Fragen an globusliebe
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Ask me anything: 30 Fragen, die ihr mir gestellt habt

Von
16. Juni 2019

Ob ich an Gott glaube, ob ich jemals Kinder haben möchte, wie man erfolgreiche Reisebloggerin wird, mit welcher Kamera ich fotografiere, wie ich Kooperationspartner finde, wie ich zum Thema Nachhaltigkeit stehe und was sich seit der Wüstenreise bei mir verändert hat, sind einige der Fragen, die ihr mir immer wieder stellt. In diesem Post beantworte ich alle – auch die unangenehmen.

Was machst du beruflich?

Seit 2014 arbeite ich als selbstständige Reise- und Lifestyle Bloggerin, Buchautorin und Fotografin.

Kannst du von deinem Blog leben?

Da ich es bei meinem Sprung in die Selbstständigkeit leider versäumt habe den Existenzgründerzuschuss zu beantragen und ich kein großes Startbudget für mein Unternehmen hatte, waren die ersten Jahre ehrlich gesagt ziemlich kritisch. Während ich den Blog großgezogen habe, hielt ich mich mit diversen Nebenjobs in Berlin über Wasser. Ich arbeitete auf Festivals und Messen, im Post-Sortierzentrum einer großen Versicherung und bei miesen Zeitarbeitsfirmen, um meine monatlichen Miet- und Nebenkosten zu decken. Es war eine ziemlich harte Zeit, in der wenig Geld zum Leben blieb, aber ich habe gekämpft und an meinen Traum geglaubt.

Seit 2017 habe ich keine Nebenjobs mehr und kann von meiner Selbstständigkeit leben. Dazu gehören jedoch nicht nur Instagram und der Blog, sondern auch meine beiden Bücher sowie diverse andere Projekte, mit denen ich mein Geld verdiene.

Hast du eine Ausbildung? Was hast du gelernt?

Nach der Realschule habe ich mein Fachabitur im Bereich Wirtschaft und Verwaltung gemacht. Danach habe ich Medienkauffrau für Digital- und Printmedien bei einem Zeitungsverlag gelernt und bin anschließend in die Niederlande gezogen, um International Media & Entertainment Management zu studieren. Während meines Auslandssemesters in Südostasien habe ich mich auf den Bereich Event Management konzentriert.

Gibt es etwas, das du bereust?

Grundsätzlich bin ich davon überzeugt, dass nichts im Leben ohne Grund passiert und wir aus vermeintlichen Fehlern lernen – auch wenn wir die Lektionen oft erst viel später verstehen und annehmen können. Ich möchte deshalb nichts aus meinem bisherigen Leben wegradieren, auch keine negativen Erlebnisse, Enttäuschungen oder Misserfolge, denn sie alle haben mich zu dem Menschen gemacht, der ich heute bin.

Was ich bereue sind eher die kleinen Momente im Leben. Die, in denen ich vorschnell etwas ausgesprochen und später dann doch nicht so gemeint habe, meine Worte aber nicht mehr zurücknehmen konnte. Momente, in denen ich zu sehr mit mir selbst und meinen Zielen beschäftigt war, sodass ich andere Menschen vor den Kopf gestoßen habe. Momente, in denen ich mir gewünscht hätte den Verstand auszuschalten und mehr auf mein Bauchgefühl zu hören. Momente, in denen ich versäumt habe etwas Wichtiges auszusprechen, das mir auf der Seele brannte und es dann für immer zu spät war. Momente, in denen ich mir gewünscht hätte selbstsicherer zu sein und mich nicht von anderen entmutigen zu lassen.

Was würdest du tun, wenn du 1 Million Euro im Lotto gewinnen würdest?

Ich habe zwar noch nie im Leben Lotto gespielt, aber wenn mir jemand 1 Million Euro schenken würde, dann würde ich mir wahrscheinlich als allererstes einen großen Lebenstraum erfüllen, mir endlich einen Bus kaufen, ausbauen und damit durch Europa reisen. Außerdem würde ich mich finanziell für die Zukunft absichern, was in der Selbstständigkeit meistens zu kurz kommt. Ich würde meine Familie absichern und ein soziales Projekt unterstützen. Vielleicht würde ich mir irgendwo ein kleines Bauernhaus kaufen, renovieren und mit schönen Holzmöbeln einrichten.

Ansonsten würde ich wahrscheinlich gar nicht so viel anders machen als bisher. Ich würde globusliebe weiterführen, weiterhin reisen, fotografieren und schreiben, weil meine Arbeit das ist, was ich von Herzen tue.

Glaubst du an Gott?

Hättet ihr mir diese Frage vor fünf Jahren gestellt, hätte ich lauthals NEIN geschrien. Ich bin nicht christlich erzogen worden, bin nie in die Kirche gegangen und habe auch heute nichts mit dem katholischen Glauben zu tun.

In den letzten Jahren habe ich mich jedoch auf einer neuen Ebene mit dem Thema Gott beschäftigt. Ich habe sämtliche Bücher über den Buddhismus, den Hinduismus, den Islam und das Christentum gelesen und einen alternativen Zugang zum Glauben gefunden, der sich für mich richtig anfühlt. Heutzutage kann ich sagen, dass es in meiner Vorstellung einen Gott gibt, ich nenne ihn jedoch lieber Universum, höhere Macht oder spirituelle Energie. Ein gutes Buch zu diesem Thema ist zum Beispiel Gespräche mit Gott.

Was ist dein liebstes Reiseziel?

Immer und immer wieder wird mir diese Frage in Interviews gestellt und ich hasse es, sie zu beantworten, denn ich habe mir abgewöhnt, Länder oder Orte ständig miteinander zu vergleichen. Wo war der Strand weißer, das Meer klarer, wo war es am spektakulärsten, am gefährlichsten, am abenteuerlichsten?

Was für mich eine gute Reise ausmacht, ist oft gar nicht das Reiseziel selbst, sondern es sind viel mehr die Erfahrungen, die ich unterwegs sammle, das Freiheitsgefühl und die Menschen, mit denen ich unterwegs bin. Ein Roadtrip mit meiner Schwester, 2,5 Monate in einem klapprigen Campervan durch Australien, war die schönste Reise meines bisherigen Lebens. Trotzdem würde ich Australien nicht unbedingt als mein allerliebstes Reisziel beschreiben.

Es gibt so viele schöne Orte auf dieser Welt, an die ich mein Herz bereits verloren habe und die ich immer wieder bereisen würde, aber mich auf ein bestimmtes Lieblingsreiseziel festlegen, das möchte ich nicht.

Was ist für dich das Schönste am Reisen?

In meinem neuen Buch Wie uns Reisen glücklich macht schreibe ich: „Mit dem allerersten Schritt, den wir aus unserer Haustür machen, um eine Reise anzutreten, lassen wir die Blase unserer Routine platzen. Wir treten hinaus in die Welt. Das Abenteuer beginnt. Alles auf Anfang. Was uns unterwegs erwartet, welche Überraschungen wir erleben, welche Hürden wir meisten, was uns auf unserem Weg begeistern, verzaubern und erstaunen wird, wie wir uns verändern und als welcher Mensch wir zurückkehren, das alles wissen wir nicht.“ Das ist für mich das Schönste am Reisen.

Reist du gerne alleine?

Nein, ich reise überhaupt nicht gerne alleine. Um das herauszufinden, kaufte ich mir 2013 ein One-way-Ticket nach Neuseeland und reiste mehrere Monate lang alleine. Es war eine irrsinnige Erfahrung, die ich um nichts in der Welt missen möchte, denn das Alleinereisen hat mich extrem viel über mich selbst gelehrt, aber es hat mir auch die Erkenntnis gebracht, dass ich schöne Momente lieber mit einem Herzmenschen teile. Roadtrips, Sonnenuntergänge und Aperol Spritz machen zu zweit einfach viel mehr Spaß!

Wer macht die Fotos von dir?

Da ich nur selten alleine unterwegs bin, muss ich glücklicherweise auch nur selten mit Stativ arbeiten. Fotos auf denen ich selbst zu sehen bin, macht meistens meine Freundin und Arbeitskollegin Jana von Sonne & Wolken, mit der ich sehr oft gemeinsam unterwegs bin. Auf Instagram verlinke ich immer den entsprechenden Fotografen unter dem Bild.

Wohin möchtest du unbedingt mal reisen? 

Länder, die noch auf meiner Bucket List stehen, sind zum Beispiel Georgien, Mongolei, Iran, Nepal, Myanmar, Kroatien, Guatemala, Aserbaidschan, Chile, Namibia und La Réunion.

Würdest du dich als Influencer bezeichnen?

Das kommt stark drauf an, wie man den Begriff Influencer interpretiert. Sicherlich habe ich mit fast 100.000 monatlichen Bloglesern und 25.000 Instagram Followern einen gewissen Einfluss auf Menschen, die meine Inhalte konsumieren. Trotz oder gerade wegen dieser Reichweite möchte ich mich aber nicht als Werbemarionette verkaufen und jeden Tag ein neues Produkt in die Kamera halten.

Wenn ich allerdings bedenke, dass sich wegen meines unbeauftragten und unbezahlten Artikels über meine Wüstenreise so viele Frauen ebenfalls dazu entschieden haben, an einem Seminar teilzunehmen, sodass Anna Nussbaumer von Apur im November 2019 spontan eine zusätzliche Wüstenreise anbietet, dann würde ich das schon als meinen positiven Einfluss bezeichnen und freue mich sehr darüber, dass ich andere Menschen mit meinen Texten und Fotos berühre, erreiche, motiviere, inspiriere und damit etwas in dieser Welt zum Positiven verändern kann.

Wie oft verreist du?

Diese Frage lässt sich nicht so pauschal beantworten, denn manchmal bin ich vier Wochen am Stück unterwegs, dann mal nur zwei Tage. In einigen Monaten breche ich vier Mal auf, ein anderes Mal verbringe ich fünf Wochen am Stück zu Hause und arbeite im Büro. 2018 war ich insgesamt etwa sechs Monate unterwegs.

Möchtest du Kinder haben?

Nein, ich möchte keine Kinder haben und bin mir in dieser Sache sehr, sehr sicher. Ich habe kein Problem mit Kindern und bewundere Menschen, die Kinder zur Welt bringen und das Elternsein als erfüllend empfinden. Ich hingegen möchte frei über mein Leben, meine Freizeit, meinen Körper und meine Arbeit bestimmen.

Ja, das mag für manche vielleicht egoistisch klingen, aber ich möchte nun mal keine Verantwortung für einen kleinen Menschen übernehmen und eines steht definitiv fest: globusliebe.com wird niemals ein Mama-Blog oder ein Reisen-mit-Kind-Blog werden.

Wie stellst du dir dein Leben in zehn Jahren vor?

Eine Frage, an der ich mir nun schon seit Tagen den Kopf zerbreche und ehrlich gesagt keine Antwort finde. Ich weiß nicht, wo ich in zehn Jahren sein möchte. Ich weiß nur, dass ich gesund und glücklich sein möchte. Wie und wo, das ist mir relativ egal bzw. lasse ich es einfach auf mich zukommen.

Wie hast du einen Verlag für deine Bücher gefunden?

Es war zwar schon immer mein großer Traum irgendwann mal ein Buch zu schreiben, trotzdem habe ich nie aktiv nach einem Buchverlag gesucht. Bisher kamen die Gelegenheiten ganz von alleine in mein Leben. Vor zwei Woche kam bereits der dritte Verlag auf mich zu und bot mir ein Buchprojekt an. Aktuell werde ich aber erst mal keins schreiben. Vielleicht in 2020 wieder?!

In welchem Land (außer Deutschland) könntest du dir vorstellen zu leben?

Puh, eine sehr schwierige Frage. Ich lebe sehr gerne in Deutschland, nicht nur weil ich Deutschland als Reiseland wunderschön finde, sondern auch weil ich die enormen Vorteile, wie zum Beispiel die soziale Absicherung, unser Krankensystem, freie Meinungsäußerung, Wahlrecht usw. sehr zu schätzen weiß. Auch sauberes Trinkwasser, eine stabile Währung und das Überangebot an Lebensmitteln, Technik und anderen Produkten sind für uns selbstverständlich, während es in vielen anderen Ländern an allem mangelt.

Würde ich Mentalität und Lebensfreunde in den Topf werfen, würden mir natürlich auch Länder wie Italien und Spanien sehr gut gefallen, aber da ich nicht einmal die Sprache spreche, käme sowas höchstens mal für ein paar Monate in Frage.

Wo kaufst du deine schönen Kleider?

Einige meiner Kleider sind von H&M, Zara, ASOS, Mango und anderen sogenannten Fast Fashion Labels. Gute, nachhaltige Kleidung kaufe ich bei der schwedischen Naturmarke Gudrun Sjödén, bei Kauf dich glücklich oder bei Hess Natur. Auf Reisen zieht es mich meist in kleine, individuelle No-Name-Boutiquen mit fairer Mode oder in Second Hand Shops. Außerdem kaufe ich viel Gebrauchtes über Kleiderkreisel und auf Flohmärkten.

Was möchtest du in deinem Leben noch lernen?

Es gibt so vieles, das ich in meinem Leben gerne noch lernen möchte. Sprachen gehören auf jeden Fall dazu, zum Beispiel Spanisch und Italienisch. Außerdem würde ich gerne noch so viel mehr über Astrologie und Astronomie lernen, über Psychologie, über die unterschiedlichen Kulturen auf dieser Welt, über die Geschichte, über Politik und über Nachhaltigkeit.

Mit welcher Kamera fotografierst du?

Die meisten meiner Fotos sind mit der spiegellosen Vollformat Kamera Sony Alpha 7 III gemacht. Als günstige Alternative empfehle ich immer meine Ersatzkamera Sony Alpha 6300 mit einem guten Objektiv. Weitere Infos zu beiden Kameras, zu den Objektiven, die ich nutze, zur Bildbearbeitung und zusätzlichem Foto-Equipment findet ihr in meinem kürzlich aktualisierten Blogpost über Reisefotografie.

Was ist deine Motivation vegetarisch zu essen?

Ich bin zum Glück sehr fleischarm aufgewachsen und mochte schon als Kind nur die Lebensmittel, die möglichst wenig nach Tier aussahen, zum Beispiel Hackfleisch, Fischstäbchen oder Chicken Nuggets in Dinosaurierform. Mein endgültiger Entschluss gar keine Tiere mehr zu essen, fiel Ende 2014, nachdem ich mich mehr und mehr mit Massentierhaltung beschäftigt hatte und mich Fleisch einfach nur noch anwiderte. Ich mag auch den Geschmack von Fleisch nicht und kaufe deshalb weder Beyond Burger noch andere Ersatzprodukte, die nach Fleisch schmecken.

Milchprodukte wie Eier und Käse esse ich trotzdem, denn ich bin davon überzeugt, dass es meinem Körper besser tut, ein Ei von einem gesunden Huhn aus der Region zu essen, als irgendein veganes, in Plastik verpacktes Fertigprodukt aus Sojaprotein und unzähligen Farb- und Konservierungsstoffen.

Grundsätzlich halte ich nicht viel von selbstauferlegten Dogmen oder Extremen, sondern finde es viel sinnvoller auf den eigenen Körper zu hören und gute Lebensmittel zu essen. Gut bedeutet dabei im besten Fall frisch, selbst gekocht, aus der Region, mit kurzen Transportwegen und ohne Pestizide. Für manche Menschen kann das natürlich auch gerne auch mal ein Stück Fleisch sein, solange es nicht aus der Massentierhaltung kommt und mit Antibiotika vollgepumpt wurde.

Wie stehst du zum Thema Nachhaltigkeit? 

Mir ist bewusst, dass ich als Reisebloggerin häufig fliege und der Umwelt damit schade. Unsere Umwelt ist mir trotzdem nicht egal. Im Gegenteil. Ich befinde mich aktuell in einer Phase, in der mein Bewusstsein für Nachhaltigkeit, Konsumverhalten und Klimaschutz von Tag zu Tag wächst. Ich lese viel, hinterfrage, informiere mich, probiere aus und denke um. Dennoch finde ich es extrem schwierig, meinen Job mit Nachhaltigkeit und Klimaschutz unter einen Hut zu bringen.

Anfang 2019 habe ich mich dazu entschieden, keine weiten Flugreisen für Kurztrips mehr anzunehmen oder zu promoten (erst letzte Woche habe ich eine Einladung zu einem dreitägigen Trip auf die Malediven abgelehnt). Aufs Jahr gesehen möchte ich weniger Fernreisen machen und dafür mehr in Deutschland reisen, mehr mit der Bahn unterwegs sein und mit nachhaltigen Unternehmen arbeiten. Das heißt jedoch nicht, dass ich ab sofort radikal aufs Fliegen verzichte.

Dass ich kein Fleisch esse (das für nahezu 70 Prozent der Treibhausgasemissionen verantwortlich ist), dass ich versuche immer mehr plastikfrei zu leben, dass ich Müll akribisch trenne, dass ich selbst hergestellte Wasch- und Putzmittel verwende und dass ich Wegwerfprodukte wie Tampons, Kaffee-to-go-Becher und Plastiktüten boykottiere, sollen alles keine Rechtfertigungen für meine Flugreisen sein, aber es sind kleine Schritte, in die richtige Richtung. Niemand ist perfekt und niemand muss alles zu 100 Prozent richtig machen. Viel wichtiger wäre es, wenn jeder ein bisschen tun würde, denn dann wäre unserer Umwelt schon so viel mehr geholfen.

Hast du Tattoos?

Ja, ich habe zwei Tattoos. Eins am Fuß, das ich bereue, das andere am Arm, das ich sehr mag. Das erste ist ein Freundschaftstattoo, das ich mir, gemeinsam mit meiner damals allerbesten Freundin, mit 18 habe stechen lassen. Heute gefällt es mir nicht mehr. Es stört mich jedoch nicht so sehr, dass ich es entfernen lassen würde. Das ist mir mein Geld, die Zeit und das Risiko nicht wert.

Welches Sternzeichen bist du?

Ich bin Skorpion. Es hat lange gedauert, bis ich mich mit Sonnen-, Mondzeichen und Aszendenten beschäftigt habe und ich bin auch heute noch nicht überzeugt davon, dass alle Menschen auf dieser Welt, die im gleichen Monat, aber in völlig unterschiedlichen Jahren geboren sind, die gleichen Charaktereigenschaften haben sollen. Dennoch finde ich mich in einigen Merkmalen des Skorpions wieder.

Es heißt zum Beispiel, dass im Skorpion geborene Menschen zielstrebig und fleißig, individuell und kämpferisch sind und eine große Willensstärke haben. Trifft bei mir absolut zu. Dass sie unversöhnlich und rechthaberisch sind und oft misstrauen stimmt ebenfalls.

Mein Aszendent ist übrigens Krebs. In dem, was ich bisher darüber gelesen habe, finde ich mich nicht wieder. Aber vielleicht kennt sich jemand von euch ja besser mit dem Thema aus?! Ich würde gerne mehr darüber erfahren.

Wie findest du Kooperationspartner?

In den allermeisten Fällen finden Kooperationspartner mich, nicht umgekehrt. Ich bin in der glücklichen Lage, dass mein Blog mittlerweile so bekannt ist, dass Firmen, die mit mir arbeiten wollen, auf mich zukommen, mir ihre Ideen präsentieren und gemeinsame Projekte vorschlagen. Kann ich mir eine Zusammenarbeit vorstellen, erstelle ich ein Angebot und lasse eigene Ideen einfließen.

Viele Anfragen landen jedoch auch unbeantwortet im Mülleimer, weil sie so dermaßen dreist sind, dass mir keine Antwort dazu einfällt. Wer meine Arbeit nicht wertschätzt, mit dem arbeite ich nicht. Sehr viele Firmen haben zum Beispiel noch immer nicht verstanden, dass guter, mit viel Aufwand, Zeit, Kreativität und Herzblut produzierter Content sowie eine große Reichweite Geld kosten und ich mich nicht mit einer gratis Hotelübernachtung oder einer kostenlosen Handyhülle im Wert von 20 Euro ködern lasse. Ich frage mich bei solchen Fällen jedes Mal, ob diese Menschen auch zum Friseur gehen und sagen: „Bezahlen kann ich Sie leider nicht, aber die Haare hätte ich trotzdem gerne geschnitten. Sie stehen ja sowieso hier rum und haben die Schere in der Hand.“

Wie wurdest du zum Digitalen Nomaden?

Ich bin kein Digitaler Nomade, möchte niemals einer werden und wundere mich immer wieder darüber, dass man als Reiseblogger automatisch in die Schublade Digitaler Nomaden gesteckt wird. Ich kann zwar ortsunabhängig von überall auf der Welt arbeiten und nutze diese Freiheit häufig, habe aber trotzdem einen festen Wohnsitz und ein festes Büro.

Als ich noch auf Kreuzfahrtschiffen gearbeitet und vier Jahre lang keine Wohnung in Deutschland mehr hatte, habe ich mich oft nach einem Ankerpunkt gesehnt. Heutzutage kann ich mir ein Leben ohne diesen Ankerpunkt gar nicht mehr vorstellen. Ich genieße es nach jeder Reisen (egal ob privat oder beruflich) nach Hause kehren zu können und einen Rückzugsort zu haben, an dem ich mich geborgen fühle und meine Batterien aufladen kann.

Wie wird man erfolgreiche Reisebloggerin?

Was bedeutet erfolgreich? Die Reichweite? Der Einfluss? Die Bekanntheit? Das Einkommen? Eine schwierige Frage, die zunächst jeder für sich selbst definieren sollte. Für mich persönlich bedeutet Erfolg, wenn ich meine selbstgesteckten Ziele erreiche. Viele davon habe ich in den letzten Jahren in meinem Job bereits erreicht, an anderen arbeite ich noch.

Leider gibt es kein Geheimrezept mit Step-by-Step-Anleitung zum erfolgreichen Reiseblog. Die falsche Herangehensweise ist sicherlich mit dem Ziel anzufangen, möglichst bekannt und möglichst reich zu werden. Vielmehr geht es darum, seine Berufung zum Beruf zu machen. Es geht darum, eine Leidenschaft für ein spezielles Thema zu haben, sich für dieses Thema einzusetzen, dabei authentisch zu sein, Empathie zu entwickeln und zu lernen, wie man Menschen erreicht.

Häufig werde ich auch gefragt, ob es heutzutage noch Sinn macht, einen Reiseblog zu gründen oder ob die Branche längst überlaufen ist. Auch diese Frage kann ich euch nicht beantworten, denn es gibt nie eine Garantie – weder für den Erfolg noch fürs Scheitern. Die einzige Möglichkeit es herauszufinden ist MACHEN! Mitbringen solltest du allerdings einen Haufen Geduld, Durchhaltevermögen und Willensstärke.

Bist du eher introvertiert oder extrovertiert?

Definitiv introvertiert. Ich würde mich zwar nicht als schüchtern beschreiben, zähle aber eher zu den Menschen, die Rückzug und Stille zum Abschalten brauchen und gerne auch mal alleine sind. Ich liebe lange, intensive Gespräche, habe gerne Freunde und Familie um mich und lerne gerne neue Menschen kennen, allerdings bin ich anfangs eher zurückhaltend und brauche ein wenig Zeit zum Auftauen.

Ich hasse Smalltalks mit Fremden, stehe nur ungern im Mittelpunkt oder ziehe die Aufmerksamkeit einer gesamten Gruppe auf mich. Es überfordert mich, dauerhaft von Menschen umgeben zu sein, vor allem von lauten. Deshalb schätze ich ruhige Menschen mehr, als solche, die pausenlos quatschen.

Was liebst du an deinem Leben?

Auch wenn die Selbstständigkeit ihre negativen Seiten und Herausforderungen mit sich bringt, liebe ich meine Freiheit, jeden Tag so zu gestalten, wie ich es möchte. Ich liebe es ortsunabhängig arbeiten und leben zu können, mein eigener Chef zu sein, mich kreativ ausleben zu können und mich täglich mit den Dingen beschäftigen zu können, für die ich brenne.

Was hat sich seit der Wüstenreise bei dir verändert?

Seit meiner Wüstenreise habe ich mein Arbeitspensum extrem runtergefahren. Ich sitze nur noch selten bis spät in die Nacht vor dem Bildschirm und habe viele Projekte, coole Kooperationen und Reisen abgesagt bzw. gar nicht erst angenommen, um mich nicht schon wieder heillos zu überschlagen.

Ich habe es geschafft, den enormen Druck, der in den letzten Monaten auf meinen Schultern lastete, zu verringern. Ich fühle mich nicht mehr so gestresst und ausgelaugt, kann wieder besser schlafen und entspannen. Das Herzrasen ist verschwunden, das Ohrenfiepen ebenfalls. Ich nehme mir mittlerweile regelmäßige Auszeiten, genieße die Sonne, halte mich sehr viel in der Natur auf, ernähre mich besser, mache endlich wieder Sport und achte auf mich selbst.


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2 Kommentare
  1. Antworten

    Julia

    17. Juni 2019

    Liebe Julia,

    ein ganz wundervoller Beitrag. Es war super spannend, noch ein wenig mehr über dich zu erfahren. Viele deiner Ansichten teile ich – insbesondere ins Auge gestochen ist mir der Punkt Familienplanung. Ich bin zu 100 % deiner Meinung und empfinde genauso, stoße damit in meinem (näheren) Umfeld allerdings immer wieder negativ auf. Entweder können die Leute nicht verstehen, wieso man keine Kinder möchte oder aber sie können es einfach nicht akzeptieren. Als ob man als Frau nur dann ein erfülltes Leben führen kann, wenn man Mutter ist. Ich finde es schade, dass die Gesellschaft uns noch viel zu häufig genau das vorlebt, nämlich, dass es in einem bestimmten Alter einfach an der Zeit ist, eine Familie zu gründen. Ich finde es toll, wenn man Kinder möchte, ich sehe mich allerdings nicht als Mutter, nicht jetzt und auch nicht in Zukunft. Deshalb reagiere ich auf diese Frage mittlerweile sogar etwas zickig wenn ich ehrlich bin oder ich ignoriere sie einfach vollkommen und tue so, als hätte die Frage nie mein Gehör erreicht. Ich finde es toll, Menschen zu finden, die genauso denken und einen eben nicht verurteilen und als egoistisch abstempeln, nur weil man sich dazu entschließt, eben keine Kinder zu bekommen!

    Ich danke dir!

    Liebste Grüße
    Ivy

  2. Antworten

    Michael Kolf

    17. Juni 2019

    Sehr ehrliche Antworten auf manchmal nicht ganz leichte Fragen :-). Bewundernswert und sehr sympathisch Julia! Mach ‚bloss‘ so weiter dann wird dein Blog auch in der Zukunft vielen Leuten Freude machen und hilfreich sein. Viel Erfolg und viel Glück!

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Hi, ich bin Julia,

Freigeist, Weltreisende und Abenteurerin. Auf globusliebe findest du Once-in-a-lifetime Erlebnisse aus der ganzen Welt, Outdoor Abenteuer, wertvolle Reisetipps sowie die schönsten Orte in Deutschland, die vielleicht schon bald auf deiner eigenen Bucket List stehen?! ➸ Weiterlesen

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