Ayers Rock: Spektakulärer Roadtrip durch Australiens Northern Territory
Endlose Weiten, Stille und Einsamkeit, dramatische Landschaften, einzigartige Farben und beeindruckende Naturwunder wie der Ayers Rock sind es, die mich an Australiens Outback am meisten faszinieren. Welche Überraschungen das Herz des roten Kontinents für dich bereithält, erfährst du hier, denn ich nehme dich mit auf einen Roadtrip zum Ayers Rock.
Northern Territory in Australien
Das Northern Territory ist Australiens wildestes und einsamstes Territorium, das etwa ein Sechstel der gesamten Landfläche des Kontinents einnimmt und trotzdem gerade mal 250.000 Menschen beheimatet. Wer hierher reist, taucht ein in eine Welt aus roter Erde, endlosen Horizonte und einer Stille, die sich anfühlt als würde die Zeit stillstehen.
Im Norden, dem sogenannten Top End rund um die Hauptstadt Darwin, prägt tropischer Regenwald mit üppiger Vegetation und spektakulären Nationalparks das Bild, während sich im Süden das trockene Wüstenklima des Red Centre entfaltet, wo der Uluru, der Kings Canyon und die Kata Tjuta auf Besucher warten.
Die Route von Darwin bis zum Ayers Rock ist knapp 2.000 Kilometer lang und führt fast ausschließlich über den Stuart Highway, eine der einsamsten Straßen der Welt. Genau das macht einen Roadtrip durchs Northern Territory so besonders, denn hier erlebst du Australien nicht als Touristenkulisse, sondern so wie es wirklich ist: rau, ursprünglich und überwältigend.
Unser Roadtrip zum Ayers Rock
Der Ruf des Abenteuers
Unsere Reise beginnt in Darwin, der nördlichsten Großstadt Australiens und Hauptstadt des Northern Territory. Darwin interessiert uns bei diesem Trip weniger. Vielmehr zieht es uns in die Natur. 2.000 Kilometer sind es von hier bis zum Ayers Rock, dem Sehnsuchtsziel dieser Reise.
Der größte Teil der Strecke führt uns über den Stuart Highway, die wichtigste Überlandstraße des Landes, die den Norden mit dem Süden verbindet. Die ersten Stunden sind extrem eintönig. Das Landschaftsbild ändert sich nur selten. Mal gibt es mehr und mal weniger Termitenhügel, das wars auch schon. Unsere Highlights sind kurze Stops an einsamen Tankstellen und der Fahrtwind, der uns bei sengender Hitze ein wenig Abkühlung ins Auto bläst.
Gigantische Road Trains, das sind Schwertransporter, die abgelegene Ortschaften im australischen Outback mit allem Nötigen versorgen, kommen uns mit Vollspeed entgegen und drängen uns beinahe von der Straße. Ihre überlangen Anhänger sind oft bis zum Anschlag beladen. Kängurus, die über die Fahrbahn hüpfen, prallen gegen die überdimensionalen Stoßfänger und werden gnadenlos weggeschleudert. Wir sehen viele von ihnen tot im Straßengraben liegen.
Abgesehen von Road Trains, kommen uns kaum Fahrzeuge entgegen. Oft fahren wir mehrere Stunden in völliger Einsamkeit durchs Northern Territory, was auch als "The Never Never" bezeichnet wird. Es ist das am wenigsten besiedelte Bundesland Australiens.
Australiens tropisches Top End
Bevor wir das rote Outback mit seinem trockenen, heißen Wüstenklima erreichen, durchqueren wir das sogenannte Top End Australiens. Monsunartige Regenfälle, üppiges Grün und eine tropische Vegetation erwarten uns. Wir besuchen faszinierende Naturgebiete wie den Litchfield Nationalpark mit seinen spektakulären Wasserfällen, die sich unmittelbar vor uns in die Tiefe stürzen.
Wir wandern durch unberührte Regenwälder, staunen über haushohe Termitenhügel, baden in natürlichen Swimmingpools unter Palmen und erkunden den Nitmiluk Nationalpark (ehemals Katherine-George) mit seinen steil abfallenden Felswänden.
Devil's Marbles
Nach 1.000 Kilometern erreichen wir des Teufels Murmeln, die Devil’s Marbles. Die riesigen, runden Felsbrocken aus rotem Granit wurden über Jahrtausende von Wind, Sand und Regen erodiert und so in ihre heutige Form gebracht. Ziemlich beeindruckend! Die Aborigines halten die Devil's Marbles übrigens für die Eier der Regenbogenschlange aus der Traumzeit. Für sie ist dies ein bedeutender und spiritueller Ort.
Gleich hinter den Felsbrocken erstreckt sich die grenzenlose Einsamkeit des Outbacks. Staubtrockene, tiefrote Erde, grüne Büsche, gelbes Gras, das im Sonnenlicht leuchtet und ein babyblauer Himmel zaubern faszinierende Kontraste. Ich bin überwältigt von der Szenerie, die an meiner Fensterscheibe vorbeizieht. Das ist besser als Kino! Viel Natur, wenig Mensch. Das gefällt mir.
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Alice Springs
Weiter und weiter krachen wir den Stuart Highway entlang. Das Benzin wird teurer und die Landschaft spektakulärer, je weiter wir in die rote Wüste gelangen. Ohne Erbarmen brennt die Sonne auf jeden Fleck meiner blanken Haut. Der heiße Asphalt des Highways scheint zu dampfen.
Als wir uns der Wüstenstadt Alice Springs nähern, wird schnell klar, dass dies kein paradiesischer Ort ist. Mit 24.000 Einwohnern ist Alice Springs die einzige größere Stadt im Zentrum Australiens und mindestens 1.500 Kilometer von allen anderen großen Städten entfernt. Viel zu sehen gibt es hier nicht.
Kings Canyon
Am nächsten Morgen erreichen wir den spektakulären Kings Canyon, die größte Schlucht Australiens. Um sechs Uhr starten wir den Kings Canyon Rim Walk, einen sechs Kilometer langen Rundweg, der uns nach einem sehr steilen und anstrengenden Anstieg einmal um den Canyonrand herumführt. Nicht nur die riesigen Felswände, sondern auch die Farben sind wahnsinnig beeindruckend.
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Mount Conner
Als nächstes kreuzen wir Mount Conner, den viele mit dem Uluru verwechseln. Auch ich muss zweimal hinschauen, um mich zu vergewissern, dass wir noch nicht unser großes Ziel, den Ayers Rock, vor Augen haben. Hättest du es gewusst?
Ayers Rock (Uluru)
Je näher wir dem Herzen Australiens kommen, desto heißer wird die Erde. Das Thermometer knackt die 40 Grad Marke. Die Luft scheint stillzustehen. Nach 2.000 Kilometern erreichen wir endlich den Uluru-Kata-Tjuta National Park in Yulara und können unser Glück kaum fassen.
Hier stehen wir also vor dem 550 Millionen Jahre alten Ayers Rock oder Uluru, wie ihn die Einheimischen nennen, mitten in der zentralaustralischen Wüste und bestaunen die wohl bekannteste Sehenswürdigkeit des roten Kontinents.
An diesem Abend erleben wir einen zauberschönen Sonnenuntergang am Ayers Rock, womit für mich ein langersehnter Traum meiner Bucket List in Erfüllung geht. Die Sonne verschwindet nicht hinter dem Berg, sondern strahlt ihn an. Es ist unbeschreiblich, denn er leuchtet für circa 50 Sekunden in einem intensiven Rot, das auf Fotos beinahe unreal wirkt.
Und als wäre der Sonnenuntergang noch nicht genug, bestaunen wir in dieser Nacht den unglaublichsten Sternenhimmel, den ich jemals gesehen habe. Millionen von hellen Sternen und Milchstraßen leuchten an einem glasklaren Himmel. Ich bin völlig verzaubert und fühle mich hier, mitten im Nirgendwo, ganz schön winzig. Für einen kurzen Moment halte ich die Luft an, um die Stille, die mich umgibt, wahrzunehmen und den Augenblick zu konservieren.
Mit dem nächsten tiefen Atemzug sauge ich all diese Eindrücke und das grenzenlose Gefühl von echter Freiheit und Abenteuer auf. Mit einem Mal werde ich auf das reduziert, was ich tatsächlich bin: Ein winziges Teilchen in einem riesigen Universum.
Nur wenige Stunden später führt die Natur ihr drittes Schauspiel auf und wir erleben einen wunderschönen Sonnenaufgang am Ayers Rock. Das Gras leuchtet in Goldfarben, der Himmel färbt sich lila-orange und der heilige Berg scheint eine magische Energie auszustrahlen.
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Ayers Rock Walk
Kurz nach Sonnenaufgang gehen wir in brütender Hitze den 10,5 Kilometer langen Uluru Walk, einmal um den Ayers Rock herum. Wir passieren Höhlen und Felsmalereien, die auf eine jahrhunderte alte Geschichte schließen lassen.
Das Mitnehmen von Sand und Gestein ist strikt verboten und kann mit saftigen Strafen enden. Nach dem Glauben der Aboriginis muss nämlich alles dort enden, wo es begonnen hat. Wenn Naturalien vom Uluru entfernt werden, können die Geister keine Ruhe finden, sagen sie.
Briefe im Cultural Centre zeugen von Menschen aus aller Welt, die ihre unerlaubt mitgenommenen Steine aus Reue wieder zurückgesendet haben. Einige berichten, dass ihr Mitbringsel ihnen Unglück gebracht habe.
WICHTIG
Das Besteigen des Uluru ist seit Oktober 2019 verboten. Die Nationalparkbehörde ist damit dem jahrzehntelangen Wunsch der Anangu-Aborigines nachgekommen, für die der Berg heilig ist. Wer das Verbot missachtet, muss mit einer Geldstrafe von bis zu 10.000 australischen Dollar rechnen.
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Die Olgas (Kata Tjuta)
Nur knapp 30 Kilometer vom Ayers Rock entfernt, liegen die Kata Tjuta, die auch unter dem Namen Olgas bekannt sind. Sie bestehen aus 36 kuppelförmigen, roten Felsen und sind ebenfalls sehr sehenswert.
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Tipps für deinen Roadtrip durchs Northern Territory zum Ayers Rock
Wann ist die beste Reisezeit fürs Northern Territory?
Die beste Reisezeit für einen Roadtrip durchs Northern Territory ist die Trockenzeit von April bis September, weil dann die Temperaturen im Roten Zentrum erträglich sind und die Straßen in der Regel befahrbar.
Im Top End rund um Darwin ist der Frühling mit seinen sattgrünen Wasserfällen besonders beeindruckend. Die Regenzeit von November bis März ist nicht zu empfehlen, denn viele Straßen und Parks sind überflutet und die schwüle Hitze ist kaum auszuhalten. Wir selbst waren in der Regenzeit dort und würden das definitiv nicht wiederholen.
Wie kommt man am besten zum Uluru?
Ich lege dir ans Herz mit dem Mietwagen durchs Outback zum Ayers Rock zu fahren, anstatt einfach nach Yulara zu fliegen. Der Stuart Highway von Darwin bis zum Uluru ist rund 2.000 Kilometer lang und das Erlebnis, diese Einsamkeit und die sich langsam verändernde Landschaft selbst zu fahren, ist ein unvergesslicher Teil der Reise.
Wer sich für einen Allrad-Mietwagen entscheidet, kann auch abseits des Highways die Nationalparks und Schotterpisten erkunden. Günstige Mietwagen für Australien findest du bei Billiger Mietwagen* und wer lieber im Campervan schlafen möchte, wird bei Roadsurfer* oder Camperdays* fündig.
Brauche ich einen Allradwagen fürs Outback?
Für die Hauptroute auf dem Stuart Highway reicht ein normales Fahrzeug aus, weil er durchgängig asphaltiert ist. Sobald du jedoch Nationalparks wie den Litchfield oder Kings Canyon auf Schotterpisten erkundest, ist ein Allradwagen fürs Outback absolut sinnvoll.
Gut zu wissen: Viele Mietwagenverträge bieten für normale Fahrzeuge auf unbefestigten Straßen keinen Versicherungsschutz. Informiere dich deshalb unbedingt vorher bei deiner Mietwagenfirma!
Was kostet der Eintritt in den Uluru Nationalpark?
Der Drei-Tages-Pass kostet 38 AUD und berechtigt zum mehrfachen Eintritt in den Uluru Nationalpark an drei aufeinanderfolgenden Tagen. Daneben gibt es einen Jahrespass für 50 AUD pro Person. Kinder und Jugendliche bis 17 Jahre haben freien Eintritt.
Darf man im Northern Territory wildcampen?
Wildes Campen ist in Australien offiziell verboten und kann mit hohen Bußgeldern bestraft werden. Im Northern Territory gibt es aber zahlreiche günstige oder sogar kostenlose ausgewiesene Campingplätze in Nationalparks und an Rastplätzen entlang des Stuart Highway, sodass du keine Not haben wirst, einen Schlafplatz zu finden.
Wichtig dabei: Die Plätze in den Nationalparks müssen vorab online gebucht und bezahlt werden, eine Zahlung direkt vor Ort ist nicht möglich. Die praktischste App dafür ist WikiCamps, die alle freien und kostenpflichtigen Campingplätze in ganz Australien anzeigt und auf langen Outback-Strecken wirklich unverzichtbar ist.
Was muss ich im Outback unbedingt wissen?
Trinkwasser solltest du im Outback immer ausreichend dabei haben, denn die Hitze im Roten Zentrum kann extrem sein und wer ohne ausreichend Wasser unterwegs ist, gerät schnell in Gefahr. An fast allen Rastplätzen und Sehenswürdigkeiten im Northern Territory kannst du eigene Wasserflaschen an sogenannten drinking water stations kostenlos auffüllen.
Gigantische Road Trains auf dem Stuart Highway kommen mit hoher Geschwindigkeit entgegen und drängen dich an den Straßenrand, also immer aufmerksam fahren. Kängurus sind vor allem in der Dämmerung und nachts unterwegs, weshalb du Fahrten nach Einbruch der Dunkelheit möglichst vermeiden solltest.
Und nimm niemals Sand oder Steine vom Uluru mit: Das ist nicht nur gesetzlich verboten, sondern auch aus Respekt vor der Kultur der Anangu schlicht das Richtige.
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Hallo Julia,
ein toller Bericht, vielen Dank! Kannst du mir verraten, wie lange ihr euch für den Trip von Darwin zum Ayers Rock Zeit gelassen habt?
Danke und liebe Grüße,
Johanna
Hi Julia!
Ein toller Artikel! Da bekommen wir glatt fernweh…Wir waren schon viermal in Australien und haben es bisher noch nicht in die Mitte Australiens geschafft. Steht aber auf jeden Fall auf unerer Bucket-List 🙂
Viele Grüße
Ist schon sehr lange her bei mir, aber durch deine Zeilen und Fotos hab ich die Bilder nun wieder im Kopf präsent – danke! 🙂
Ich bin seit 35 Jahren Australier. Wir sehen immer wieder wie bloede Deutsche Touristen sind. Heiss oder nicht, es wuerde uns nicht in Traum einfallen ohne dicke Schuhe und Socken, aber schon garnicht in thongs oder barfuss, irgendwo in bush rumzulaufen. Ich mache das noch nicht einmal in meinem Garten. Das Schluesselwort ist hier: SCHLANGEN !
Und wie oft habe ich bloede Deutsche in water holes schwimmen sehen, 2m neben dem Schild CROCODILES.
Bloedheit muss bestraft werden.
Hallo Marie-Louise,
da gebe ich dir zu 100% recht! Wer sowas macht ist wirklich selber Schuld!
Ich würde nicht barfuß im Busch rumlaufen und auch nicht in Water holes
springen. Irgendwo hört das Abenteuer auch auf und man muss sein Gehirn
einschalten!
Liebe Grüße,
Julia