Coronavirus Reise storniert
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Coronavirus: Wie die Epidemie das Reisen verändert

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4. März 2020

Die Welt hält den Atem an. Das Coronavirus hat Deutschland erreicht und breitet sich aus. Täglich berichten die Medien von neuen infizierten Fällen und schüren damit Angst und Schrecken.

Die Menschen laufen mit Atemmasken durch die Straßen oder verbarrikadieren sich in ihren eigenen vier Wänden. Die Regale in den Supermärkten wurden leer geräumt. Konserven, Toilettenpapier und Nudeln sind ausverkauft. Ganz zu schweigen von Desinfektionsmitteln und Atemmasken. Letztere werden zur Zeit für 50 Euro pro Stück im Internet verkauft und in Krankenhäusern wurden bereits Sterillium-Spender von den Wänden gerissen und geklaut.

Mich lässt diese Hysterie in Deutschland sprachlos zurück. Ich sitze vor dem Bildschirm, schaue die Nachrichten und verstehe die Welt nicht mehr. Das Ausmaß der Epidemie oder besser gesagt die Reaktionen der Menschen darauf erinnern mich mittlerweile an den Film I am Legend.

Das Coronavirus breitet sich aus

Erstmals ausgebrochen ist das Coronavirus laut Bundesgesundheitsministerium im Dezember 2019 in Wuhan, einer Stadt mit 19 Millionen Einwohnern in der chinesischen Provinz Hubei. Man geht davon aus, dass das Virus auf dem Huanan-Seafood-Market, wo unter anderem Organe von Wildtieren verkauft werden, von Fledermäusen auf den Menschen übertragen wurde.

Zunächst breitete es sich nur in China aus. Mittlerweile gibt es jedoch immer mehr Infizierte auf der ganzen Welt, sodass die WHO den internationalen Gesundheitsnotstand ausgerufen hat. In Deutschland leben rund 82.000.000 Menschen. 196 davon wurden infiziert. Gestorben ist bisher niemand. (Stand: 3. März 2020)

Wie sollen wir uns verhalten?

Da es sich um ein neuartiges Virus handelt, gibt es bisher weder Erfahrungen noch Medikamente oder einen Impfstoff. Krankenhäuser und Arztpraxen sind überlastet, die Politik ist überfordert und niemand weiß so richtig wie man sich nun verhalten soll.

Wie gefährlich ist das Coronavirus? Wie hoch ist die Ansteckungsgefahr? Wie kann man sich schützen? Fragen, die wohl zur Zeit jedem durch den Kopf geistern. Antworten gibt es bisher keine.

Fakt ist jedoch, dass das Virus leichter übertragen wird, als zu Beginn des Ausbruchs angenommen. Fakt ist aber auch, dass die meisten Menschen, die sich angesteckt haben, mittlerweile wieder gesund sind und Fakt ist auch, dass das Coronavirus hauptsächlich für eine bestimmte Risikogruppe gefährlich werden kann – nämlich für Menschen mit chronischen Vorerkrankungen und schwachem Immunsystem sowie für alte Menschen.

Doch auch wenn wir kerngesund sind und ein gutes Immunsystem haben, können wir Überträger des Virus sein und andere anstecken. Deshalb gilt für uns alle: Regelmäßig und gründlich die Hände waschen, in die Armbeuge husten und niesen, Menschenmassen meiden.

Folgen für die Reisebranche

Dass immer mehr Menschen hierzulande in Panik geraten und gewisse Vorsichtsmaßnahmen getroffen werden, führt dazu, dass Großveranstaltungen der Reihe nach abgesagt werden. Aktien fallen in den Keller, die Wirtschaft strauchelt und auch die Reisebranche kämpft mit den Folgen der Epidemie.

Die ITB, die weltweit größte Reisemesse, die diese Woche in Berlin stattfinden sollte, wurde kurzfristig gecancelt. Das Auswärtige Amt hat Reisewarnungen für Risikogebiete herausgegeben. Aus Angst vor einer Ansteckung werden Reisepläne umgeworfen und bereits gebuchte Urlaube storniert. Zahlreiche Hotels stehen leer, Flugpläne werden wegen fehlender Passagiere gestrichen, kleine Reiseveranstalter klagen über Existenzängste.

Experten prophezeien schon jetzt eine finanzielle Katastrophe für die Tourismusindustrie und vergleichen sie mit der Zeit nach den Terroranschlägen am 11. September 2001.

Wie wird sich das Reisen verändern?

Die Angst vor dem Coronavirus prägt die Öffentlichkeit zur Zeit wie kein anderes Thema und auch ich beschäftige mich damit, wie es nun weitergeht. Angst vor einer Ansteckung habe ich aktuell nicht, aber da ich beruflich von der Tourismusindustrie abhängig bin, frage ich mich, wie sich das Reisen in Zukunft verändern wird.

Bisher habe ich noch keine geplante Reise abgesagt. Einer meiner Aufträge sollte mich allerdings in wenigen Wochen nach Italien führen. Dieses Projekt steht nun auf der Kippe und auch eine Fernsehproduktion wurde auf unbestimmte Zeit verschoben. Für mich bedeuten all diese Unsicherheiten Umsatzeinbußen. Da ich von meiner Arbeit als Reisebloggerin, Fotografin und Buchautorin lebe, bestimmt das Reisen meine geschäftliche Existenz.

Offene Diskussion

Aber nicht nur aus der beruflichen Sicht wird sich das Reisen verändern. Auch Privatmenschen sind von den Folgen des Coronavirus betroffen. Als ich euch in meiner Instagram Story gefragt habe, wie sich das Coronavirus auf euer Reiseverhalten auswirkt, waren die Antworten sehr gemischt.

„Ich fliege trotzdem in den Urlaub. Anstecken kann ich mich genauso in der Heimat“, schrieben die einen, „Ich habe meine Reise storniert,“ antworteten die anderen. Viele von euch machen sich ernsthafte Sorgen, berichten von stornierten Trips und Umbuchungen. Andere lässt das Coronavirus scheinbar völlig kalt.

Coronavirus reisen

 

Wie ist eure Meinung zum Coronavirus? Habt ihr Angst? Seid ihr komplett entspannt? Haltet ihr die Panikmache für übertrieben oder habt ihr euch vielleicht selbst schon mit Lebensmitteln für den Notfall eingedeckt? Hat das Virus eure Reisepläne bereits beeinflusst? Habt ihr eventuell schon Urlaube storniert?

Hinterlasst gerne eure Meinungen in den Kommentaren. Ich freue mich auf den Austausch zum Coronavirus mit euch.


Seriöse Informationen zum Coronavirus findet ihr hier:

Quarks: Das wissen wir – und das nicht

Risikobewertung des Robert Koch Instituts

➸ Auswärtiges Amt: Reise- und Sicherheitshinweise

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5 Kommentare
  1. Antworten

    Theresa

    4. März 2020

    Hallo liebe Julia,

    ich bin voll bei dir und echt sprachlos über das, was da zur Zeit abgeht. Das Virus ist ähnlich wie die Influenza. Möglicherweise ist die Todesrate etwas höher, aber das ist weder gravierend noch für einen gesunden Mensch in irgendeiner Hinsicht gefährlich. Auch an diesem Virus sterben nur ältere oder immungeschwächte Menschen, genau wie bei Grippe. Würde irgendjemand auf die Idee kommen, wegen der normalen Influenza einen solchen Aufstand zu machen?!?
    Ich tätige definitiv keine Hamsterkäufe. Genug Lebensmittel, dass wir bei überraschender Krankheit oder sonst was für ein paar Tage überleben können, haben wir immer zu Hause. Und hier spreche ich von in etwa 2 Packungen Nudeln, etwas Reis, Kartoffeln und für den Notfall 1, 2 Tiefkühlpizzen und ein paar Dosenkonserven…
    Ich arbeite unter anderem im Verkauf und bin jeden Tag wieder erstaunt, wie viel Klopapier, Nudeln, Mehl und Dosenwurst ich die letzten Tage verkaufe…
    Gestern hat mich das erste mal jemand nach einem Mundschutz gefragt (und wir haben größtenteils Getränke und landwirtschaftliches Zubehör im Bestand, kein Vergleich mit einer Drogerie oder so).
    Unter aller Sau finde ich die Tatsache, dass einige Menschen ernsthaft in Krankenhäuser einbrechen, um palettenweise Desinfektionsmittel zu stehlen. Hallo?!?! Wie tief kann denn die Menschheit noch sinken?!?! Ein Krankenhaus ist der einzige Ort, an dem Desinfektionsmittel wirklich in großen Mengen benötigt wird. Und von dort stiehlt man es, um es daheim zu verwenden, wo es eh nichts bringt, wenn man um einen Infizierten herum nicht von Anfang an auch durchgehend Schutzkleidung trägt und eine regelmäßig Flächendesinfektion durchführt. Und dass diese Hygienemaßnahmen sauber ausgeführt werden, daran zweifel ich doch stark.

    Meine Reisepläne hat das Virus nicht beeinflusst, ich kann mich schließlich auch in Deutschland anstecken. Im April geht es für uns nach Österreich. Meine einzige Sorge gerade ist, dass einer von uns beiden gerade dann flachliegt 🙈
    Im Sommer wollen wir trotzden, wie geplant nach Portugal fliegen…

    Sorry für den langen Kommentar, aber ich kann die ganze Panikmache einfach nicht mehr haben!!

    Viele Grüße
    Theresa

  2. Antworten

    Nina

    4. März 2020

    Hi du liebe, wir sind gerade in Kanada und bekommen das zum Glück nur aus der Ferne mit! Wir halten es aber für völlig übertrieben und ehrlichgesagt für den falschen Weg von den Medien so viel Angst zu verbreiten… am besten guckt man sie erst gar nicht! Genauso wie die Storys und Bilder von leer gekauften Supermärkten einfach nur total übertrieben! Nein wir haben keine Angst davor (gut in Kanada sind auch noch keine nennenswerten Fälle aufgetreten) und von unserer Reise durch Amerika hält es uns ganz sicher auch nicht ab…

  3. Antworten

    Martina Fiedler- Daberkow

    6. März 2020

    Hallo Julia,
    ja es ist krass was hier im Lande wegen Corona abgeht. Ich bin eigentlich auch ganz entspannt. Allerdings habe ich mit meinen Kindern für den 1. April eine Madeira-Reise geplant und gebucht. Wird der Flieger fliegen? Bist Du noch auf Madeira und bekommst etwas vom Reiseverhalten- und den dortigen Bestimmungen mit? Wir haben uns so sehr auf den Frühling dort gefreut, auch wenn es nur für eine Woche wäre.
    Ich danke Dir und würde mich über eine Antwort echt freuen…..Liebe Grüße Martina

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WILLKOMMEN ♡

Hey, ich bin Julia,

Reisebloggerin, Fotografin und Autorin der Bücher »Fernweh« und »Wie uns Reisen glücklich macht«. Auf globusliebe findest du wertvolle Reisetipps, die nicht in jedem Reiseführer stehen – sei es für Deutschland oder die Ferne. Da mein Herz nicht nur fürs Reisen, sondern auch für die Erhaltung unseres wundervollen Planeten schlägt, bekommen nachhaltige Themen hier einen immer größeren Fokus.

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