ein oder andere mal zulegen werde.

    Liebe Grüße

    • Antworten

      Julia

      8. November 2016

      Hallo Larissa,
      ich danke dir für deine lieben Worte und freue mich sehr, dass dir
      mein Blog gefällt. Ich kann sehr gut nachvollziehen wie du dich fühlst
      und wünsche dir, dass du die für dich richtigen Entscheidungen triffst.
      Hab eine ganz wunderbare Reise. Die Ziele hören sich toll an!
      Alles Liebe für dich,
      Julia

Schreibe einen Kommentar

Julia Lassner
Dubai

Hi, ich bin Julia, eine Weltreisende, die ihrem Herzen folgt. 50 Länder habe ich bisher bereist und jedes einzelne hat mich gelehrt, dass jeder Tag ein Geschenk ist. Auf globusliebe.com zeige ich dir die schönsten Flecken unserer wundervollen Erde. Sei dabei und erlebe den Zauber des Reisens ♡

INDIEN ♡
COSTA RICA ♡
Beste Kreditkarte auf Reisen
ORIENT ♡
USA ♡
SÜDAFRIKA ♡
MEINE KAMERA ♡
LIEBLINGSBUCH ♡