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Studieren auf Bali – Ein Auslandssemester im Paradies

Von
7. Oktober 2014

Studieren auf Bali? Ein Auslandssemester in Asien? Als ich von der Existenz der balinesischen Partneruniversität erfahre, sehe ich mich bereits braungebrannt und cocktailschlürfend an einem Traumstrand in Indonesien liegen und melde mich ohne zu Zögern zum Studium an.

Ein Jahr später, im Januar 2012, stehe ich voller Vorfreude am Frankfurter Flughafen. Mein Rucksack wiegt unglaubliche 22 Kilo und auch das Handgepäck ist bis zum Anschlag vollgestopft.  Neben meinem persönlichen Hab und Gut für ein 6-monatiges Asien Abenteuer, schleppe ich Schuluniform, Unibücher und jede Menge unnötigen Kram mit, den ich besser gleich zu Hause gelassen hätte. Naja, hinterher ist man immer schlauer.

Als ich ins Flugzeug steige, habe ich keinen blassen Schimmer davon, was mich auf Bali erwartet. Asien ist Neuland für mich, dementsprechend aufgeregt bin ich. Mit klopfendem Herzen fliege ich einem für mich völlig fremden Kontinent, einer neuen Kultur und einer neuen Herausforderung entgegen.

Nach etlichen Flugstunden und einem mehrtägigen Zwischenstopp in Bangkok, lande ich endlich auf Bali. Schon beim Landeanflug überblicke ich die traumhafte indonesische Inselwelt und verliebe mich in mein neues Zuhause.

Bali

Selamat Datang di Bali

Vom Denpasar Airport geht es im Taxi zur Unterkunft in Petitenget bei Seminyak. Nach und nach trudeln die Studenten ein, mit denen ich in den nächsten drei Monaten die Schulbank drücken werde. Ein paar Gesichter kenne ich bereits von meiner Uni in Holland, mit manchen bin ich sogar befreundet, andere wiederum sind mir völlig fremd. Ein buntes, kulturelles Durcheinander also.

Gemeinsam mit einer Freundin beziehe ich ein Doppelzimmer mit Balkon und Ausblick auf den Pool. Das nenne ich mal eine geile Studentenunterkunft! Bali rockt. Schon jetzt.

Bali

Ungeduldig knallen wir unsere Taschen in die Ecke und können es kaum abwarten die Gegend zu erkunden. Doch zuallererst brauchen wir Geld und ehe ich mich versehe werde ich Millionär. Ich halte eine Millionen indonesische Rupiah in den Händen und fühle mich wie der King.

Leider ist das, was der Geldautomat da ausspuckt, umgerechnet gerade mal 66 Euro wert. Trotz dieser ernüchternden Erkenntnis stelle ich später fest, dass ich auf Bali verdammt lange mit 66 Euro überleben kann.

Bali

Abenteuer Scooterfahren

Da man auf Balis überfüllten Straßen am besten mit dem eigenen Roller voran kommt, schließen wir uns mit ein paar Leuten zusammen und mieten uns jeweils zu zweit einen Scooter für den ersten Monat. Inklusive Helm zahlen wir 50 Euro.

Zu sechst starten wir unsere erste Kamikaze-Fahrt ins sieben Kilometer entfernte Kuta, die Touristenhochburg Balis. Gleich an der ersten Kreuzung werden wir von der korrupten Polizei angehalten. Die Jungs bleiben stehen und müssen ordentlich blechen.

Meine Freundin und ich machen uns währenddessen schnell aus dem Staub. Noch bevor die Polizei uns hinterher eilen kann, sind wir über alle Berge. Anfangs noch etwas zaghaft quetschen wir uns durch den dichten Verkehr, brettern durch die brechend vollen Straßen und engen Gassen mit ihren riesigen Schlaglöchern.

Wir werden von rechts und links überholt, meistens beides gleichzeitig. Einheimische düsen mit ihrer kompletten Familie (also bis zu fünf Personen auf einem Roller) durch die Gegend und transportieren dabei noch ihre gesamten Einkäufe.

Bali

In der Tat ist Rollerfahren auf Bali sehr gewöhnungsbedürftig, besonders wenn man vorher noch nie in Asien war. Da es hier kaum Busse gibt und viele Orte mit öffentlichen Verkehrsmitteln schwer oder gar nicht zu erreichen sind, rast jeder Depp, also auch übermütige Touristen, mit dem Scooter über die Insel.

Verkehrsregeln scheint es nicht zu geben, außer natürlich das Fahren auf der linken Straßenseite. Es gilt: durchkommen und überleben, egal wie! Dass das Rollerfahren später zu einer meiner liebsten Beschäftigungen auf Bali wird, weiß ich zu diesem Zeitpunkt noch nicht.

Bali

Genial sind auf Bali die Tankstellen. Kleine Holzregale am Straßenrand, gefüllt mit Absolut Wodka Flaschen, in denen kein Wodka, aber dafür Benzin abgefüllt ist. Getankt wird mit Hilfe eines Trichters. Eine Flasche Benzin kostet circa 50 Cent. Billiger ist es, seinen Tank an normalen Tankstellen zu füllen, aber authentischer sind natürlich die Absolut Wodka Flaschen.

Bali

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Hello Paradise!

Endlich am Kuta Beach angekommen, taucht die Sonne gerade ins Meer ein. Wir lassen uns in den warmen, weichen Sand fallen, trinken unser erstes Bintang Bier, sitzen mit einer Gruppe von Einheimischen zusammen und bestaunen den wundervollen Sonnenuntergang.

Vor wenigen Tagen habe ich mir noch in Deutschland den Arsch abgefroren und jetzt sitze ich hier am Strand auf Bali, die Luft noch angenehm warm, schaue aufs Meer und bin überglücklich. Ich bin tatsächlich im Paradies gelandet und habe das große Abenteuer STUDIEREN AUF BALI vor mir.

Ich merke, wie Freudentränen in mir aufsteigen und sich ein Gefühl von absoluter Dankbarkeit einstellt. Mit der Entscheidung mein Auslandssemester in Asien zu machen, habe ich anscheinend alles richtig gemacht. Bali ist nun also mein neues Zuhause für die nächsten drei Monate. Mein Herz tanzt und mein Kopf, angesäuselt vom Bintang Bier, gleich mit.

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Nach diesem tollen Erlebnis, knurrt der Magen. Zum Glück landen wir gleich am ersten Abend im Warung Indonesia, meinem absoluten Favoriten in Kuta. Hier bekommen wir eine Schale mit Reis und dürfen die Beilagen, wie zum Beispiel sate (Fleischspieße mit Erdnusssauce) oder tempe (eine Art Brot aus getrockneten Sojabohnen) an der Theke selbst auswählen. Das Essen ist umwerfend lecker und unglaublich billig. Bei Warung Indonesia gibts übrigens den besten Watermelonjuice der Welt!

Nachtrag 2018: All die hippen Cafés und Restaurants, die sämtliche Instagram Kanäle mit fotogenen Smoothie Bowls und veganen Gerichten fluten, sind erst nach meiner Zeit auf Bali entstanden. Crate Cafe, Sea Circus, Kynd Community, Nalu Bowls und wie sie alle heißen, gab es damals noch nicht.

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Studieren auf Bali: Der erste Schultag

Gleich am nächsten Morgen beginnt die Uni. Pünktlich um 8 Uhr stehe ich schön gestriegelt in Schuluniform wie ein braves Schulkind vor meiner Unterkunft. Gemeinsam mit den anderen Studenten werde ich in einen der Shuttlebusse verfrachtet und zur Uni gebracht. Rollerfahren ist aufgrund der Unfallgefahr offiziell für uns verboten. Uups!

Der kleine Campus sieht toll aus und unsere niederländischen und indonesischen Tutoren wirken auf den ersten Blick sehr sympathisch. Nach einer endlos langen Willkommensrede, folgt eine weitere Willkommensrede, eine Vorlesung über Land, Kultur und Leute, eine Präsentation über das Semester, eine über die Sicherheit, über anstehende Fieldtrips und und und…

Stenden University Bali

Stenden University Bali

Nach dem Unterricht zum Strand

Am Ende eines sehr langen ersten Unitages ist mein Kopf vollgestopft mit Infos und Eindrücken, die erst einmal sacken müssen. Vom Shuttlebus werden wir zurück zu unserer Unterkunft gebracht. Wir schnappen unsere Roller und düsen zum Strand.

Nach dem Unterricht zum Beach? Was für ein geiles Gefühl! Daran gewöhne ich mich schnell. Wir lassen den Tag mit einem Sunset-Bintang ausklingen und freuen uns wie Honigkuchenpferde über unser neues Leben im Paradies. Das ist Studieren auf Bali.

Bali

Bali

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14 Kommentare
  1. Antworten

    Sabrina

    22. Mai 2015

    Sehr schöner Artikel mit tollen Bildern!! Das macht mir echt Fernweh!

    • Antworten

      julialassner

      22. Mai 2015

      Vielen Dank liebe Sabrina!

  2. Antworten

    Sian Kit Tjie

    5. September 2016

    Wkwkwkwk… „LEBENSGEFÄHRLICH“ ist es überall in Indonesien. Probier mal auch Sumatra, z.B. Bukit Lawang oder Toba See (Danau Toba).
    Weiter südlich gibt es noch Sulawesi, Irian Jaya, Ost Timor, Flores… bestimmt auch sehr interessant.
    Falls Du dich wunderst, bin Indonesier… hab leider kaum noch Möglichkeit so eine Weltreise zu machen… lese aber trotzdem gern schöne Reiseberichte :)

    • Antworten

      Julia

      6. September 2016

      Vielen Dank für die Tipps! :)

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Julia Lassner globusliebeHi, ich bin Julia,

das Gesicht hinter globusliebe. Ich bin 32 Jahre alt, lebe in Berlin und in der Eifel, arbeite seit 5 Jahren als Bloggerin und Fotografin und bin Autorin der Bücher »Fernweh« und »Wie uns Reisen glücklich macht«. Auf globusliebe zeige ich dir die schönsten Orte in Deutschland und auf der ganzen Welt. ➸ Weiterlesen

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