Roadtrip Mai 2021
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MONTHLY 05|2021 – Spontaner Roadtrip durch Deutschland

Von
1. Juni 2021

Der Mai war ein seltsamer Monat: Überwiegend kalt, regnerisch und trüb. Es gab nur wenige Sonnenstunden, aber die waren dafür umso kostbarer und wurden für wunderbare Erlebnisse genutzt. Was in den letzten vier Wochen bei uns hinter den Kulissen los war, erzähle ich euch, wie immer, in diesem Monthly.

Dachterrasse

Pünktlich zu den Eisheiligen Mitte Mai haben wir unsere vielen Pflanzenkinder endlich nach draußen gepflanzt. Alle drei Hochbeete sowie sämtliche Kübel, Töpfe und Kästen sind nun mit Kräutern, Gemüse und anderen Pflanzen gefüllt und wir sehen ihnen täglich beim Wachsen zu.

Die meisten unserer Pflanzen haben wir selbst ausgesät und über die letzten Monate großgezogen, zum Beispiel verschiedene Tomatensorten, Gurken, Zucchini, Salbei, Paprika, Kapuzinerkresse. Einige mehrjährige Pflanzen konnten im Haus überwintern, zum Beispiel Lavendel und Rosmarin. Zusätzlich haben wir Jungpflanzen aus biologischem Anbau dazugekauft und in die Beete gepflanzt, zum Beispiel Balkonkürbis, Oregano und Zitronenthymian.

Eisheilige Mai

Mit den vielen Pflanzen sieht die Dachterrasse jetzt schon wieder viel gemütlicher aus und dank der letzten sonnigen Tage im Mai spielt sich unser Leben nun auch endlich wieder draußen ab. Die Dachterrasse ist für uns Wohnzimmer, Esszimmer, Küche, Büro und in heißen Sommernächten sogar Schlafzimmer.

Letztes Wochenende haben wir zum ersten Mal mit meiner Familie gegrillt. Das Wetter kann dann gerne bis Ende Oktober so bleiben – am liebsten nachts ordentlich Regen für die Natur und tagsüber bitte Sonnenschein.

Mai Monthly Dachterrasse

Dachterrasse Mai

Roadtrip durch Deutschland

Mein großes Highlight im Mai war ein kleiner Deutschland Roadtrip mit meiner Schwester, der eigentlich nie geplant war, denn ursprünglich wollte meine Schwester ihren dreiwöchigen Sommerurlaub anders verbringen. Doch da dank Corona mal wieder alle Pläne ins Wasser fielen, entschied sie sich, in die Heimat zu kommen, um Freunde und Familie zu besuchen.

Da sie mit ihrem VW T4 fahren und die Strecke von 800 Kilometer zwischen Berlin und der Eifel alleine doch ganz schön anstrengend ist, fuhr ich mit dem Zug zu ihr und wir starteten unseren kleinen Roadtrip. Wie lange wir unterwegs sein würden und wo wir anhalten, wussten wir anfangs nicht, denn es ging uns nicht um bestimmte Orte, die wir sehen wollten, sondern um die gemeinsame Zeit und um das Unterwegssein an sich.

Wir hatten keinen Plan, fuhren einfach drauf los und ließen uns treiben. Und genau das war das Besondere an der Reise. Es fühlte sich fast ein bisschen an wie damals in Australien, als wir einige Monate im Van lebten – nur dass wir dieses Mal nicht von der Great Ocean Road bis Cairns durch Victoria, New South Wales und Queensland, sondern von Berlin in die Eifel durch Brandenburg, Sachsen-Anhalt, Thüringen, Hessen und Rheinland-Pfalz fuhren.

Da das Wetter nur stundenweise schön war, unternahmen wir eher Wanderungen als in Seen zu baden und nutzten jede regenfreie Minute aus. Es war ein unglaublich schönes Gefühl endlich wieder unterwegs zu  sein, ein kleines Abenteuer zu erleben, im Van zu übernachten, draußen zu frühstücken, die Stille zu genießen und den Kopf freizukriegen. Nach dem langen Corona Lockdown fühlte sich das Leben für ein paar Tage endlich wieder frei und unbeschwert an. Das war wundervoll.

Monthly Mai 2021

Roadtrip Deutschland T4

Kaffee Camper Roadtrip

Camping essen

Mai 2021

Tipps zum Nachmachen

Da ich keinen Beitrag über die Reise schreiben werde, mich aber so viele Fragen zu unseren Stopps und zu den Wanderungen erreicht haben, möchte hier ein paar meiner Tipps mit euch teilen.

Liepnitzsee in Brandenburg

Der erste Stopp unseres Roadtrips war Brandenburg. Wenn ihr mal in der Gegend seid, fahrt unbedingt zum Liepnitzsee. Er liegt mitten im Naturpark Barnim, nur acht Kilometer nördlich der Berliner Stadtgrenze. Der Liepnitzsee gilt als einer der saubersten Seen Brandenburgs und ist fast vollständig von Buchenwäldern umwachsen.

An heißen Sommertagen laden geschützte Badebuchten zum Schwimmen ein. Ansonsten empfehle ich euch die 9,5 Kilometer lange Wanderung auf dem Uferweg. Er führt nah am Wasser entlang und bietet immer wieder tolle Ausblicke auf den See.

Zwischen dem Nord- und dem Südufer verkehrt normalerweise von April bis Oktober eine süße, kleine Fähre und bringt euch zur Insel Großer Werder in der Mitte des Sees. Leider war der Fährbetrieb aufgrund von Corona noch eingestellt.

Unser ganzes Glück am Ende des Uferweges, war der kleine Kiosk, der gerade wieder geöffnet hatte. Hier gab es kalte Getränke und leckeren Kuchen.

Liepnitzsee Uferweg

Uferweg Liepnitzsee Brandenburg

Liepnitzsee Fähre

Kiosk Liepnitzsee

Goethe Erlebnisweg in Thüringen

Mein zweiter Tipp ist eine Wanderung auf dem Goethe Erlebnisweg. Die insgesamt 28 Kilometer lange Tour führt von Weimar bis Kochberg durch die Nadelwälder Thüringens. Sie ist mit einem weißen “G” auf grünem Hintergrund beschildert und in sechs bis acht Stunden machbar. Wir sind zwar nur einen Teil der Strecke auf Goethes Spuren gewandert, waren aber absolut begeistert und werden definitiv wiederkommen, um den gesamten Weg zu gehen.

Unser Startpunkt war der Wanderparkplatz zwischen Bad Berka und Blankenhain. Hier könnt ihr auch super mit dem Camper stehen und die vorhandene Sitzgruppe für ein Picknick nutzen.

Goethe-Erlebnisweg Monthly

Thüringen Goethe Erlebnisweg

Goethe Erlebnisweg Wanderung

Doktor Wald Thüringen

Covid Impfung

Ob ich es als Highlight bezeichnen würde, weiß ich ehrlich gesagt nicht, aber zumindest sehe ich es als Lichtblick, der mir ganz viel Hoffnung für die Zukunft gibt: Ich habe im Mai meine erste Impfung gegen COVID-19 erhalten. Obwohl ich noch immer etwas skeptisch und grundsätzlich kein Fan von Impfungen bin, sehe ich diese Impfsache mittlerweile als einzigen Ausweg aus der Pandemie.

Ich habe den Corona Wahnsinn, die Ungewissheit, die Sorgen und Existenzängste, die Verbote und das ständige Hin und Her so unendlich satt, dass ich mich dazu entschieden habe, mich impfen zu lassen, um mich selbst und andere Menschen vor einer Erkrankung mit schwerem Verlauf zu schützen und um endlich wieder ein “normales” Leben führen zu können.

Ich habe große Hoffnung, dass ich dadurch bald wieder reisen und somit meinen Job weitestgehend “normal” ausüben kann, dass ich Freunde und Familie umarmen, nachts wieder vor die Tür gehen, in Restaurants essen und all diese Dinge machen darf, die vor 1,5 Jahren noch selbstverständlich für uns alle waren.

Was mich an der Sache traurig macht, ist, dass es so dargestellt wird, als haben wir alle die Wahl uns impfen zu lassen, aber diese Wahl haben wir meiner Meinung nach nicht. Wir werden zwar nicht gezwungen, uns eine Spritze in den Oberarm geben zu lassen, aber wenn wir es nicht tun, werden wir vom öffentlichen Leben ausgeschlossen. Wir dürfen keine Restaurants besuchen, nicht ins Kino gehen, nicht reisen und nicht arbeiten. In der Realität würde ich ohne diese Impfung meinen Job verlieren, müsste meine Selbstständigkeit aufgeben, meinen Mitarbeiter entlassen und wäre arbeitslos. Von Freiwilligkeit kann hier also keine Rede sein.

Bitte versteht mich nicht falsch. Ich bin keine Impfgegnerin, aber eben auch keine große Befürworterin. Ich bin sehr dankbar, dass ich meine erste Spritze erhalten habe und nutze meine Reichweite FÜR die Impfung, aber ich kann es genauso gut verstehen, wenn sich jemand dagegen entscheidet.

Fest steht nämlich, dass absolut niemand (weder die Pro- noch die Contraseite) wissen kann, ob uns die Impfung aus der Pandemie rettet oder nicht. Für uns alle ist die Situation neu und wir müssen einen Weg finden, um mit den Gegebenheiten klarzukommen. Ich für meinen Teil habe mich dazu entschieden, zu vertrauen und zu hoffen und wünsche mir von ganzem Herzen, dass die Thematik unsere Gesellschaft nicht noch weiter spaltet.

Covid Impfung

Auf globusliebe erschienen

Gleich zu Beginn des Monats habe ich einen Artikel über die Wanderung durchs Pommerbachtal geschrieben. Sie führt von Kaisersesch in der Eifel bis nach Pommern an der Mosel, immer am plätschernden Pommerbach entlang und lässt sich hervorragend als Tagestour gehen.

Da Waldmeister für mich einfach zum Mai dazu gehört, waren wir das Maikraut fleißig in den Wäldern sammeln, haben leckeren Waldmeistersirup und Maibowle gemacht und ich habe euch meine Rezepte in diesem Beitrag aufgeschrieben.

Zum Weltbienentag am 20. Mai, habe ich einen Artikel über das Bienensterben veröffentlicht. Es geht darum, warum Bienen und andere Insekten so wichtig für uns Menschen sind, warum sie massiv vom Aussterben bedroht sind und es gibt zwölf gute Tipps, was ihr gegen das Bienensterben tun könnt. Ich freue mich, wenn dieser wichtige Beitrag gelesen und geteilt wird, damit er möglichst viele Menschen erreicht.

Bienensterben Bienenschutz

Vorfreude auf den Juni

Nach sieben Monaten Stillstand geht es im Juni endlich wieder los! Die Tourismusbranche steht in den Startlöchern, mein Postfach explodiert und wir sind schon jetzt völlig überfordert, was die Planung der kommenden Wochen und Monate angeht. Ab Mitte nächster Woche sind wir endlich wieder auf Produktion. Wir sind fast den kompletten Sommer ausgebucht und werden vermutlich von einem Auftrag zum nächsten hüpfen.

Ich sehe das Ganze mit gemischten Gefühlen, denn einerseits bin ich unendlich dankbar, dass wir wieder reisen und somit endlich wieder “normal” arbeiten und Geld verdienen können, aber andererseits weiß ich schon jetzt, dass ich mich die nächsten Monate wieder überschlagen und in Arbeit versinken werde.

Ich werde zahlreiche Nachtschichten vor dem Bildschirm einlegen und meine gesunde Work-Life-Balance mal wieder weit, weit hinten anstellen, denn wir starten von Null auf Hundert und die Aufträge werden geballt auf uns einprasseln – genau wie im letzten Jahr, als die Reisebeschränkungen plötzlich aufgehoben wurden und wir mehr als ausgebucht waren.

Ich bin dankbar und glücklich, dass ich meinen Job bald wieder weitestgehend normal ausüben darf, aber es wird anstrengend und herausfordernd, denn meine gesamte Planung für 2021 wurde dank Corona wieder einmal über den Haufen geworfen.

Ich hatte mir eine gesunde Balance gewünscht, mit ein bis zwei Produktionen pro Monat und dazwischen genügend Zeit, um den einen Auftrag fertigzustellen und den nächsten vorzubereiten. Und natürlich auch, um Pausen einzulegen und die Zeit auf der Dachterrasse genießen zu können. Schließlich steht uns die schönste Zeit des Jahres gerade erst bevor.

Stattdessen werden wir wahrscheinlich den ganzen Sommer unterwegs sein und versuchen, all das aufzuholen, was die letzten sieben Monate nicht möglich war. Auch finanziell ist das eine Herausforderung, denn im Juni, Juli und August werden nun erst einmal die Aufträge umgesetzt, die von Januar bis Mai eingebucht waren. Alle Anfragen, die in den letzten Wochen erst kamen oder jetzt noch kommen werden, müssen wir von vorne herein absagen, obwohl die Reisen sicher toll wären und wir schließlich davon leben. Das gesamte Geschäftsjahr wird für uns wieder mal auf drei oder vier arbeitsintensive Monate zusammengepresst.

Das ist heftig, aber nunja, ich möchte mich nicht beschweren. Wir nehmen es so, wie es kommt und freuen uns, dass es jetzt hoffentlich wieder bergauf geht. Es stehen tolle Kooperationen mit wundervollen Partnern an, bei denen ich euch selbstverständlich, wie gewohnt, virtuell mitnehmen und jede Menge Urlaubs- und Ausflugstipps mit euch teilen werde.

Ich wünsche euch allen einen wundervollen Juni.

Eure Julia ♥

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Hey, ich bin Julia,

Reisebloggerin, Fotografin und Buchautorin. Am glücklichsten bin ich draußen in der Natur, beim Wandern, mit frischer Luft in den Lungen, Sonne im Gesicht und meiner Kamera im Gepäck. Auf globusliebe.com findest du Inspiration und Tipps rund um verantwortungsvolles Reisen und einen nachhaltigen Lebensstil.

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