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MONTHLY 04|2019 – Bitte haltet die Welt einen Moment lang an

Von
30. April 2019

Mehrere Milliarden Sinneseindrücke prasseln täglich auf uns ein. Straßenlärm, Autohupen, Kindergeschrei, Handyklingeln, Computerrauschen, Stimmen und Gespräche. Im Hintergrund läuft das Radio, der Instagram Feed schreit nach Aufmerksamkeit, Whatsapp Nachrichten ploppen auf und der Fernseher flimmert und bombardiert uns im Sekundentakt mit Werbung.

In unserem hektischen Alltag sind wir oft von so viel Lärm umgeben, dass wir die Geräuschkulisse gar nicht mehr wahrnehmen. Sie passiert einfach. Hinzu kommen unzählige visuelle Reize, Stress am Arbeitsplatz und volle Terminkalender, die uns gedanklich schon in die Zukunft reisen lassen.

Unser Gehirn wird ununterbrochen stimuliert, dabei ist es gar nicht dazu in der Lage, all diese Laute, Reize und Informationen zu verwerten.

Bitte haltet die Welt für einen Moment lang an, dachte ich mir, als ich vor wenigen Wochen meinen Offline Artikel schrieb. Dass ich eine Auszeit von all dem brauchte, war schon lange klar. Dass ich jedoch eine solche Sehnsucht nach Stille, Einsamkeit, Spiritualität und einem einfachen Leben ohne all die Ablenkung hatte, das wurde mir erst so richtig bewusst, als ich nach Ägypten reiste und zehn Tage mit Beduinen und Kamelen durch die Wüste Sinai zog.

Kamele Wüste

Auszeit in der Wüste

In der Wüste lernte ich im Einklang mit der Natur, der Sonne, dem Mond, der Hitze und dem Wind zu leben. Ich schlief auf dem harten Erdboden unter dem Sternenhimmel und begann endlich wieder zu sehen, zu schmecken, zu hören, zu fühlen, zu entspannen, loszulassen, aufzuatmen und neue Energien zu tanken.

Zwar dauerte es eine Weile, bis dass ich wirklich abschalten, den lauten Alltag hinter mir lassen und überhaupt wieder einen klaren Gedanken im Hier und Jetzt fassen konnte, doch dadurch, dass sich das Äußere in der Wüste so extrem reduzierte und ich nur das Allernötigste bei mir hatte, war ich dazu gezwungen, mich auf das Wesentliche zu besinnen. Der Luxus zu Hause, all der Überfluss, in dem wir in unserer westlichen Welt leben, erschien mir zeitweise sogar völlig surreal.

Tagelang hatte ich Zeit zum Nachdenken und Reflektieren. Als hätte tatsächlich jemand die Welt angehalten, holten mich plötzlich so viele alte Erinnerungen, Sorgen und negative Gedanken ein, legten sich mir in den Weg, wollten beachtet und mitgenommen und zu gegebener Zeit auch wieder losgelassen werden. Ich durchlief die unterschiedlichsten emotionalen Zustände und an unserem Schweigetag konnte ich sogar endlich wieder meine eigene innere Stimme hören, die lange Zeit verstummt war.

Wüste Sinai

Wüste Zitat globusliebe

Wüste Sinai Ägypten

Wüstenreise Sinai

Ein neues Kapitel

Nun beginnt ein neues Kapitel in meinem Leben, denn ich bin zurück mit jeder Menge kreativen Ideen, neuer Energie und so vielen Vorhaben, die ich in den nächsten Tagen, Wochen und Monaten in die Tat umsetzen möchte. Aber ich habe auch eine Stopptaste aus der Wüste mitgebracht, die ich ab sofort immer wieder drücken werde. Und zwar nicht erst, wenn es zu spät ist, sondern auch einfach mal so zwischendurch, wenn mir danach ist.

Die ersten Arbeitstage habe ich mit der neuen Einstellung wunderbar gemeistert. Zum ersten Mal seit Langem habe ich mir morgens die Zeit genommen, ein richtiges Frühstück für mich zuzubereiten anstatt nur einen schnellen Kaffee vor dem Bildschirm zu trinken. Ich habe endlich wieder Übungen für den Körper gemacht, war mit meiner Mama spazieren, habe eine Mittagspause eingelegt, auf dem Balkon in der Sonne gesessen, meditiert und ausreichend geschlafen.

Außerdem habe ich diese Woche Platz für Neues geschaffen. Ich habe mein komplettes Bücherregal auf den Kopf gestellt und über 70 Bücher aussortiert und verkauft. Auch meinen Kleiderschrank und die vielen Umzugskartons, die seit des Einzuges vor drei Jahren unangetastet bei uns im Flur stehen, habe ich endlich ausgemistet. Ich habe säckeweise Klamotten in die Altkleidersammlung gebracht, viele Teile übers Internet verkauft und ein paar Kisten für den Flohmarkt gesammelt. Altes loslassen ist so befreiend. Ihr solltet es unbedingt mal wieder ausprobieren!

Mein Buch ist da

Während ich auf meinem Kamel durch die Wüste geritten bin, hat der Herder Verlag mein neues Buch veröffentlicht. Zugegeben war es ein sehr seltsames Gefühl, am Tag der Erscheinung von der Außenwelt abgeschnitten zu sein und die ersten Reaktionen zu verpassen.

Erst im Nachhinein habe ich gesehen, dass viele von euch mir unglaubliche berührende Worte und Fotos geschickt haben. Ich danke euch von ganzem Herzen. Ihr seid die besten Leser der Welt und ich bin unendlich glücklich euch zu haben.

Mein neues Buch heißt übrigens „Wie uns Reisen glücklich macht“ und ist ab sofort bei Amazon erhältlich.

Wie uns Reisen glücklich macht

Vorfreude auf den Mai

Ein paar Tage bin ich nun noch zu Hause, erledige Büroarbeit und genieße den Frühling, bevor die Recherchearbeit wieder beginnt. Nächste Woche geht es auf die Ostsee-Insel Usedom, wo Jana und ich in einem wunderschönen Ferienhaus mit traditionellem Reetdach wohnen und von dort aus die Insel erkunden werden.

Ende Mai reisen wir nach Baden-Württemberg, wo wir das Projekt Einzigartige Unterkünfte im Schwarzwald vom letzten Sommer fortsetzen werden. Dieses Mal übernachten wir unter anderen in einem Baumhaus, einem Weinfass und einem Baumzelt. Ich freue mich schon riesig und werde euch selbstverständlich virtuell mitnehmen.

Habt einen fantastischen Maifeiertag, ihr Lieben!

Eure Julia


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1 Kommentar
  1. Antworten

    Step

    1. Mai 2019

    Ja, du hast Recht, die Stopptaste drücken wir viel zu selten – ich kenne das selbst auch, dass ich oft rastlos bin, getrieben gar nicht so sehr von Sensationsgier oder Verpflichtungen sondern eher von meiner Neugier und Entdeckungslust auf die Welt, die mich andauernd nach Neuem Ausschau halten lässt, begleitet vom Smartphone und Internet. Zumindest eine halbe Stunde habe ich aber gestern auch auf Aus gedrückt, alleine in einem verwilderten Garten voller Blumen mit Blick auf das umliegende Land bei einer herrlich stillen und friedvollen steinernen Gebirgskirche im wunderschönen Albanien. Von ebendort sende ich dir allerliebste Grüße und hoffe, dass du weiterhin von deiner neu gewonnenen Freiheit, sich auch mal auszuklinken und das Hier und Jetzt zu spüren, viel in dein Leben mitnehmen kannst!

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Freigeist, Weltreisende und Abenteurerin. Auf globusliebe findest du Once-in-a-lifetime Erlebnisse aus der ganzen Welt, Outdoor Abenteuer, wertvolle Reisetipps sowie die schönsten Orte in Deutschland, die vielleicht schon bald auf deiner eigenen Bucket List stehen?! ➸ Weiterlesen

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