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Nachhaltig reisen: Wie passen Tourismus & Umweltschutz zusammen?

Von
18. August 2019

Viele Jahre lang arbeitete ich auf Kreuzfahrtschiffen ohne dabei einen Gedanken an die Umwelt zu verschwenden. Damals waren Themen wie Klimaerwärmung, Umweltschutz und Nachhaltigkeit noch nicht in aller Munde. Im Gegenteil, mit Stolz erzählte ich, wie oft ich im Jahr geflogen bin und wieviele Stempel ich bereits im Reisepass gesammelt hatte.

Heute schäme ich mich fast jedes Mal dafür, wenn ich privat oder beruflich ins Flugzeug steige oder für einen Produktionsauftrag auf einem Kreuzfahrtschiff unterwegs bin. Nicht, weil ich es nicht genießen würde, mir die Welt anzusehen, sondern weil mir bewusst geworden ist, dass diese Art des Reisens der Umwelt schadet.

In den letzten Jahren hat sich sehr viel verändert, nicht nur mein eigenes Bewusstsein, sondern auf der ganzen Welt. Extreme Wettersituationen wie Überschwemmungen oder der Tropensturm Pabuk in Thailand häufen sich, immer mehr Tier- und Pflanzenarten sterben aus, Regenwälder werden abgeholzt, die Meere sind voller Plastik und wir ersticken im Müll. Zahlreiche deutsche Städte haben bereits den Klimanotstand ausgerufen und die Klimastreik-Bewegung Fridays For Future dürfte mittlerweile jedem ein Begriff sein.

Unserer Erde geht es zunehmend schlechter. Darüber hinweg sehen und die Klimakrise einfach verdrängen können wir schon lange nicht mehr. Wir müssen etwas ändern! Aber was können wir tun? Wo fangen wir an? Und wie lassen sich Nachhaltigkeit und Reisen mit gutem Gewissen vereinen?

Meine Rolle als Reisebloggerin

Als Reisebloggerin über Nachhaltigkeit zu schreiben, ist ein heikles Thema, das nach Kritik schreit und böse Stimmen förmlich anzieht. Aber sich deshalb stumm zu stellen und das Thema unter den Tisch zu kehren, finde ich ehrlich gesagt zu einfach.

Privat beschäftige ich mich seit einigen Jahren mit Nachhaltigkeit und Umweltschutz und je mehr ich darüber höre, lese und lerne, je mehr schockierende Nachrichten publik werden, desto mehr hinterfrage ich mein eigenes Verhalten. Seit 2014 ernähre ich mich ausschließlich vegetarisch, weil ich weiß, dass die Massentierhaltung für nahezu 50 Prozent der weltweiten Treibhausgasemission verantwortlich ist.

Ich kaufe Obst und Gemüse unverpackt, benutze selbst hergestelltes Spül-, Wasch- und Putzmittel, kompensiere einen Großteil meiner Flüge durch Ausgleichszahlungen an atmosfair, verwende überwiegend Naturkosmetik, verzichte auf Plastik, wenn immer es möglich ist, kaufe viele Kleidungsstücke gebraucht oder bei fairen, nachhaltigen Herstellern und auf Reisen habe ich nicht nur meine eigene Trinkflasche, sondern auch Edelstahldosen für mein Essen dabei.

Doch reicht all das aus, um meine verhältnismäßig vielen umweltschädlichen Reisen zu rechtfertigen? Nein, das tut es nicht!

Als Reisebloggerin wird mir eine gewisse Vorbildfunktion zugeschrieben. Immerhin lassen sich mittlerweile 100.000 Menschen pro Monat von meinen Reiseberichten inspirieren und über 26.000 folgen täglich meinem Content auf Instagram. Mir ist bewusst, dass ich nicht nur mit der Wahl meiner Reiseziele, sondern auch mit den von mir vorgestellten Reisearten und mit der Auswahl der Geschäftspartner, mit denen ich arbeite, das Reise- und Konsumverhalten vieler Leser und Follower beeinflusse.

Da ich selbst nicht perfekt bin (wer ist das schon?) und es noch so viele Dinge gibt, die ich im Bezug auf eine nachhaltigere und verantwortungsbewusstere Lebensweise verbessern kann, habe ich mich auf globusliebe lange mit dem Thema zurückgehalten.

Heute ist mir jedoch klar geworden, dass es nicht darum geht, dass ein Mensch alles zu 1.000 Prozent richtig macht, sondern es geht viel mehr darum, dass alle Menschen auf dieser Welt ein bisschen was richtig machen. Wenn jeder von uns auf Plastiktüten und -verpackungen, auf To-Go-Kaffeebecher, Einwegflaschen und Billigkleidung verzichten, respektvoller mit Ressourcen umgehen und nachhaltig reisen würde, dann wäre unserer Welt schon viel geholfen.

Dürfen wir bald nicht mehr reisen?

Wer viel reist, lernt die Welt von ihren schönsten Seiten kennen und lernt dabei (hoffentlich) auch, wie wertvoll, kostbar und schützenswert unser Planet ist. Das große Paradoxon an der ganzen Sache ist jedoch, dass viele Reisende scheinbar vergessen, dass sie maßgeblich zur Zerstörung all dieser schönen Orte beitragen, wenn sie weiterhin so respektlos mit der Umwelt umgehen.

Frank Hermann schreibt dazu in seinem Buch FAIReisen: „Wer in den Urlaub fliegt oder an einer Kreuzfahrt teilnimmt, leistet seinen kleinen Beitrag dazu, dass Gletscher und Korallenriffe verschwinden, häufigere und stärkere Wirbelstürme auftreten und der Meeresspiegel durch das Abschmelzen von Polareis steigt“.

Und auch ein aktueller Bericht des Naturkost Magazines Schrot & Korn sieht das Reisen, neben der Massentierhaltung, als eine der schlimmsten Umweltsünden unserer Zeit: „Alleine zwischen 2009 und 2013 stiegen die vom Tourismus verursachten Emissionen weltweit jährlich von 3,9 auf 4,5 Milliarden Tonnen CO2. Folgen wir dem Fernweh weiter, wachsen die Emissionen bis 2025 auf 6,5 Milliarden Tonnen an.“

Fest steht, je öfter und weiter wir reisen, desto mehr schädigen wir unserem Planeten. Bedeutet das nun, dass wir bald nicht mehr reisen dürfen?

nachhaltig reisen

Dass die Menschheit plötzlich aufhören wird zu reisen, das wird wohl nicht passieren – vor allem deshalb nicht, weil jedes noch so entlegene Reiseziel immer erreichbarer und immer günstiger wird. Es geht auch gar nicht darum, dass wir uns einsperren, auf alles verzichten und nie wieder reisen, sondern es geht darum, bewusster und umweltverträglicher zu reisen.

Wir sollten so wenig Spuren wie möglich hinterlassen, uns respektvoll den Menschen, den Tieren und der Natur gegenüber verhalten und ein paar Dinge überdenken, die ich dir im Folgenden ans Herz legen möchte.

Nachhaltig Reisen: 17 Tipps, die die Umwelt schützen

Wie bereits erwähnt, geht es nicht darum, dass eine einzige Person alles richtig macht, sondern das jeder von uns sein eigenes Verhalten reflektiert und zum Schutze der Umwelt handelt. Jeder winzige Schritt zu mehr Nachhaltigkeit ist ein wichtiger Schritt in die richtige Richtung.

#1 Umdenken & Verantwortung übernehmen

Wie ich in meinem Buch geschrieben haben, sollten wir aufhören, Reisen als Wettbewerb zu betrachten. Es geht nicht darum, wer die meisten Länder in möglichst kurzer Zeit bereist hat, wer die meisten Stempel im Pass oder die meisten Sehenswürdigkeiten von einer To-Do-Liste abgehakt hat.

Beim Reisen geht es einzig und alleine um die Erlebnisse, die Momente, die dich staunen lassen, die dich faszinieren, berühren, überraschen, herausfordern und verändern. Und um diese Momente weiterhin erleben zu können, müssen wir aufwachen. Wir müssen einsehen, dass wir unsere schöne Welt mit unserem Verhalten zerstören. Wir müssen umdenken und handeln – und zwar schnell!

#2 Klimaschonend an- und abreisen

Wer nachhaltig reisen möchte, scheitert wahrscheinlich als allererstes an der An- und Abreise, die notwenig ist, um das jeweilige Wunschreiseziel zu erreichen. Ich sage nicht, dass wir in Zukunft alle nicht mehr fliegen dürfen, aber wir sollten es bewusster tun und vor allem reduzieren. Innerhalb Europas, vor allem aber innerhalb Deutschlands, kann man zum Beispiel wunderbar mit öffentlichen Verkehrsmitteln wie Bus oder Bahn anreisen.

An dieser Stelle muss natürlich auch von Seiten der Politik noch viel passieren, denn meiner Meinung nach darf es einfach nicht sein, dass ein Flug von Köln nach Berlin nur 19 Euro kostet, während ich für die Fahrt mit der Deutschen Bahn 180 Euro für die gleiche Strecke bezahle.

#3 Emissionen kompensieren

Ist eine Flugreise nicht zu vermeiden, kannst du die schädlichen CO2 Emissionen, die du dadurch verursachst über seriöse Klimaschutzorganisationen wie atmosfair oder myclimate ausgleichen. Das funktioniert ganz einfach: Mit Hilfe eines Klimarechners berechnest du die Schadstoffbelastung deines Fluges und spendest den vorgeschlagenen Kompensationsbetrag an die jeweilige Organisation.

Dein schlechtes Gewissen beruhigen und munter weiterfliegen wie bisher solltest du aufgrund der Ausgleichszahlungen natürlich nicht, denn die Treibhausgase, die ein Flug verursacht, lassen sich durch die Kompensation nicht vermeiden. Das gespendete Geld fließt jedoch in weltweite Klimaschutzprojekte, die sich für die Einsparung von Treibhausgasen oder für das Aufforsten von Wäldern einsetzen und beeinflusst die Gesamtbilanz am Ende positiv.

Mein Flug von Frankfurt auf die Karibikinsel Saint Lucia im Februar 2019 hat beispielsweise rund 4.500 Kilogramm CO2 verballert. Dafür habe ich circa 100 Euro über atmosfair kompensiert. Das Gleiche gilt übrigens für Kreuzfahrten.

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#4 Wasserflaschen, Becher & Brotdosen nutzen

2,8 Milliarden Einweg-Kaffeebecher werden in Deutschland pro Jahr verbraucht. Alleine in Berlin sind es 20.000 pro Stunde, berichtet der Tagesspiegel. Warum man sich nicht einfach einen Mehrweg-Becher zulegt und den auf dem Weg zur Arbeit, in der Freizeit sowie auf Reisen immer dabei hat und auffüllen lässt, geht mir einfach nicht in den Kopf.

Das Gleiche gilt für wiederverwendbare Trinkflaschen oder Brotdosen aus Edelstahl. Es ist zwar nicht immer einfach, sauberes Trinkwasser zu finden, jedoch bieten mittlerweile zahlreiche Flughäfen, Hotels und öffentliche Orte Trinkwasserbrunnen oder kostenlose Abfüllstationen an.

Auch im Flugzeug kannst du dank eigenem Edelstahlbecher darauf verzichten, jedes Getränk aus einem frischen Plastikbecher zu trinken, denn Airlines verwenden an Bord sowieso viel zu viel unnötigen Wegwerf-Kunststoff, der sich so einfach vermeiden ließe, wenn man die Becher, Schalen und das Besteck doch einfach nur mal spülen und wiederverwenden würde.

#5 Handtücher mehrmals nutzen

Während ein Viertel der Menschheit laut dem Word Resources Institut in Staaten lebt, die von akutem Wassermangel bedroht sind, ist sauberes, trinkbares Wasser für uns in Deutschland eine Selbstverständlichkeit. Vielen Menschen ist deshalb gar nicht bewusst, wie kostbar und vor allem begrenzt diese Ressource ist. Sauberes Wasser wird immer knapper und das hat fatale Folgen, die uns irgendwann alle betreffen werden.

Um die Wasserknappheit wenigstens ein Stück weit einzudämmen, kannst du zu Hause sowie auf Reisen sparsam mit Wasser umgehen. Drehe den Wasserhahn beim Zähneputzen zu, reduziere deine Zeit unter der Dusche und lasse deine Handtücher und Bettlaken nicht täglich wechseln, denn das spart nicht nur Wasser, sondern reduziert auch unnötigen Waschmittelverbrauch. Zu Hause wirfst du dein Handtuch ja auch nicht nach einem Mal duschen in die Waschmaschine, oder?

#6 Bewusst mit Ressourcen umgehen

Nachhaltig reisen bedeutet neben dem Wassersparen, auch mit anderen Ressourcen bewusst umzugehen. Wie oft habe ich in Hotels schon beobachtet, dass Reisende Fernseher und Klimaanlagen laufen und Lichter brennen lassen, wenn sie ihre Zimmer verlassen, nur um Stunden später in einen hell erleuchteten, klimatisierten Raum zurückzukehren. Sowas muss nun wirklich nicht sein.

#7 Mit verantwortungsvollen Unternehmen reisen

Verantwortungsvolle Reiseunternehmen zeichnen sich dadurch aus, dass sie faire Löhne an ihre Mitarbeiter zahlen, dass sie sich für den Erhalt der Natur einsetzen, nachhaltige Unterkünfte anbieten, den Menschen und ihrer Kultur mit größtem Respekt begegnen, lokale Guides einsetzen und ihr Engagement transparent machen.

Bist du lieber individuell und ganz ohne Reiseveranstalter unterwegs, kannst du im Urlaubsland darauf achten, dass du ortsansässige Touranbieter für Tagesausflüge unterstützt. Im besten Fall kommt der Erlös der Tour den Einheimischen vor Ort zugute.

Verantwortungsvolle und mit dem TourCert Sigel ausgezeichnete Reiseveranstalter findest du zum Beispiel bei TourCert. Die Klimaschutzorganisation atmosfair führt außerdem eine Liste klimafreundlicher Reiseveranstalter, die ihre Reisen ganz oder zum Teil kompensieren.

#8 In nachhaltigen Unterkünften übernachten

Nachhaltig reisen betrifft nicht nur die Auswahl des Reiseveranstalters, sondern auch die der Unterkünfte. Wer auf große Hotelketten verzichtet und stattdessen in lokalen, familiengeführten Pensionen oder Homestays übernachtet, unterstützt nicht nur die Bevölkerung, sondern erhält einen authentischen Einblick in die Kultur des Landes.

Bevorzugst du trotzdem ein Hotel oder gar eine Kette, solltest du darauf achten, dass deine Unterkunft nachhaltig zertifiziert ist. Der absolute Traum wäre natürlich, dass das Hotel Bettlaken aus fair gehandelter Baumwolle verwendet, Strom selbst produziert, den Wasser- und Abfallverbrauch minimiert, den Garten mit Regenwasser bewässert, gesunde und regionale Lebensmittel anbietet, auf Wegwerf-Pflegeprodukte im Bad verzichtet, Fahrräder für die Gäste zur Verfügung stellt, Handtücher ohne Chemikalien wäscht und auf unnötige Lebensmittelverschwendung verzichtet.

Für den Anfang tut es allerdings auch ein zertifiziertes Biohotel oder eine durch Green Key Global ausgezeichnete Unterkunft.

#9 Vegan oder vegetarisch ernähren

Dass die industrielle Massentierhaltung eines der größten Verbrechen der Menschheit ist, ist mittlerweile zum Glück bereits einigen Menschen bewusst. Dass es hierbei jedoch nicht nur um die Tiere, sondern auch um die eigene Gesundheit und vor allem um die Umwelt geht, das dämmert den meisten erst so langsam.

Je nach Quelle werden bis zu 51 Prozent des weltweiten CO2 Ausstoßes auf die Massentierhaltung zurückgeführt und das ist weitaus mehr, als durch alle Autos, Flugzeuge und Schiffe der Welt zusammen entsteht. Wer noch weitere Gründe braucht, um Vegetarier zu werden, der sollte unbedingt das Buch Tiere essen lesen.

#10 Keinen Müll hinterlassen

Laut der Deutschen Umwelthilfe landen jährlich rund 10 Millionen Tonnen Plastikmüll in unseren Ozeanen. Wenn wir so weitermachen, wird 2050 mehr Plastik im Meer schwimmen als Fische. Aber nicht nur die Meere, sondern auch Wälder, Strände und Nationalparks sind zugemüllt, weil Reisende ihre Abfälle gerne in der Natur liegen lassen oder achtlos aus dem fahrenden Auto werfen.

#11 Stoffbeutel statt Plastiktüte

Seitdem man an Deutschlands Supermarktkassen für Plastiktüten bezahlen muss, ist der Verbrauch zum Glück deutlich gesunken. Leider ist das in vielen anderen Ländern noch nicht der Fall. Im Gegenteil, in den USA oder in Südostasien wird man an der Kasse regelrecht mit Plastiktüten zugeschmissen.

Das Einfachste, was du für den Umweltschutz und Nachhaltigkeit auf Reisen tun kannst, ist deshalb, immer einen Stoffbeutel dabei zu haben. So lässt sich zum Beispiel auch ein Brot unverpackt transportieren.

#12 Langsam reisen

Langsam reisen anstatt in Windeseile von einem Ort zum nächsten zu hetzen, nur um ein ganzes Land während eines zweiwöchigen Urlaubes „abzuhaken“ ist nicht nur für das eigene Erlebnisse sinnvoller, sondern auch besser für den Umweltschutz. Du lernst Land und Leute intensiver kennen, wenn du dir Zeit lässt, kannst dich mit anderen Reisenden zusammenschließen und Fahrgemeinschaften bilden oder lange Strecken per Zug zurücklegen.

Weitere Anregungen zum entschleunigten Reisen gibt Dan Kieran in seinem Buch Slow Travel.

#13 Monatshygieneartikel vermeiden

Abgesehen davon, dass handelsübliche Tampons krebsverdächtige Substanzen beinhalten, die im Körper nichts zu suchen haben und der Gesundheit nachweislich schaden, produzieren Tampons, Binden und Slipeinlagen gigantische Mengen an Müll, die sich durch die Verwendung einer Menstruationstasse oder durch Naturschwämmchen einfach vermeiden lassen.

Gleiches gilt für Wattepads und Einwegrasierer aus Plastik, die zu Hause sowie auf Reisen durch Waschlappen und einen Rasierhobel aus Metall ersetzt werden können.

#14 Biologisch abbaubare Kosmetik verwenden

Seit meiner Reise durch die Wüste Sinai ist mir bewusst geworden, wie wichtig es ist, biologisch abbaubare Kosmetik zu verwenden – und das nicht nur in der freien Natur, denn selbst wenn wir uns an Orten waschen, die an Kläranlagen angeschlossen sind, bleiben gefährliche Rückstände, wie Mikroplastik, im Wasser und landen am Ende ungefiltert in unseren Ozeanen. Dies gilt vor allem für Shampoos, Seifen, Duschgel und Zahnpasta. Auch Sonnencreme landet beim Schwimmen in Seen und Meeren ins Ökosystem und schadet Riffen, Korallen und anderen Meeresbewohnern.

Biologisch abbaubare Kosmetik findest du zum Beispiel bei Greendoor, Sodasan oder Dr. Bonners. Zum Zähneputzen empfehle ich dir vegane Zahnputztabletten ohne Fluorid, die ganz ohne Binde- und Konservierungsmittel auskommen, bei der Herstellung kein Wasser benötigen, nicht in Plastiktuben verpackt sind, komplett biologisch abgebaut werden können und zu guter Letzt auch noch weniger wiegen als herkömmliche Zahnpasta.

#15 Lokale Restaurants besuchen

Auf Märkten oder in kleinen, lokalen Restaurants zu essen, ist nicht nur ein authentisches Urlaubserlebnis, sondern sorgt auch dafür, dass das Geld bei den Einheimischen bleibt und nicht den großen, internationalen Fast Food Konzernen zugute kommt, die ohnehin nur ungesundes Plastikessen verkaufen und ihre Lebensmittel rund um den Globus transportieren.

#16 Outdoorkleidung ohne Giftstoffe kaufen

Nachhaltig reisen hat nicht nur mit der Anreise und Fortbewegung im Urlaubsland zu tun, sondern fängt bereits bei der Auswahl von Ausrüstung und Outdoorkleidung an. Vor allem wasserabweisende, winddichte und atmungsaktive Kleidungsstücke, Wanderschuhe und Rucksäcke sind in den meisten Fällen mit umwelt- und gesundheitsschädlichen Kunststoffwachsen beschichtet, die durch Abrieb, Regen und Waschen in die Umwelt gelangen.

Funktionskleidung, die ohne chemisch behandelte Fasern auskommt, ist leider (noch) die Seltenheit, allerdings gibt es einige gute Alternativen aus Naturfasern, die mit mineralölfreiem Wachs beschichtet werden können. Vorreiter in der Branche sind die amerikanische Firma Patagonia oder der deutsche Ökoversand Hessnatur, der Outdoorjacken aus Bio-Baumwolle anbietet, die keine Chemikalien enthalten, mit Bienenwachs und natürlichen Ölen imprägniert und komplett biologisch abbaubar sind.

#17 Abenteuer vor der Haustür erleben

Der beste Tipp fürs Reisen ohne ökologischen Fußabdruck ist, das ein oder andere Mal auf eine Fernreise zu verzichten und stattdessen den Urlaub in Deutschland zu verbringen, denn nachhaltig reisen funktioniert am besten im eigenen Land. Ob Großstadt oder Winzerdorf, Berge oder Meer, ob Wanderurlaub oder Fahrradtour, in Deutschland gibt es jede Menge zu entdecken und erleben. Inspiration findest du in meiner Rubrik Deutschland.

Buchempfehlungen

Wer sich intensiver mit den Themen Klimawandel, Umweltschutz und Nachhaltigkeit beschäftigen möchte, dem kann ich folgende Bücher ans Herz legen. Beide geben wertvolle Tipps, die nachhaltiges Reisen möglich machen.

 

Radio Podcast mit globusliebe

Für den Radiosender WDR habe ich gestern im Live-Interview im Studio in Köln mit Moderator Achim Schmitz-Forte über das Thema „nachhaltig reisen“ gesprochen. Die ganze Sendung kannst du dir bis August 2020 als Podcast anhören.


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3 Kommentare
  1. Antworten

    Step

    19. August 2019

    Das ist ein schwieriges Thema für alle Reisebegeisterten. Grundsätzlich geb ich dir in Allem Recht, auch ich bemühe mich, so gut es geht. Trenne Müll (immer schon), versuche weniger Verpackung zu kaufen solange hygienisch vertretbar, nehme keine Plastiksackerln sondern Stofftaschen, versuche auch lokal hergestellte Lebensmittel und auch Kleidung nicht aus Massenproduktion zu kaufen, esse sicher viel weniger Fleisch als früher (ganz ohne schaff ich nicht, dazu schmeckt es mir zu gut, wenn aber dann eher in teurer regionaler Bio Qualität und kein 3 EUR Huhn). Ich besitze kein Auto und fahre Fahrrad oder mit öffentlichen Verkehrsmitteln (was recht einfach geht wenn man praktisch im Zentrum Wiens wohnt und somit auch privilegiert ist). Ich buche bei einheimischen Reiseveranstaltern oder solchen, die lokale Projekte unterstützen, ich mag auch keine Massenhotels sondern hab es gerne klein und individuell was die Unterkunft betrifft.

    Ich weiß, dass es im Moment sehr populär ist, „Flygscham“ zu entwickeln, und Ausflüge vor der Haustüre sind zwar nett, sind aber für mich kein Reisen, weil ich dabei keine neue Kultur, keine neuen Sichtweisen und anderen Lebensweisen kennenlerne, weil ich damit zwar ein paar nette Cafés und schöne Landstriche meiner Heimat entdecke, aber nicht meinen Horizont erweitere. Und vor Allem darum geht es mir beim Reisen – regelmäßig zu sehen und daran erinnert zu werden, dass so wie wir leben nur ein Bruchteil der Menschheit lebt und wir jede Minute dankbar sein sollten über dieses Privileg. Und nein, ich habe keinen Prinzessinnen Sohn, der mich über den Atlantik schippert (ich hab gar nix gegen Greta Thunbergs Aktion, nein, ich finde es gut, was sie tut, natürlich ist es Publicity, und so ein Thema braucht Publicity um überhaupt ins allgemeine Bewusstsein zu dringen und so wie Fridays for future zur Massenbewegung zu werden). Trotzdem – ich lebe quasi für das Reisen – und das einzuschränken würde mein Leben in einer Weise ändern, die es für mich weniger lebenswert macht. Und ja, ich gebe zu, dass ich, sobald ich daheim frei habe, schon wieder auf Urlaubspiraten nach dem nächsten Schnäppchen jage. Trotzdem schäme ich mich nicht dafür, denn es ist mein Leben so wie ich es leben will. Dazu stehe ich auch wenn es nicht populär ist. Naja, wollte nur meinen Standpunkt zum Thema beitragen…..

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Julia Lassner globusliebeHi, ich bin Julia,

das Gesicht hinter globusliebe. Ich bin 32 Jahre alt, lebe in Berlin und in der Eifel, arbeite seit 5 Jahren als Bloggerin und Fotografin und bin Autorin der Bücher »Fernweh« und »Wie uns Reisen glücklich macht«. Auf globusliebe zeige ich dir die schönsten Orte in Deutschland und auf der ganzen Welt. ➸ Weiterlesen

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