Spartipps Reisen finanzieren sparen
Alle Berichte Aus dem Leben Tipps & Empfehlungen

So finanziere ich meine Reisen – Spartipps zum Nachmachen

Von am 8. Juli 2015

Fragst du dich auch ständig, warum alle anderen um die halbe Welt reisen und du dein ganzes Leben lang hart arbeitest und trotzdem kein Geld hast? Mit meinen Spartipps zeige ich dir, wie du ganz einfach deine Kosten minimieren, eine Menge Geld sparen und somit viel mehr reisen kannst.

Die häufigste Reaktion auf meinen Artikel Wie ich alles hingeschmissen habe, um meinen Traum zu leben war Bewunderung. Die zweithäufigste war die Frage: Wie finanzierst du das alles bloß? Aus diesem Grund lege ich die Karten heute auf den Tisch und beantworte dir die Frage, wie ich meine Reisen finanziere. Nachmachen wärmstens empfohlen!

1. Nebenjobs

Seit meinem 14. Lebensjahr arbeite ich nebenbei in der Gastronomie. Ein Nebenjob, der mir einen guten Ausgleich zur meiner Arbeit schafft und sogar ziemlich viel Spaß macht. Vor allem in der Zeit während meiner Ausbildung und während meines Studiums konnte ich so eine ganze Menge Geld fürs Reisen ansparen.

Meinen großen USA Roadtrip habe ich finanziert, indem ich in den Semesterferien sechs Wochen lang jeden Tag gekellnert habe. Der Lohn für meine acht bis zehn Arbeitsstunden am Tag plus Trinkgeld wanderte eisern in meine Reisekasse.

Mittlerweile arbeite ich nur noch selbstständig als Servicekraft, aber auch im Bereich Hostess und Promotion für Messen und Events. Hier bin ich völlig flexibel und kann frei entscheiden für welchen Kunden, wann und wo ich arbeiten möchte.

2. Besitz verkaufen

Bevor ich für sechs Monate nach Südostasien aufgebrochen bin, habe ich meinen gesamten Besitz verkauft. Ich habe meine Wohnung aufgelöst, mein Auto verkauft, meine Couch, meinen Fernseher, mein Bett, meinen Kleiderschrank, Klamotten, meine Waschmaschine, einfach alles

Möbel und schwer transportierbare Sachen habe ich auf Verhandlungsbasis ins Internet gestellt und an Selbstabholer verscherbelt. Kleinteile habe ich auf Trödelmärkten verkauft. Jeden verdammten Sonntag stand ich um 4 Uhr auf, um mit Sack und Pack zum Trödelmarkt zu fahren und mit irgendwelchen Der-frühe-Vogel-fängt-den-Wurm-Menschen die Preise rauf und runter zu verhandeln. Spaß macht sowas natürlich nicht, aber es bringt Kohle!

Dass es an meinem unglaublichen Verhandlungsgeschick lag, würde ich eher nicht behaupten, aber trotzdem habe ich alleine durch meine Flohmarktaktionen 1.500 Euro in einem Sommer verdient! Bis auf meine Bücher, meine Kamera, meinen Laptop, meine Lieblingsklamotten und ein paar persönliche Dinge hatte ich absolut nichts mehr. Meine übrig gebliebenen Habseligkeiten stellte ich bei meinen Eltern unter und zog ohne nervigen Balast in die Welt hinaus.

Übrigens merkte ich beim Verkaufen meiner Sachen, wie befreiend es sich anfühlt, Dinge loszuwerden. Das Loslassen machte mich unglaublich glücklich. Seitdem habe ich eine regelrechte Phobie vor zu viel materiellem Besitz.

3. Reisen und Arbeiten verbinden

Wie du vielleicht weißt, bin ich vier Jahre lang nicht immer „nur“ gereist, sondern habe das Arbeiten mit dem Reisen verbunden, indem ich immer wieder für mehrere Monate am Stück auf Kreuzfahrtschiffen gearbeitet habe. Das Leben und Arbeiten auf einem Kreuzfahrtschiff war für mich eine tolle Möglichkeit, fremde Länder zu erkunden und dabei Geld zu verdienen.

Wer allerdings denkt, dass die Arbeit auf einem Kreuzfahrtschiff ein Zuckerschlecken ist, der täuscht sich gewaltig. Eine 7-Tage-Woche über einen Zeitraum von circa sechs Monaten gehört zum harten Arbeitsalltag dazu. In meinem allerersten Job auf einem Schiff kam ich zu Spitzenzeiten auf 120 Arbeitsstunden pro Woche.

Das war natürlich nicht immer so, denn Arbeiten auf einem Schiff hat auch seine tollen Seiten, wie zum Beispiel die Tatsache, dass ich nahezu mein komplettes Gehalt sparen konnte, denn ich hatte ja keine Zeit es auszugeben. Außerdem hatte ich keine monatlichen Fixkosten wie Miete oder Handyvertrag.

Spartipps Reisen finanzieren sparen

4. Wwoofing

Während meiner Zeit in Neuseeland habe ich mich mit Wwoofing Jobs über Wasser gehalten. Wwoofing bedeutet, dass man für seine geleistete Arbeit (meistens auf biologischen Bauernhöfen oder Tierfarmen) nicht mit Geld bezahlt wird, sondern Unterkunft und Verpflegung zur Verfügung gestellt bekommt und somit seine Kosten minimieren kann.

Ich habe hauptsächlich auf großen Schafsfarmen gearbeitet, beim Schafescheren geholfen, aber auch Ställe geputzt und Schafsscheiße aus der frisch geschorenen Wolle gezogen. Ich bin über die Weiden gejagdt, um die Schafsherden zusammenzutreiben, habe Pools geschrubbt, Gärten und Komposthaufen umgebraben, Küchen geputzt, Wäsche gebügelt, Autos gewaschen etc.

Eine weitere Möglichkeit, um während dem Reisen an Geld zu kommen, sind Gelegenheitsjob, die man mit dem Working Holiday Visum ausüben darf.

5. Kosten reduzieren

Mag sich vielleicht blöd anhören, aber die wichtigste Strategie, um mein Reisekonto zu füllen ist nicht, möglichst viel zu verdienen, sondern möglichst wenig auszugeben. Natürlich genieße ich mein Leben wann immer ich kann, aber ich setze mir Prioritäten, lebe sparsam und kann auf viele Dinge einfach verzichten.

Während dem Reisen kannst du zum Beispiel auf günstige Unterkünfte, Transportmittel und Essen achten. Ich übernachte meistens nicht in Sterne-Hotels mit eigenem Pool und Hammer-Ausblick, sondern in Hostels und Billigunterkünften, da ich mich sowieso nur zum Schlafen dort aufhalte.

Weil ich total auf lokales Essen stehe und gerne alles probieren möchte, esse ich lieber günstiges Streetfood, als in teuren Restaurants zu bestellen. Um während dem Reisen an Transportkosten zu sparen, nehme ich gerne eine 12-stündige Busfahrt in Kauf, anstatt mich in den Flieger zu setzen und das Vierfache zu zahlen.

Ich würde aus Geldgründen zwar niemals auf ein Once-in-a-lifetime Erlebnis verzichten, das ich unbedingt machen möchte, aber ich spare an den für mich richtigen Stellen.

Spartipps Reisen finanzieren sparen

Wenn ich nicht auf Reisen bin, verfolge ich das gleiche Prinzip. Anstatt monatlich für ein Fitnesstudio zu zahlen, jogge ich lieber an der frischen Luft. Anstatt jeden Monat für einen teuren Handyvertrag zu bezahlen, habe ich eine Prepaid Sim Karte, die ich jederzeit deaktivieren kann, wenn ich im Ausland bin und anstatt dreimal die Woche essen zu gehen, koche ich selber.

Gerade mache ich zum ersten Mal die Erfahrung ein WG Zimmer in Deutschland zu haben und trotzdem zu reisen.  In dieser Zeit vermiete ich mein Zimmer unter, um auch so meine Kosten auf ein Minimum reduzieren.

Dies soll keine Moralpredigt sein, denn wie man auf die Kacke hauen und Geld aus dem Fenster werfen kann, das weiß ich ebenfalls ganz gut. Was ich dir ans Herz legen möchte: Um deine Reisekasse aufzubessern, musst du nicht auf alles verzichten, aber wenn du dir im Laufe der Zeit einen verschwenderischen Lebensstil angewöhnt hast, dann solltest du deine Ansprüche vielleicht ein wenig zurückschrauben.

Ich bin überzeugt davon, dass viele von denen, die ständig jammern, sich das Reisen nicht leisten zu können, genug Geld haben. Sie lassen nur viel zu viel davon durch die Finger rinnen ohne es zu merken und das ist der Punkt, an dem du dir Gedanken machen solltest.

Ich bin überzeugt davon, dass du das auch hinkriegst! Glaubst du nicht? Dann lass dich hier inspirieren:

 

 

 

 

 

 

Wie finanzierst du deine Reisen? Hast du noch weitere Ideen und Spartipps?

Ich freue mich auf deinen Kommentar!

TAGS
17 Kommentare
  1. Antworten

    Lynn

    10. Juli 2015

    Huhu,

    super Auflistung! Ich sehe das ähnlich wie du. Viele Freunde von mir sagen immer, sie hätten kein Geld zum Reisen. Das kann ich mir kaum vorstellen. Ich mache zur Zeit ein FÖJ und verdiene gerade mal 235€. Davon Reise ich aber diesen Sommer nach Lissabon und anschließend nach Marokko. Mit Willenskraft und ein bisschen Durchhaltevermögen (siehe Flöhmärkte und Online Versandhäuser), ist das kein Kunstwerk. Natürlich bekomme ich jetzt nicht eine 6 Monatige Reise zusammen gespart, aber das nichts geht, stimmt einfach nicht. Diese Behauptung ist nur Bequemlichkeit.
    Schön fand ich übrigens auch, dass du geschrieben hast, ohne den Moralfinger zu erheben. Soll das halt jeder machen wie er mag, aber deine Ideen sind sicherlich mehr als Hilfreich :)

    Liebe Grüße,
    Lynn

    • Antworten

      julialassner

      10. Juli 2015

      Hey Lynn,
      danke für deine Meinung! Ich bin froh, dass mein Text nicht als Moralpredigt rüberkommt, denn schließlich muss jeder selber wissen, was er mit seinem Geld und vor allem mit seinem Leben anstellt. Ich bin mir ganz sicher, dass viele Leute mehr reisen könnten, wenn sie ihr Kosumverhalten zurückschrauben würden oder einfach im Ausland arbeiten würden.
      Ich wünsche dir eine wunderbare Zeit in Lissabon und Marokko!
      Alles Liebe aus Fuerteventura
      Julia

  2. Antworten

    Renate

    11. Juli 2015

    Tolle Tipps und vielseitige Ideen. Da müsste für jeden etwas dabei sein. Mich würde interessieren, was hast du auf dem Kreuzfahrtschiff gearbeitet? Auf den Schiffen gibt es viele Möglichkeiten. Ich könnte mir für mich selbst höchstens die Rezeption oder Gästebetreuung vorstellen.

    Eine meiner früheren Freundinnen hat ein Jahr lang extrem für eine USA-Reise gespart und hat das hinbekommen. Sie war sehr eisern und hat in dem Jahr nur noch das Nötigste ausgegeben.

    Liebe Grüße
    Renate

    • Antworten

      julialassner

      12. Juli 2015

      Hallo Renate,
      wie du schon sagst, es gibt etliche Möglichkeiten auf Kreuzfahrtschiffen zu arbeiten.
      Ich habe als Fotomanagerin gearbeitet und später in der Betreuung von Lektorenevents.
      Viele Grüße,
      Julia

  3. Antworten

    Yvonne

    12. Juli 2015

    Oh ja! Da hast du so recht, dabei heißt es einfach mal Zähne zusammen beißen. Danke, für deinen schönen und ehrlichen Post! Es geht eben alles, wenn man nur will!
    Ich habe einen Post in den Startlöchern und bin bei über 60 Möglichkeiten, wie man geld sparen kann haha – das muss wohl ein wenig gekürzt werden!
    Schön, dass es bald auf eine neue Reise geht – Kanada wollte ich auch schon immer einmal machen!
    Happy travels und liebe Grüße,
    Yvonne

    • Antworten

      julialassner

      13. Juli 2015

      Hi Yvonne,
      vielen Dank!!!! Ich bin sehr gespannt auf deine vielen Möglichkeiten,
      um Geld zu sparen und hoffe, dass mehr Menschen auf die Idee kommen
      mit weniger zu leben und dafür mehr zu reisen.
      Alles Liebe aus Fuerteventura
      Julia

  4. Antworten

    Robin

    2. August 2015

    Hi,
    ich würde auch einfach mal 99% der Leute, die sagen, sie hätten kein Geld für Reisen, unterstellen, dass es nur ein Vorwand ist und keine Tatsache. Die wenigsten Leute machen sich wirklich groß Gedanken um ihre konkreten Ausgaben und Einnahmen, sodass es am Ende des Monats dann halt oft wirklich bei 0 rauskommt. Welche Ausgaben davon dann eigentlich gar nicht nötig waren und wo man sparen kann, das wird nicht aufgeschlüsselt. An der Einnahmen-Schraube kann man natürlich auch fast immer drehen, wie du im Artikel schon ausführst.
    Wer wirklich will, der kann auch ;)

    Gruß Robin

    • Antworten

      julialassner

      2. August 2015

      Hi Robin,
      danke für deine Worte. Ich gebe dir zu 100% recht :)
      Alles Liebe,
      Julia

  5. Antworten

    Sonja Elsner

    16. August 2015

    Was für ein inspirierender Artikel :-) Ich bin selber gerade dabei Wohnung und Besitzt zu verscherbeln um endlich ohne „balast“ leben und reisen zu können. (meine Ziele sind Neuseeland und Südostasien) Ich bin durch zufall auf deine webseite gestoßen und bin jetzt euphorischer den je. Danke, dass es dich gibt! :-)

    Liebe Grüße und alles Gute!

    Sonja

    • Antworten

      julialassner

      16. August 2015

      Liebe Sonja,
      ich freue mich sehr über deine Nachricht und darüber, dass ich eine solche Euphorie auslösen konnte. Balast loswerden macht unglaublich glücklich! Danach fühlst du dich so frei. Südostasien und Neuseeland sind tolle Reiseziele. Wann geht es bei dir los? Wünsche dir eine wunderbare Zeit!
      Alles Liebe,
      Julia

  6. Antworten

    Max

    25. September 2015

    Hi, Julia.
    Schön, wenn man das so einfach kann. Für diese Art der Reisefinanzierung bin ich wohl etwas zu materiell. :-)
    Aber sparsam einkaufen und nicht immer im Cafe rumlümmeln kann man die urlaubskasse auch gut aufstöcken, bzw. etwas schneller zum Reisegeld kommen.
    Jeder wird selbst wissen, an welchen Stellen er sparen kann, ohne gleichzeitig auf Lebensqualität verzichten zu müssen. Ich konnte hier zumindest noch was mitnehmen. Mach ich halt in Zukunft das Fenster zu. :-)
    Gruß, Max

  7. Antworten

    Verena

    14. November 2016

    Hey Julia,
    ich suche seit einiger Zeit einen Trödel-/ oder Flohmarkt, auf dem ich in Berlin meine Sachen verkaufen kann. Hast Du einen Tipp, wo das ohne langwierige Anmeldung und hohe Kosten in Berlin geht?
    Danke und never stop exploring, Verena

    • Antworten

      Julia

      20. November 2016

      Hallo Verena,
      Freunde von mir haben ihr Glück schon mehrmals auf dem Mauerpark Flohmarkt
      oder am Boxhagener Platz versucht. Allerdings glaube ich nicht, dass die
      Verkaufschancen in Berlin sehr hoch sind. Stattdessen empfehle ich dir den
      Flohmarkt in den Rheinauen in Bonn. Da habe ich vor ein paar Jahren so
      richtig abgeräumt.
      Alles Liebe und viel Glück beim Verkaufen!
      Julia

Schreibe einen Kommentar

Julia Lassner
Deutschland

Hi, ich bin Julia, eine Weltreisende, die ihrem Herzen folgt. 51 Länder habe ich bisher bereist und jedes einzelne hat mich gelehrt, dass jeder Tag ein Geschenk ist. Auf globusliebe.com zeige ich dir die schönsten Flecken unserer wundervollen Erde. Sei dabei und erlebe den Zauber des Reisens ♡

MEINE BUCKET LIST ♡
INDIEN ♡
COSTA RICA ♡
ORIENT ♡
USA ♡
Beste Kreditkarte auf Reisen

SÜDAFRIKA ♡
MEINE KAMERA ♡

REISEVIDEOS ♡