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Tschüss Winter, ich geh (doch wieder) aufs Kreuzfahrtschiff!

Von am 24. Oktober 2015

Es ist mal wieder so weit. Eine neue Reise beginnt. Von Berlin aus geht es nach Serbien. Von dort weiter nach Griechenland, in die Türkei, nach Ägypten, in den Oman, die Arabischen Emirate, nach Indien, Sri Lanka, Singapur, Thailand, Malaysia und nach Vietnam.

Sechs Uhr morgens. Ich habe gerade einmal eine Stunde geschlafen, als mich der Wecker mit einem lauten, fiesen Klingeln aus den Träumen reißt. Ich fühle mich gerädert, fast so als wäre ein Panzer über mich drüber gefahren.

Seit Tagen habe ich kaum geschlafen, lag stundenlang wach im Bett, wälzte mich von einer Seite auf die andere und war nicht dazu in der Lage, mein wirres Gedankenkarussell abzuschalten.

Es ging einfach mal wieder alles viel zu schnell. Wie eigentlich immer in meinem Leben, überschlugen sich die Ereignisse in den letzten Wochen. Ein Highlight jagte das nächste. Dazwischen blieb keine Zeit zum Abschalten und Runterkommen. Ich fühlte mich wie im Zeitraffer.

War ich nicht vorgestern erst in Chicago? Stand ich nicht gestern erst in den Gipfeln der Rocky Mountains und blickte sprachlos über Colorado?

Vier Wochen ist das schon her! Wo ist die Zeit bloß geblieben?

All die glücklichen Momente und Eindrücke meiner USA und Kanada Reise habe ich bis jetzt noch nicht verarbeitet, die Millionen Fotos nicht mal angeschaut und keine Geschichten auf dem Blog erzählt. Mir fehlte einfach die Zeit dazu.

Auspacken lohnt sich nicht

Zurück in Deutschland, arbeitete ich wie eine Bescheuerte an neuen Projekten und im Restaurant meiner Eltern. Ich verbrachte ein paar Wochen in meiner alten Heimat und besuchte Freunde.

Vor einer Woche kam ich dann endlich zu Hause in Berlin an. Mein Zimmer, das ich in meiner Abwesenheit untervermietet hatte, war leer und ungemütlich. All meine Sachen waren in Umzugskisten verstaut. Auspacken lohnte sich nicht, schließlich blieb ich nur lächerliche sechs Tage.

Die verbrachte ich mit Frühstücks- und Abendessen-Marathons, tiefsinnigen Gesprächen und langen Rotweinstunden bis in den frühen Morgen hinein mit meinen Freunden, denn obwohl ich nur drei Monate weg war, ist zu Hause unglaublich viel passiert.

Eine meiner Freundinnen ist schwanger, die andere heiratet nächsten Sommer, eine andere bricht nächste Woche zu einer Weltreise auf und wieder eine andere zieht nach London.

Ich genoss jede einzelne Sekunde dieser viel zu kurzen Zeit mit meinen Lieblingsmenschen. Meine sechs Tage in Berlin vergingen wie im Flug und zum ersten Mal fiel mir der Abschied schwer, denn ich wäre gerne geblieben. Wenigstens für ein paar Wochen…

Stattdessen sitze ich nun an meinem Gate und warte auf meinen Flug. Dieses Mal geht nach Belgrad in Serbien. Geplant war das alles nicht.

Wenn Plan A und Plan B scheitern

Ganz ganz eigentlich wollte ich diesen Winter mit zwei Freundinnen auf die Philippinen fliegen. Dafür reichte mein Geld leider nicht und ich musste die Reise absagen.

Plan B war es, mein erlebnisreiches Jahr ganz in Ruhe in Berlin ausklingen zu lassen. Gedanklich hatte ich mich schon auf einen kalten Winter vorbereitet. Den ersten seit Jahren. Ich wollte mich der Herausforderung stellen, der Kälte trotzen und stark sein. Ich wollte mir tatsächlich endlich eine Winterjacke kaufen, warme Schuhe und sogar eine Mütze. Ich hatte mich schon aufs Teetrinken, Plätzchenbacken und ein klein wenig sogar auf Schnee gefreut.

Tja, das Leben passiert nun mal nicht immer, wie man denkt und so muss ich wohl jetzt (erst mal) keine Winterjacke kaufen, denn ich verbringe die nächsten beiden Monate im Warmen. Meine Freunde sagen: „Es war sowieso klar. Wir wissen, dass du keinen einzigen Winter in Deutschland aushälst.“

Plan B ist gescheitert würde ich sagen.

Ausschlaggebend für meine Planänderung war eine Email, die überraschenderweise in meinem Posteingang landete, als ich gerade in Kanada unterwegs war: „Julia, wir brauchen dich. Kannst du für einen kurzen Einsatz einspringen?“, schrieb meine ehemalige Chefin aus Hamburg.

Es sollte wieder aufs Kreuzfahrtschiff gehen.

Zuerst sagte ich ab, denn erst im Januar diesen Jahres hatte ich mit dem Kapitel Schiff für immer abgeschlossen und wollte nicht mehr dort arbeiten. (Lies hier den dazugehörigen Artikel: „Zeit etwas Neues zu beginnen und dem Zauber des Anfangs zu vertrauen“)

Als ich erfuhr, dass mein Einsatz auf dem Schiff dieses Mal nur acht Wochen dauern würde, recherchierte ich die Route: Griechenland, Türkei, Ägypten, Oman, Vereinigte Arabischen Emirate, Indien, Sri Lanka, Singapur, Thailand, Malaysia und Vietnam. Jackpot! Ich sagte zu! Klar oder?

Nachdem ich gehört hatte, dass der Jahrhundertwinter über Berlin einbrechen soll, wusste ich, ich hatte die richtige Entscheidung getroffen. Ohne eine weitere Minute lang zu zögern, unterschrieb ich den Arbeitsvertrag und schmiss mal wieder alle Pläne über den Haufen, wie das bei mir häufiger der Fall ist.

Leinen los und Schiff Ahoi!

Ich weiß, ich habe schon oft gesagt, ich werde es nie wieder tun und doch steige ich heute Nachmittag im Hafen von Piräus in Griechenland auf. Es wird mein fünfter Einsatz auf einem Kreuzfahrtschiff.

Das Kreuzfahrtschiff und ich. Seit 2012 haben wir eine sehr enge Beziehung, eine Hassliebe. Es gibt tausend Dinge, die mich ankotzen und trotzdem liebe ich das Schiffsleben mit all seinen wirklich guten Seiten.

Immerhin reise ich um die Welt und habe in diesem Jahr noch die Möglichkeit, mir drei neue Länder anzuschauen, in denen ich bisher noch nicht war: Indien, Sri Lanka und Malaysia.

Vor allem aber flüchte ich vor dem kalten Winter in Deutschland. Zumindest vorerst.

Ich freue mich auf alte Freunde und neue Bekannte, auf die wunderbare Crew, die Menschen, die das Leben an Bord ausmachen, auf eine neue Herausforderung, auf neue Länder und viele Eindrücke.

In den nächsten acht Wochen werde ich berichten. Wenn du live dabei sein möchtest, solltest du mir auf Facebook und Instagram folgen!

Und jetzt heißt es Leinen los und Schiff Ahoi! Bis bald!

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6 Kommentare
  1. Antworten

    Cat

    25. Oktober 2015

    Cool! Sowas will ich auch mal machen! Und als ich das Wort Jahrhundertwinter gelesen hab, hat es mir direkt die Haare aufgestellt!

    Wünsch dir ganz viel Spaß!

    LG Cat

    • Antworten

      julialassner

      27. Oktober 2015

      Danke dir! Ich hoffe der Jahrhundertwinter ist nur ein
      schlechter Scherz der Meteorologen ;)
      Viele Grüße, Julia

  2. Antworten

    Sabine

    25. Oktober 2015

    Hallo Julia,
    solche Gelegenheiten muss man beim Schopfe packen! Coole Sache! Ich wünsche Dir eine fantastische Zeit und freue mich auf viele schöne Berichte und Fotos. Schick ab und zu mal ein bisschen Sonne rüber. Auf Jahrhundertwinter habe ich gelinde gesagt überhaupt keinen Bock. Aber vielleicht ist es ja auch nur ein Gerücht ;-). So wie fast jedes Jahr irgendjemand sagt, dass der Sommer ein Knaller werden soll.

    Viele liebe Grüße,
    Sabine

    • Antworten

      julialassner

      27. Oktober 2015

      Danke liebe Sabine! Ich hoffe sehr, dass das mit dem Jahrhundertwinter ein schlechter Scherz ist, denn im Januar und Februar werde ich in Deutschland sein :) Bis dahin schicke ich dir ganz viel Sonne!
      Alles Liebe,
      Julia

  3. Antworten

    Neni

    27. Oktober 2015

    Einfach super! Ich freue mich auf all die Bilder und wünsche dir die Zeit deines Lebens :)

    • Antworten

      julialassner

      27. Oktober 2015

      Vielen vielen Dank :)

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Julia Lassner
Graubünden, Schweiz

Hi, ich bin Julia, eine Weltreisende, die ihrem Herzen folgt. 50 Länder habe ich bisher bereist und jedes einzelne hat mich gelehrt, dass jeder Tag ein Geschenk ist. Auf globusliebe.com zeige ich dir die schönsten Flecken unserer wundervollen Erde. Sei dabei und erlebe den Zauber des Reisens ♡

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