Traumberuf Reiseblogger Mit Reisen Geld verdienen
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Traumberuf Reiseblogger: So verdiene ich mein Geld mit Reisen

Von 17. Februar 2018

Hauptberuflich bin ich Reiseblogger. Ich verdiene mein Geld also mit Reisen. Doch was für viele den Anschein macht, als wäre ich 365 Tage im Jahr im Urlaub, ist in Wahrheit harte Arbeit. Trotz allem ist es für mich die Verwirklichung eines Traumes und ich liebe meinen Job. Jeden einzelnen Tag.

Dieser Artikel ist ein ehrlicher Aufklärungsversuch und ein Blick hinter die Kulissen von globusliebe.

Beruf Reiseblogger Geld mit Reisen verdienen

Kürzlich kam die Berliner Morgenpost auf mich zu und wollte in einem Interview wissen, was man als Reiseblogger eigentlich so macht und ob man tatsächlich von diesem Traumberuf leben kann.

2014 habe ich meinen Reiseblog globusliebe.com gegründet. Damals gab es eine Handvoll deutschsprachiger Blogs im Netz. Heutzutage sprießen sie wie Pilze aus dem Boden. Ich will fast sagen, der Markt ist längst übersättigt. Der Begriff Reiseblogger (oder noch krasser: Influencer) hat sich zu einem großen Mysterium entwickelt. Für die einen ist er zu einem lukrativen Beruf geworden, anderen hingegen steht noch immer die Ratlosigkeit ins Gesicht geschrieben, wenn ich erzähle, dass ich hauptberuflich Reiseblogger bin.

Auch nach fast vier Jahren des Bloggens, stoße ich häufig auf Unverständnis, sei es beim Finanzamt, bei der Versicherung oder im Gespräch mit Fremden. Was ich beruflich mache, lässt sich nur schwer in einem Satz erklären und selbst meine Freunde haben meist keine Vorstellung davon, was ich so treibe (außer immer auf Reisen sein).

Was ich als Reiseblogger den ganzen Tag mache

Viele denken, dass ich als Reiseblogger den ganzen Tag am Strand liege, ab und zu ein schönes Foto poste und dafür bezahlt werde. Dass dieses Denken weit verbreitet ist, daran trage ich selbst Schuld, denn schließlich zeige ich meinen Followern nur die Sonnenschein- und Glücksmomente und nicht die, in denen ich bis tief in die Nacht am Laptop sitze und in die Tasten haue, mich mit Kunden rumschlage, Deadlines einhalte oder an einem Projekt verzweifele.

Wer will das schon sehen? Trotzdem ist es die Realität. Was wirklich hinter der Fassade des Traumberufes Reiseblogger steckt, weiß kaum jemand.

Beruf Reiseblogger

So stellen sich viele das Leben eines Reisebloggers vor

In Wahrheit gibt es keinen einzigen Tag auf Reisen, an dem ich einfach nur faul am Strand liege und nichts tue. Die Arbeit beginnt schon lange vor der Reise und damit meine ich nicht nur das Buchen von Flügen und Hotels, sondern eine äußerst gründliche Organisation. Termine müssen abgestimmt, Themen mit Kooperationspartnern besprochen und Konzepte erstellt werden.

Vor Ort recherchiere ich ausgiebig, teste, erlebe und führe ggf. Interviews mit interessanten Menschen. Ich setze Foto- und Videoshootings um, für die ich oft einen zweiten Fotografen dabei habe. Verschiedene Locations und Outfits werden ausprobiert, Dinge werden in Szene gesetzt. Zwischendurch sammle ich Gedanken, mache Notizen, schreibe Textfetzen auf, die mir durch den Kopf schießen.

Danach geht die Arbeit erst richtig los. Ich sichte die vielen Fotos, sortiere aus und bearbeite jedes Einzelne. Alleine das dauert oft mehrere Stunden. Außerdem sortiere ich einzelne Filmsequenzen, schneide Videos, wähle passende Musik aus und vertone. Ich schreibe Texte für meinen Blog, formatiere sie im WordPress, lade Fotos hoch, lese mehrere Male Korrektur und veröffentliche schließlich die Beiträge. Mit der Nachbereitung einer Reise bin ich meist mehrere Wochen beschäftigt.

Auch Marketing und Vernetzung sind wichtige Aspekte in meinem Arbeitsablauf. Um meine Follower auf dem Laufenden zu halten und sie meine Abenteuer virtuell miterleben zu lassen, befülle ich sämtliche Social Media Kanäle täglich mit Content. Dies geschieht während der Reise (z.B. über Instagram Stories), aber auch im Nachhinein. Ich erstelle und plane Facebook Posts, lade die neusten Bilder auf Instagram hoch, erstelle Pinterest Collagen, befülle meine Boards usw.

Neben der kreativen Arbeit, die du als Leser wahrnimmst, gehören auch organisatorische Aufgaben zum Alltag eines Reisebloggers. Täglich erhalte ich zwischen 30 und 60 Emails, die gelesen, ausstortiert und beantwortet werden müssen (viele davon landen auch einfach im Mülleimer). Oft sind es Kooperations- und Interviewanfragen oder Pressemitteilungen. Hinzu kommen Leserkommentare und Nachrichten, die ich alle selbst beantworte und mir dabei große Mühe gebe. Viele wollen zum Beispiel, wie ich, auf einem Kreuzfahrtschiff anheuern und suchen Rat. Andere wollen Geheimtipps für einen speziellen Ort, schicken mir ihre Meinung zu einem Thema oder geben mir einfach Feedback.

Darüber hinaus gebe ich Interviews für Zeitungen oder Blogs, besuche Fachmessen, Konferenzen und Veranstaltungen wie die ITB in Berlin oder die Traverse in Rotterdam. Ich erstelle Angebote und Konzepte und vernetze mich mit Kollegen. Auch das Schreiben von Rechnungen, die Buchführung und Steuererklärung gehören zu meinen Aufgaben.

Den enormen technischen Aufwand, den das Reisebloggern erfordert, unterschätze ich häufig. Immer wieder muss am Design der Website gearbeitet und optimiert werden, Updates aufgespielt und Backups erstellt werden. Am Anfang hatte ich relativ wenig Wissen von solchen Dingen. Ich musste mich gründlich einlesen, Expertenrat einholen und auch in Profis investieren, die mir bei so manchen unlösbaren Aufgaben unter die Arme greifen. Durch Weiterbildung habe ich mir WordPress- und Grafikdesign Kenntnisse angeeignet. Nebenbei schreibe ich übrigens an meinem ersten Buch, das im Herbst 2018 erscheinen wird.

Beruf Reiseblogger So verdiene ich mein Geld mit Reisen

Wie ich als Reiseblogger Geld verdiene

Um als Reiseblogger Geld zu verdienen, gibt es unzählige Möglichkeiten, die für Außenstehende oft nicht nachvollziehbar sind. Meine wichtigste Einnahmequelle ist die Zusammenarbeit mit Tourismusämtern, Destinationen, Reiseveranstaltern, Hotels und Fluggesellschaften. In Kooperation mit vielen verschiendenen Unternehmen aus aller Welt erstelle ich umfangreiche Marketingkampagnen, schreibe Artikel, erstelle Foto- und Videomaterial sowie Social Media Beiträge und werde von meinen Auftraggebern bezahlt.

Manchmal arbeite ich auch mit Herstellern zusammen, deren Produkte ich auf meinem Blog oder meinem Instagram Kanal vorstelle (siehe dazu auch Werbung & Transparenz weiter unten).

Einen weiteren Teil meines Einkommens generiere ich durch Empfehlungsmarketing. Ich platziere sogenannte Affiliate Links in meinen Texten, für die ich nicht bezahlt werde. Kaufst oder bestellst du etwas über einen dieser Links, erhalte ich eine kleine Provision für die Empfehlung. Was ich auf meinem Blog empfehle, entscheide ich selbst.

Neben den Inhalten für meinen eigenen Blog, biete ich meine kreative und organisatorische Arbeit auch für andere Unternehmen an. Mein Blog dient in dem Fall als Visitenkarte. Hier zeige ich, was ich kann und wie ich arbeite. Interessierte Unternehmen kommen auf mich zu und buchen Texte, Fotos oder Videos für ihre eigenen Marketingzwecke.

So schreibe ich zum Beispiel Artikel für Unternehmensblogs, Zeitschriften und Magazine, drehe Marketing Videos für Fluggesellschaften und Hotels, biete Fotoshootings an und verkaufe meine Bilder für Broschüren, Kataloge oder Websites. Vor kurzem habe ich sogar einen Beitrag für ein Französisch Schulbuch der 9. Klasse geschrieben. Wie du siehst, die Möglichkeiten sind unendlich.

Beruf Reiseblogger Geld mit Reisen verdienen

Werbung & Transparenz

Wie ich bereits erwähnt habe, gehe ich ausschließlich Kooperationen mit Reiseveranstaltern, Destinationen und Produktherstellern ein, die mich selbst überzeugen, die zu meinem Blog passen und die ich meinen Lesern mit gutem Gewissen weiterempfehlen kann. Würde ich ein Produkt selbst nicht nutzen, kannst du dir zu 100% sicher sein, dass ich es dir nicht empfehle.

Meine DKB Karte bewerbe ich, weil ich sie selbst seit mittlerweile sieben Jahren nutze, um im Ausland gebührenfrei Bargeld abheben zu können und mit dem Service bisher immer sehr zufrieden war. Von meiner Kamera schwärme ich, weil ich damit die genialen Fotos mache, die du auf globusliebe findest und eine von mir bezahlte Airbnb Unterkunft empfehle ich, weil sie in meinen Augen ein echter Geheimtipp ist und es mich unglaublich glücklich macht, wenn mir Monate später ein Leser schreibt: „Ich war in dem wunderschönen Baumhaus, das du in deinem Blogbeitrag empfohlen hast und es war der absolute Wahnsinn. Vielen Dank für den tollen Tipp!“

Schöne Orte, Restaurants, Sehenswürdigkeiten und einzigartige Unterkünfte zu empfehlen ist der Sinn eines Reiseblogs, richtig? Als Leser suchst du schließlich nach genau solchen Geheimtipps für deine eigene Reise, die dir ein Reiseführer oder ein Buchungsportal nicht bieten kann.

Erhalte ich Geld für die Bewerbung eines Produktes, ist dies mit einem Werbehinweis gekennzeichnet. Unter jedem Artikel findest du einen Disclaimer, der dir anzeigt, ob ich zu einer Reise eingeladen wurde, ob ein Artikel bezahlte Werbung enthält oder ob Affilate Links vorhanden sind. Auch auf meinem Instagram Kanal kennzeichne ich bezahlte Posts als Anzeige.

Reiseblogger Werbung und Transparenz

Warum ich meinen Job so sehr liebe

Warum ich meinen Job als Reiseblogger so liebe? Weil ich dafür brenne! Weil ich jeden Morgen mit einem Lächeln aufstehe und mich gerne an meinen Rechner setze, um zu arbeiten. Weil mein Blog mein Baby ist, das ich alleine großziehe. Weil ich globusliebe zu meinem Lebensprojekt gemacht habe, das mich mit Stolz erfüllt. Weil ich mir ein eigenes Business aufgebaut habe, das mich frei und unabhängig sein lässt. Ich habe meine Leidenschaft zum Beruf gemacht und ich liebe es. Jeden einzelnen Tag!

Ich liebe es, dass ich meine Arbeits- und Freizeit selbst einteilen kann (auch wenn ich zum Workaholic neige und es oft übertreibe). Ich kann selbstbestimmt leben und arbeiten, eigene Prioritäten setzen und frei entscheiden, mit wem ich arbeite. Dies gibt mir die Freiheit, mich selbst zu verwirklichen und mich mit den Dingen zu beschäftigen, die mir Spaß machen.

Ein weiterer Punkt ist natürlich das Reisen. Damit hat schließlich alles begonnen. Ich bin sehr viel in der Welt unterwegs und bereise 15 bis 20 Länder im Jahr. Ich lerne interessante Menschen kennen, tauche in fremde Kulturen ein und erlebe Abenteuer, die ich mit 16 bereits auf einer Bucket List festgehalten habe.

Mein Job gibt mir die Möglichkeit, meine Arbeit von jedem Ort der Welt ausführen zu können. Die einzige Voraussetzung ist eine stabile Internetverbindung. Auch wenn ich kein Digitaler Nomade bin und froh bin, seit einiger Zeit wieder einen festen Wohnsitz in Deutschland zu haben, weiß ich diese Freiheit und Unabhängigkeit sehr zu schätzen. Unterwegs arbeite ich in Hotelzimmern, an Flughäfen oder in Cafés. Zu Hause sitze ich in meinem Home Office oder auf der Dachterrasse und freue mich, dass ich mittwochs um 8 Uhr zum Yoga gehen und meine Zeit frei einteilen kann.

Was ich außerdem liebe, ist der Kontakt zu anderen Reisebloggern und Leuten, die ich durch meine Arbeit kennengelernt habe. Einige sind mittlerweile zu Freunden geworden, mit denen ich mich täglich austausche oder irgendwo auf der Welt treffe, wenn die Reisepläne es zulassen.

Und dann gibt es da natürlich noch dich, euch alle da draußen, meine Leser und Follower, die mir herzerwärmende Nachrichten und Kommentare schreiben, mich mit Fragen löchern, mitfiebern und mich unterstützen. Du kannst dir gar nicht vorstellen, wie großartig dieses Gefühl ist und wie oft ich mit Freudentränen in den Augen vor dem Bildschirm sitze, weil ein Leser mir schreibt, dass meine Texte seine Sichtweise verändert haben. Dafür bin ich unendlich dankbar.

Beruf Reiseblogger So verdiene ich mein Geld mit Reisen

Die negativen Seiten des Reiseblogger-Daseins

Trotz der vielen positiven Dinge, möchte ich dir die negativen Seiten, die der Job mit sich bringt, nicht verschweigen, denn sie gehören ebenfalls dazu. Vor allem aber sind sie wichtig, um das große Ganze zu verstehen und nicht nur die geschminkte Fassade. Große Überraschung: Das allseits bekannte Bild eines Reisebloggers, der mit seinem Macbook am Strand sitzt und cocktailschlürfend Geld verdient, entspricht nicht der Realität.

Dass ich in meinem Job als Reiseblogger viel mehr arbeite, als ich es in einem Angestelltenverhältnis jemals getan habe, darüber will ich mich nicht beklagen. Ich habe es mir schließlich so ausgesucht und kann jederzeit damit aufhören. Niemand zwingt mich dazu, täglich bis zu 12 Stunden zu arbeiten, auf Wochenenden und Feiertage zu verzichten und rund um die Uhr online zu sein. Trotzdem tue ich es.

Neben der vielen Arbeit, die hinter einem Reiseblog und den dazugehörigen Social Media Kanälen steckt, habe ich oft damit zu kämpfen, dass meine Arbeit nicht wertgeschätzt wird. Lies weiter, bevor du die Nase rümpfst. Häufig bekomme ich dreiste Anfragen von seriösen Unternehmen, die seit vielen Jahren im Marketing tätig sind und sich eigentlich in der Branche auskennen müssten. Erst vor Kurzem wollte ein Reiseveranstalter zehn hochauflösende Fotos für Katalogwerbung und Reisebüro-Plakate von mir haben. Als Bezahlung wurde mir eine kostenlose Übernachtung in einem Hotel in Düsseldorf angeboten. Ganz ehrlich? Weißt du, was es kostet, einen Fotografen für eine Kampagne nach Afrika zu schicken, zehn hochwertige Fotos von verschiedenen Orten erstellen zu lassen, diese professionell zu bearbeiten und dann die Rechte für jegliche Vervielfältigung zu erweben?

Ich arbeite hart daran, solche Anfragen kommentarlos in den Papierkorb zu schieben und mir nicht viel daraus zu machen. Leider ist das leichter gesagt als getan.

Weitere negative Punkte sind der riesige Druck, der auf meinen Schultern lastet sowie die To-Do Liste, die immer länger anstatt kürzer wird. Selbstverständlich ist es jedem persönlich überlassen, einen Schlussstrich zu ziehen, aber auch das ist leichter gesagt als getan, denn glaub mir, wenn du dein eigener Chef bist, dir niemand Arbeitszeiten vordiktiert und du deine eigenen Ziele verwirklichst, dann wirst auch du zum Workaholic, zum Perfektionisten und findest kein Ende. Manchmal sitze ich tatsächlich 12 Stunden lang vor dem Laptop und merke erst abends, dass ich ja noch gar nicht gefrühstückt habe. Nicht umsonst leiden einige meiner Blogger-Kollegen an Burnout oder haben ihren Blog nach ein paar Jahren wieder aufgegeben.

Wichtig ist, sich bewusste Auszeiten einzuplanen, trotz aller Unregelmäßigkeiten einen halbwegs geregelten Tagesablauf zu finden und auch mal abschalten zu können. Anders funktioniert es nicht.

Dann wäre da noch die Belastung des schwankenden Einkommens. Mittlerweile habe ich zum Glück feste Auftraggeber, mit denen ich auf langfristige Sicht arbeite und jeden Monat mein Geld bekomme. Die ersten 2,5 Jahre meines Reiseblogger-Daseins war das nicht so. Wie andere freischaffende Künstler, konnte ich nie kalkulieren, ob mein Geld am Ende des Monats ausreicht. Hinzu kommt die eigene Absicherung, sprich Renten-, Krankenversicherung, Haftpflicht usw., die man als Selbstständiger tragen muss.

Auch das Reisen hat sich durch meinen Job verändert. Ich erinnere mich kaum mehr daran, das letzte Mal so richtig Urlaub gemacht zu haben, einfach so wie früher, ohne Deadlines im Kopf, ohne Recherchen, ohne Termine, ohne Social Media und ohne meinen Laptop dabei zu haben. Es ist einfach anders, wenn man immer zuerst daran denkt, seine Pflichten zu erledigen, bevor man das Erlebte genießen kann. Aber auch daran arbeite ich. Wenn ich zum Beispiel mit meinem Freund unterwegs bin, lege ich immer mal wieder bewusst Handy und Kamera beiseite und schalte meine Gedanken aus, um den Moment zu genießen. Würde ich das nicht tun, würden all die Geschichten auf dem Blog hier nicht entstehen.

Beruf Reiseblogger So verdiene ich mein Geld mit Reisen

Du willst auch Reiseblogger werden?

„Wie kann ich auch so einen Reiseblog aufmachen, wie du ihn hast und damit möglichst schnell viel Geld verdienen?“ Täglich erreichen mich zahlreiche solcher Fragen. Meine ehrliche Antwort: Gar nicht!

Wer einen Reiseblog gründet und damit auf schnell verdientes Geld hofft, sollte sich meiner Meinung nach eine andere Alternative überlegen, reich heiraten oder sein Glück beim Lottospielen versuchen. Allen anderen, die den Traumberuf Reiseblogger ernsthaft ausüben wollen, möchte ich folgende Tipps ans Herz legen:

  • BLEIB REALISTISCH

Generell rate ich jedem dazu, seine Träume zu verwirklichen, so wie ich es getan habe. Allerdings solltest du realistisch bleiben und nicht davon ausgehen, dass du von Heute auf Morgen als Reiseblogger erfolgreich sein und deinen Lebensunterhalt damit verdienen kannst. Lass dich bitte nicht von den vielen Ratgebern und Kursen täuschen, die dir versprechen, in kürzester Zeit einen erfolgreichen Reiseblog aufzuziehen, der dir massig Einnahmen bringt.

Kündige nicht einfach einen sicheren Job, um auf Weltreise zu gehen und unterwegs einen Blog zu gründen. Auch wenn sowas vor eingen Jahren vielleicht geklappt hat, heutzutage ist die Konkurrenz enorm und du musst einiges dafür tun, um aus der Masse herauszustechen. Überlege dir genau, womit du dein Geld auf Reisen verdienen möchtest, bevor du kündigst und bleibe realistisch. Vielleicht muss es auch nicht immer ein Reiseblog sein?! Es gibt auch andere Möglichkeiten, um auf Reisen Geld zu verdienen.

  • SEI DIR DER KONKURRENZ BEWUSST

Als ich mit dem Bloggen begonnen habe, gab es noch nicht allzu viele deutschprachige Reiseblogs im Netz. Mittlerweile ist der Markt weitestgehend übersättigt. Das soll auf keinen Fall heißen, dass du es nicht schaffen kannst! Willst du auch Reiseblogger werden, solltest du allerdings nicht das tun, was alle anderen tun, sondern dir ein cooles Konzept überlegen, das dich vielleicht von der Masse abhebt, eine Nische finden, in der die Konkurrenz noch nicht so groß ist oder mit einer ganz neuen Idee antreten.

  • SCHAFFE DIR EINE BASIS

Ich finde es absolut erschreckend, dass mich 14-jährige Mädels ansprechen, die ernsthaft die Schule abbrechen wollen, um Bloggerin zu werden. Um Himmels Willen! NEIN! Bevor du dich selbstständig machst, solltest du eine ordentliche Schul- und Berufsausbildung absolvieren. Den Beruf Reiseblogger kann man zwar (noch) nicht offiziell erlernen, aber es gibt viele Studiengänge oder Ausbildungen, die eine gute Grundlage schaffen. Dazu zählen zum Beispiel Journalismus, Online Marketing oder Grafikdesign.

Ich habe vor meiner Selbstständigkeit eine Ausbildung bei einem Zeitungsverlag absolviert, anschließend Media & Entertainment Management studiert, danach als Fotografin und Fotomanagerin sowie im Event-Bereich gearbeitet. Auf diesen Erfahrungen habe ich mein Business aufgebaut und profitiere heute von dem Wissen. Wenn es irgendwann nicht mehr klappen sollte mit dem Reiseblog (Wer weiß schon was die Zukunft bringt?), dann habe ich eine sichere Basis, auf die ich zurückgreifen kann. Das ist in meinen Augen super wichtig.

  • LERNE NIE AUS

Kein Meister ist vom Himmel gefallen und ich behaupte nicht, dass du erst alles können musst, bevor du mit dem Bloggen beginnst. Meine Ausbildung und mein Studium haben sicher dazu beigetragen, dass ich mich mit Social Media Marketing, Journalismus und Fotobearbeitung auskenne, trotzdem musste ich noch extrem viel dazu lernen und tue es immer noch täglich. Learning by doing lautet hier die Devise. Besuche Kurse an der Volkshochschule, nimm an Seminaren teil, lies Bücher, lass dich von Experten beraten und probiere dich selbst aus. Weiterbildung ist so wichtig.

  • BRINGE GEDULD MIT

Wer einen wirklich erfolgreichen Reiseblog aufbauen möchte, muss eine Menge Zeit investieren und möglichst viel Geduld und Durchhaltevermögen mitbringen. Rechne nicht mit schnellem Geld, denn es dauert in der Regel zwei Jahre, bis du deine ersten nennenswerten Einnahmen mit dem Reiseblog erzielst.

Eine Leserschaft muss über lange Zeit aufgebaut werden, denn echte Reichweite bekommst du nicht von Heute auf Morgen. Sicher kannst du dir Follower in den Sozialen Netzwerken kaufen, auf lange Sicht bringt dich das allerdings nicht weiter.

  • SETZE AUF QUALITÄT STATT QUANTITÄT

Es gibt Reise- und andere Blogger, die voll und ganz auf Quantität setzen. Nach dem Motto „Viel hilft viel“ posten sie möglichst oft und möglichst überall. Für manche mag dieses Erfolgskonzept aufgehen, in meinen Augen zählt am Ende jedoch die Qualität. Ich bin überzeugt davon, dass sich hochwertige und authentische Inhalte auf Dauer durchsetzen.

Auch wenn viele Unternehmen vorrangig auf die Zahlen schauen, sind es am Ende doch die Inhalte, die wirklich zählen. Was nützen mir Hunderttausende gekaufte Fans, wenn die Bilder Schrott oder die Artikel geklaut sind? Gar nichts. Im Endeffekt kommt es doch darauf an, ob die Leser deine Inhalte mögen und deshalb auf deinen Blog zurückkehren und immer wieder gerne deine Artikel lesen.

  • ÜBE DICH IN DISZIPLIN

Arbeitest du hauptberuflich als Reiseblogger, bist du dein eigener Chef und kannst dir deine Arbeit frei einteilen. Das hat enorme Vorteile in der Freizeitplanung, kann aber auch dazu verleiten zu wenig oder gar zu viel zu arbeiten. Willst du wirklich erfolgreich werden, musst du dranbleiben. Motiviere dich jeden verdammten Tag dazu, an deinem Blog zu arbeiten, auch wenn der Erfolg auf sich warten lässt. Du hast keinen Vorgesetzten mehr, der dir in den Arsch tritt. Stattdessen musst du deinen Arbeitsalltag selbst strukturieren. Dazu gehört eine gewaltige Portion Disziplin, die du nicht unterschätzen solltest.

  • WAGE DIE SELBSTSTÄNDIGKEIT

Die meisten starten ihre Reiseblogger Karriere neben dem Vollzeitjob. Sie arbeiten 40 Stunden die Woche in einem Unternehmen und ziehen nebenbei einen Blog groß. Für den Anfang macht das auf jeden Fall Sinn, denn wie bereits erwähnt, dauert es ein bis zwei Jahre, bis du mit dem Bloggen Geld verdienst. Trotzdem ist diese Phase ein echter Kampf, bei dem du einen gewaltigen Spagat zwischen Vollzeitjob, Blog und Freizeit machst und viele Abstriche in Kauf nehmen musst.

Auch ich habe damals zusätzlich zu meiner 7-Tage-Arbeitswoche auf dem Kreuzfahrtschiff mit dem Bloggen begonnen und mich selbstständig gemacht. Irgendwann wuchs mir die Arbeit über den Kopf und ich habe den Sprung zum Vollzeit-Reiseblogger gewagt.

  • SEI DIR ÜBER DIE RISIKEN BEWUSST

Bevor du den Sprung in die Selbstständigkeit wagst, solltest du dir über die Risiken bewusst werden, die du eingehst. Freie Zeiteinteilung und selbstbestimmte Arbeitsabläufe sind für manche Menschen der pure Horror. Erst vor kurzem meinte eine Freundin zu mir „Ich würde mich morgens gar nicht dazu aufgerafft kriegen, mich an den Laptop zu setzen, wenn mich keiner dazu zwingen oder kontrollieren würde.“ Ihr ist ein geregelter Tagesablauf wichtig. Sie braucht feste Dienstzeiten, um funktionieren zu können, ein geregeltes Einkommen, das ihr Sicherheit bietet und die Gewissheit renten- und krankenversichert zu sein.

Arbeitest du als selbstständiger Reiseblogger, entfallen diese Sicherheiten. Für die Anfangsphase solltest du dir deshalb gewisse finanzielle Rücklagen bilden. Rechne damit, dass du auch scheitern kannst und auf Plan B umschwenken musst.

  • BRENNE FÜR DAS, WAS DU TUST

Gründe keinen Blog, um reich zu werden, sondern, weil du deine Leidenschaft zum Beruf machen möchtest. Brennst du nicht für das, was du tust, macht das Ganze wenig Sinn. Von meinen Lesern höre ich immer wieder, dass meine Texte ehrliche Emotionen rüberbringen und man das Herzblut förmlich fühlen kann, das ich in meine Arbeit reinstecke. Viele fühlen sich mit meinen Artikeln verbunden, finden sich selbst in meinen Texten wieder oder wollen das Gleiche wie ich erleben. Ich denke, dass es genau darauf ankommt. Wer einen Blog gründet, um erfolgreich zu sein, aber nicht mit Leib und Seele bei der Sache ist, wird vermutlich scheitern.

Du willst noch mehr erfahren?

Bolle und Marco von „Komm wir machen das einfach“ haben das Thema Reiseblogger und Digitaler Nomade ganz genau unter die Lupe genommen und einen richtig geilen Artikel verfasst, den du zwar nicht ganz so ernst nehmen, aber unbedingt lesen solltest.

Das Buch Die 4-Stunden Woche ist der absolute Klassiker, den wahrscheinlich jeder Reiseblogger auf dieser Welt bereits verschlungen hat. Timothy Ferriss beschreibt darin, wie er es geschafft hat, weniger sinnlose Arbeit zu verrichten, um mehr Zeit für die wichtigen Dinge im Leben zu haben. Ziel ist es dabei nicht wirklich, nur noch vier Stunden in der Woche zu arbeiten und ansonsten die Füße hochzulegen. Seine Ansätze regen in jedem Fall dazu an, etwas in deinem Leben zu verändern.

Wie du mit deiner Arbeit nicht nur Geld verdienst, sondern deine persönliche Erfüllung findest, wird in The Big Five for Life deutlich. Das Buch hilft dir dabei, das zu finden, was dich wirklich glücklich macht.

 

Hast du weitere Fragen, Kritik oder Anregungen zum Traumberuf Reiseblogger?

Ich freue mich auf deinen Kommentar!


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11 Kommentare
  1. Antworten

    Melanie Klien

    18. Februar 2018

    Liebe Julia,
    ich folge dir und deinen Bildern vor allem hauptsächlich auf Instagram und das schon seit Anfang 2015. Ich habe meinen Blog Ende 2014 gegründet und finde es waren damals schon zig deutsche Blogs online. Ich habe mich dann für einen englischsprachigen Blog entschieden und konnte einiges posten auf der Weltreise, aber merke natürlich jetzt neben der Arbeit ist es schwieriger aber es ist schön zu sehen, dass sich der Trend auch mit Kooperationen usw. nach oben bewegt. Es dauert alles seine Zeit und ich finde es schön zu hören, dass du dir die Zeit nimmst, wenn du mit deinem Freund verreist. Deine Bilder sind wunderschön,

    Danke für den ehrlichen Bericht und ich freue mich immer wieder von dir zu lesen. Liebe Grüße, Melanie

    • Antworten

      Julia

      27. Februar 2018

      Vielen Dank für dein ehrliches Feedback, liebe Melanie.
      Bereust du es, dass du einen englischsprachigen Blog gegründet hast oder findest du, es war genau die richtige Entscheidung? Finde das super spannend, zumal die Konkurrenz auf dem englischsprachigen Markt ja noch um ein Vielfaches größer ist als auf dem deutschen.
      Herzliche Grüße, Julia

  2. Antworten

    Esther

    18. Februar 2018

    Ach Julia, mal wieder so ein schöner Artikel von Dir, in dem ich mich total wiederfinde :) Mein Blog wird nächste Woche ein Jahr alt, sicher kein leichtes, aber eins voller wunderbarer Momente. Du bist mein absoluter Lieblings-Reiseblog und somit ein großes Vorbild für mich – mach weiter so und ganz liebe Grüße :)
    Esther

    • Antworten

      Julia

      19. Februar 2018

      Liebe Esther,
      ich danke dir von ganzem Herzen für dein Feedback und die lieben Worte.
      Ich freue mich riesig, dass dir mein Blog so gut gefällt und wünsche dir
      alles Gute beim Großziehen deines eigenen Babys ;)
      Viele Grüße, Julia

  3. Antworten

    Mr Ralf

    22. Februar 2018

    Hallo Julia, durch Flipboard bin ich auf deinen blog gekommen. Dein Artikel ist klasse und ehrlich. Ich blogge über Kreuzfahrten, neben meinem Job, und das soll auch so bleiben. Deine offenen Worte haben mich darin bestärkt meinen Kreuzfahrtblog weiterhin aus Spaß zu betreiben, weil ich Bock darauf habe. Ich schaue auf jeden Fall mal wieder vorbei.
    Beste Grüße aus Dortmund
    Ralf von Kreuzfahrt 4.0

  4. Antworten

    Die Chrissy

    26. Februar 2018

    Ein wunderbarer Einblick was alles hinter dir und Globusliebe steckt! Ich ziehe auch weiterhin meinen Hut vor seiner wunderbaren Arbeit und bin begeistert von deinen Artikeln und Fotos. Ich wünsche dir, dass du dein Leben als Reiseblogger noch eine ganze Weile erfolgreich ausleben kannst. Du versorgst deine Leser auf deine ganz besondere Art mit reichlich Fernweh und vielen guten Infos :-)

  5. Antworten

    Jacqui I Weltgefühle

    14. März 2018

    Hallo Julia, danke für diesen tollen Artikel! Ich kann nur beipflichten: die Arbeit an einem professionelle Blog ist total krass und wurde auch von mir unterschätzt. Doch ich arbeite weiter daran und für mich ist es schon schön, wenn ich gelegentlich etwas einnehme. Und selbst wenn das alles nicht klappt, kann ich irgendwann zurück gucken und in Erinnerungen schwelgen, denn meine Reisen sind noch längst nicht vorbei! Aber ich denke es ist gut, sich mehrere Standbeine aufzubauen, wenn man dauerhaft um die Welt reisen will. Für deinen Blog aber gilt: weiter so! Er ist wunderbar! <3 Liebe Grüße, Jacqui

  6. Antworten

    Isabelle

    4. April 2018

    Hallo Julia, ein wirklich toller Artikel der Einem die Augen öffnet. Ich glaube dieses Klischee “mit dem Mac Book am Strand…” ist tatsächlich dadurch entstanden, dass man nicht sieht wieviel Arbeit hinter einem Blog steckt – herzlichen Dank für deine offenen Worte.
    Ich bin noch ganz am Anfang mit meiner Seite, mache das aber auch nur aus Leidenschaft & Spaß, allerdings merke ich schon jetzt wieviel Zeit das “nebenher bloggen” in Anspruch nimmt.

    Ich wünsch dir alles Gute und freue mich immer über neue Artikel von dir!

    LG Isa

  7. Antworten

    Anna

    11. April 2018

    Liebe Julia,
    Dein Blog zählt schon lange zu meinen Lieblingsreiseblogs und ich danke dir für diesen ehrlichen, ausführlichen Bericht und die vielen Tipps, die ich mir zum Teil direkt notiert habe :)
    Meinen Blog gibt es nun immerhin auch schon seit 3 Jahren, aber erst jetzt reift so langsam die Idee das Ganze etwas intensiver zu betreiben. Mal schauen, was draus wird :)
    Liebe Grüße
    Anna

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Julia Lassner globusliebe

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