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Goa – Palmengesäumtes Hippieparadies an Indiens Westküste

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6. November 2018

Goa. Unzählige Palmen ragen in den blauen Himmel, dazu weicher Sand und seichtes Meer. Meine Haut wird von der Sonne gewärmt und ich kann endlich aufatmen, denn vom hektischen, lauten, nervenaufreibenden Indien, das wir in den letzten drei Wochen erlebten, ist hier nicht mehr viel zu spüren. Statt Bettlern, Slums, Dreck und Armut gibt es hier Müsli und Mangoshakes zum Frühstück, palmengesäumte Traumstrände und abends ein kühles Kingfisher Bier zum kitschig-schönen Sonnenuntergang.

Was auf den ersten Blick ziemlich makaber klingt, lässt beim zweiten doch schnell nachvollziehen, warum sich die Blumenkinder, Aussteiger und Individualreisenden in den 60er Jahren hier so wohlfühlten und nicht mehr abreisen wollten. Sie waren es, die dieses wundervolle Fleckchen entdeckten und ihm den Ruf als Hippieparadies bescherten.

In diesem Beitrag möchte ich dir einen kleinen Eindruck von Goa vermitteln. Vielleicht zieht es dich ja auch bald an Indiens paradiesische Westküste?!

Arambol Goa Indien

In Goa lernen wir ein ganz anderes Indien kennen

Wissenswertes über Goa

Kolonialzeit

Goa ist der kleinste Bundesstaat Indiens und trotzdem ist er der wohl bekannteste von allen, was nicht zuletzt den malerischen Stränden am Arabischen Meer geschuldet ist. Bis 1961 war Goa eine portugiesische Kolonie und wurde nach einem langen Kampf als letzter indischer Bundesstaat befreit. Die portugiesischen Einflüsse, die sich nicht nur in der Architektur, sondern auch in der Religion widerspiegeln, sind bis heute deutlich spürbar. Während die meisten Teile Indiens vom Hinduismus geprägt werden, zählen über 25 % der Einwohner Goas zu den Katholiken.

Schlenderst du durch die perfekt angelegten Parkanlagen in Old Goa, vorbei an weiß gekalkten Kirchen und portugiesisch anmutenden Fassaden, kann es schon mal passieren, dass du vergisst in Indien zu sein. Stattdessen könnte dieser Ort genauso gut im sonnigen Süden Europas liegen.

Goa Indien

Überbleibsel der portugiesischen Kolonialzeit

Hippiebewegung

Nach den Portugiesen kamen die Hippies. Sie waren es, die Goa auf der ganzen Welt bekannt machten. Auf der Suche nach Freiheit, spirituellen Erfahrungen und einem glücklicheren, sinnerfüllten Leben reisten sie in den 60er und 70er Jahren in großen Scharen über den Landweg von Europa nach Asien. Sie ließen sich an den Stränden in Goa nieder, zelebrierten love, peace and happiness, aber auch Sex, Drogen und wilde Partys.

Der große Mythos um die Hippiebewegung hat die Welt verändert. Echte Aussteiger gibt es in Goa zwar nur noch vereinzelt, trotzdem ist die Atmosphäre der Blumenkinder bis heute geblieben und mit gewissen Abstrichen noch immer erlebbar.

Goa Indien

Das perfekte Ziel für Indien-Ersties 

Im Vergleich zu anderen Teilen Indiens, ist Goa sehr westlich geprägt und macht einen wohlhabenderen Eindruck. Goa ist touristischer, toleranter, sicherer und somit auch einfacher zu bereisen. Die meisten Inder, die hier leben, sprechen Englisch (zumindest ein paar Brocken), es gibt richtig guten Kaffee mit Milchschaum (was man in anderen Regionen definitiv nicht behaupten kann) und das Essen der Hipster-Restaurants könnte ebenso in Berlin aufgetischt werden.

Oft wird Goa als Indien light bezeichnet und das ist es wirklich. Es fühlt sich an, wie eine abgespeckte, leichtere Version des großen Ganzen und ist deshalb auch der optimale Einstieg für Reisende, die zum ersten Mal nach Indien wollen. Der Kulturschock ist in Goa nicht ganz so krass, die Armut nicht so erdrückend. Man kann Indien erst einmal vorsichtig beschnuppern, bevor es ans Eingemachte geht.

Goa Indien

Arambol

Arambol ist der Ort in Goa, den ich am intensivsten kennengelernt habe. Er gilt auch heute noch als Hochburg der Hippies und wird oft als letztes Hippierefugium Goas gepriesen. Dass dies nichts mit dem restlichen Indien zu tun hat, stellen wir bereits bei der Ankunft fest. Im Gegensatz zu den vergangen drei Wochen, in denen wir oft die einzigen Europäer zwischen sehr sehr vielen Indern waren, treffen wir in Arambol fast ausschließlich Reisende und Backpacker aus aller Welt, abgesehen natürlich von den vielen Edelstein-Räucherstäbchen-Batiktücher-und-Hippieschmuck-Verkäufern am Straßenrand.

Im Ort wimmelt es von hippen Cafés, Yoga Studios und Medizinmännern, die dir, nachdem sie deine Hand gelesen haben, irgendein Pülverchen für die Gesundheit verkaufen. Mit echter Heilkunde hat das wohl weniger zu tun. Viel mehr wird hier versucht, das Aussteiger-Feeling von damals aufrecht zu erhalten, als die ersten Hippies auf der Suche nach spiritueller Erleuchtung nach Goa pilgerten und das Paradies vorfanden. Nicht umsonst verkauft heute jeder Buchladen in Arambol die berüchtigten Bücher über den Hipie Trail.

Arambol Goa

Goa Indien Arambol

Wer die Hippie-Atmosphäre mag und sich unter alternativen Denkern, Yogis und Kreativen, Aussteigern und europäischen Alt-Hippies wohlfühlt, der wird Arambol lieben. Der kilometerlange Strand wird von Palmen, bunten Bungalows und Restaurants gesäumt, die in der Dämmerung Tische und Stühle im Sand aufbauen, Fackellichter aufstellen und ihr Essen unter dem Sternenhimmel servieren. Für den passenden Sound sorgt das sanfte Meeresrauschen.

Gleich nebenan findet jeden Abend ein kleiner Flohmarkt statt, bei dem selbstgebastelter Schmuck, Federn und über dem Feuer gegarte Maiskolben verkauft werden.

Hältst du dich am Strand immer rechts, gelangst du an eine kleine, von Tüchern behangene Walking-Street. Dahinter befindet sich ein weiterer Strandabschnitt mit einem kleinen Süßwassersee, in dem vorzugsweise Inder baden, sowie vielen weiteren Cafés, Restaurants und kleinen Shops, die zum Teil wirklich schöne Dinge verkaufen.

Arambol Beach Goa Indien

Goa Indien Arambol Beach

Goa Arambol Beach Indien

Arambol Beach Goa

Vagator Beach

Der Vagator Beach ist einer jener Strände in Goa, die du unbedingt am späten Nachmittag besuchen solltest. Klar, der weitläufige Strand ist nicht einsam und nicht immer blitzeblank sauber, aber hey, wir sind hier immerhin in Indien. Hier liegen Kühe im Sand und kacken gleich neben die Sonnenschirme und Liegen der Touristen, die sich in einer der Beach Bars gerade den nächsten Gin Tonic ordern.

Im Hintergrund ragen meterhohe Kokospalmen Richtung Himmel und kleine, dürftig zusammengezimmerte Holzhütten erinnern an das Aussteigerparadies, das Goa einst gewesen sein muss. Der Ausblick von den Klippen auf den Vagator Beach ist einmalig und besonders zum Sonnenuntergang, am besten mit einem kühlen Drink in der Hand, lässt es sich hier wunderbar aushalten.

Goa Indien Vagator Beach

Vagator Beach Goa

Heilige Kühe am Vagator Beach

Goa Indien Vagator Beach

Goa Indien Vagator Beach

Sonnenuntergang am Vagator Beach

Old Goa

Das schmucke Kolonialstädtchen Old Goa war einst die Hauptstadt der portugiesischen Kolonie Portugiesisch-Indien. Auch heute noch sind die Einflüsse der Portugiesen deutlich zu spüren. Die weiß getünchten Kirchen, Kathedralen und Klöster sind so gut erhalten, dass jedes Jahr tausende Touristen hierher kommen, um eben diese zu bewundern.

Eines der imposanten Bauwerke in Old Goa ist die prächtige Basilika Bom Jesus, in der die Überreste des heiligen Franz Xaver aufbewahrt werden. Er gilt als einer der Gründer der Gesellschaft Jesu. Demnach ist die wunderschöne Basilika heute ein bedeutender Ort für die Geschichte des Christentums.

Doch auch wer wenig mit dieser Religion zu tun hat, wird die kolonialen Bauwerke, die adrett angelegten Gärten und Parks sowie die gesamte Atmosphäre in Old Goa lieben. Die Stadt wurde übrigens von der UNESCO zum Weltkulturerbe ernannt.

Old Goa Indien

Old Goa Indien

Old Goa Indien

Meine Tipps für Goa

Beste Reisezeit

Im Bundesstaat Goa herrscht ein tropisches Klima mit Temperaturen von durchschnittlich 30 Grad – das ganze Jahr über. Die Regenzeit ist von Juni bis Oktober. Heftige Niederschläge und ein grauer Dunstschleier prägen in dieser Zeit das Bild. Viele Unterkünfte und Restaurants bleiben geschlossen.

Die Trockenzeit und somit beste Reisezeit für Goa ist von Mitte Oktober bis Ende März. Ich war im Januar dort und hatte wunderbares Wetter. In dieser Zeit herrscht allerdings auch Hauptsaison in Goa. Vor allem über Weihnachten und Silvester sind viele Unterkünfte bereits im Voraus ausgebucht und die Strände überfüllt. Dies hat natürlich auch zur Folge, dass die Preise steigen.

Anreise nach Goa

Bist du bereits in Indien, erreichst du Goa entweder per Inlandsflug, per Zug oder Nachtbus. Möchtest du von Deutschland aus nach Goa reisen, ist der kleine Flughafen Dabolim (GOI) dein Ziel. Von Frankfurt aus fliegt Qatar Airways zum Beispiel mit Zwischenstopp in Doha, Etihad mit Stopp in Abu Dhabi oder Air India mit Umstieg in Delhi. Verbindungen und Flugpreise solltest du unbedingt bei Skycanner vergleichen.

Unterkunft

Unterkünfte aller Preisklassen findest du in Arambol. Hier kannst du entscheiden, ob du lieber im Ort oder direkt am Strand wohnen möchtest. Sehr einfache und günstige Zimmer, dafür aber mit perfektem Meerblick findest du im Om Ganesh Guest House (Achtung, es gibt mehrere Unterkünfte mit diesem Namen!). Von deinem eigenen Balkon aus kannst du hier den Sonnenuntergang bestaunen.

Schöne Holz Cottages, umgeben von einer liebevoll angelegten Gartenanlage, ein paar Gehminuten vom Strand entfernt, gibt es bei Lotus Sutra. Wir haben während unserer Zeit in Goa, im NoName Guesthouse gewohnt. Besonders gut gefallen hat uns die offene Küche, der gemütliche Sitzbereich und das grandiose Frühstück. Wir würden wiederkommen!

Um die für dich beste Unterkunft in Goa zu finden, vergleichst du am besten bei Booking.com. Mit meinem Link sparst du 15 Euro bei deiner Buchung.

Roller mieten

Um Goa auf eigene Faust zu erkunden und vor Ort flexibel zu sein, mietest du dir am besten einen Roller. Wir konnten unseren direkt bei der Unterkunft ausleihen und haben 200 Rupie (= 2,40 Euro) pro Tag bezahlt.

Goa Indien Roller mieten

Lesestoff für deine Reise

Gute Reiseführer für den Süden Indiens findest du bei Dumont und Lonely Planet.

Wenn du mehr über die Kultur des Landes erfahren möchtest, kann ich dir den Kulturschock Indien oder das Buch Niemals Indien ans Herz legen. Für entspannte Tage am Strand, empfehle ich dir außerdem den Klassiker Shantaram, der dich mit seinen farbenfrohen Erzählungen ganz sicher in eine andere Welt entführen wird.

Vorsicht, Lebensmittelvergiftung!

Machen wir uns nichts vor: Vor einer Lebensmittelvergiftung, verursacht durch unhygienisches Essen oder verschmutztes Trinkwasser, ist in Indien niemand sicher. Der sogenannte Delhi Belly, eine Magen-Darm-Erkrankung, benannt nach Indiens Hauptstadt, kann absolut jeden treffen, auch wenn man sich an die Regeln hält. Ich habe es am eigenen Leib erfahren und dabei kann ich mich auf Reisen normalerweise sehr auf meinen robusten Magen verlassen. Noch nie zuvor hatte ich ernsthafte Probleme, weder in Thailand, Indonesien, Vietnam oder in Südamerika.

Auch die drei Wochen in Rajasthan, im Norden Indiens, habe ich ohne Beschwerden überstanden und wagte es schon zu glauben, ich wäre einer der wenigen Menschen, die Indien bereisen und um den Delhi Belly herum kommen. Doch dann kam Goa.

Ich weiß bis heute nicht genau, was passiert ist bzw. wo die Ursache liegt, doch plötzlich lag ich zwei volle Tage mit Erbrechen, Durchfall, Schüttelfrost und allem was dazu gehört im Bett und das bei einer unerträglichen Hitze. Um dich vor einer Magen-Darm-Infektion zu schützen, solltest du in Indien auf keinen Fall Leitungswasser trinken, nicht mal deine Zähne damit putzen (!!) sowie alle Lebensmittel vermeiden, die mit Leitungswasser gewaschen wurden. Darunter fällt zum Beispiel auch Salat. Früchte solltest du immer schälen, alles Weitere nur gekocht essen.

Geld abheben in Goa

Geldautomaten findest du in Arambol sowie in Old Goa. Zum kostenlosen Geldabheben in Indien empfehle ich dir die Girokarte der DKB. Damit zahlst du keine Kontoführungsgebühren und kannst weltweit kostenlos bezahlen und Bargeld an Automaten abheben. Ich nutze die Karte seit vielen Jahren und bin sehr zufrieden.

 

 

 

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Julia Lassner globusliebe

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