Mount Batur Bali Wanderung zum Sonnenaufgang
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Mount Batur Bali: Sonnenaufgang auf einem aktiven Vulkan

Von
9. Oktober 2014

Hoch oben auf dem Mount Batur herrscht eine mystische Stille. Im Tal steigt dichter Nebel auf. Plötzlich zeigt sich ein schmaler orange-roter Lichtstreifen am Horizont. Die ersten Sonnenstrahlen blitzen hinter den Bergen hervor. Die Sonne küsst die Erde langsam wach. Ein einzigartiges Erlebnis, das für immer in meiner Erinnerung bleibt.

Eines meiner aufregendsten und schönsten Abenteuer während meines Auslandssemesters auf Bali, war die Besteigung des aktiven Vulkans Gunung Batur (Mount Batur) zum Sonnenaufgang. Davon möchte ich dir heute erzählen.

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Eine Reise in den Norden Balis

Dass es auf Bali auch mal so richtig kalt werden kann, stellen wir bei einem Wochenendtrip in den Norden der Insel fest. In einer Gruppe von acht Leuten fahren wir mit unseren Motorbikes die 70 Kilometer von Seminyak zum Mount Batur. Die Strecke führt uns durch kleine Dörfer, vorbei an Märkten, Reisfeldern und Palmenhainen.

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Je weiter wir nach Norden gelangen, desto kurviger und steiler werden die Straßen. Die Luft wird zunehmend kälter. Damit haben wir nicht gerechnet. Während der Fahrt, macht sich eine Gänsehaut auf meinem ganzen Körper breit. Warme Kleidung habe ich natürlich nicht dabei.

Am späten Nachmittag erreichen wir den wunderschönen Kratersee Lake Batur, an dessen Ufer das kleine Dorf Toya Bungkah liegt. Dies der ideale Ausgangspunkt für eine Besteigung des Vulkans Mount Batur ist.

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Wir landen in einem gruseligen, ranzigen Hotel, in dem wir uns fühlen wie in einem schlechten Horrorfilm. Aber da wir als arme Studenten weder unnötig Geld ausgeben wollen noch viel Zeit zum Schlafen bleibt, entscheiden wir uns zu bleiben und bezahlen 200.000 Rupiah für ein 4er Zimmer. Das sind umgerechnet gerade mal 3,25 Euro pro Person.

Nachdem wir einen Guide für unsere Vulkantour gefunden und unseren Trip für die Nacht gebucht haben, legen wir uns aufs Bett ohne die widerlichen Wolldecken zu benutzen, denn die will keiner von uns auch nur anfassen.

Zitternd vor Kälte wache ich mitten in der Nacht auf und höre ein lautes Geräusch. Ein Tier kriecht durch unser Zimmer. Da ich lieber gar nicht wissen möchte was es ist, schließe ich die Augen und versuche krampfhaft wieder einzuschlafen.

Der mühsame Aufstieg zum Gipfel

Um 3.30 Uhr klingelt der Handywecker. Zur flüchtigen Katzendusche muss unser Trinkwasser ausreichen, denn die rostigen Wasserleitungen in unserem Badezimmer streiken.

Pünktlich holt unser balinesischer Guide uns am Hotel ab. Durch die Dunkelheit fahren wir ihm mit unseren Motorrollern hinterher bis wir am Fuße des Vulkans, dem Ausgangspunkt der Wanderung, ankommen. Vor einer kleinen Holzhütte gibt es heißen Kaffee und trockene Cracker zum Wachwerden.

Bevor der dreistündige Aufstieg zum Krater des Mount Batur beginnt, werden wir mit Taschenlampen ausgerüstet. Zuerst geht es nur leicht bergauf und wir folgen unserem fröhlichen Guide im Gänsemarsch. Es ist stockdunkel.

Nach einer Weile wird es steiler und anstrengender. Die Pfade, auf denen wir uns befinden, sind unbefestigt und in der Dunkelheit kaum zu erkennen. Mit einem ordentlichen Tempo geht es voran.

„Diese Tour hat nichts mehr mit Wandern, sondern eher mit Bergsteigen zu tun“, fluche ich, als wir zwischen den Felsen und losen Steinen rumklettern und immer wieder abrutschen. Ich muss zugeben, dass wir nicht besonders gut vorbereitet sind und dementsprechend auch nicht die besten Schuhe für eine Bergbesteigung dabei haben. Aber das scheint auf Bali niemanden zu stören, denn selbst der Guide turnt mit Flip Flops auf dem Vulkan rum.

Mit zunehmenden Höhenmetern lassen meine Kräfte nach. Der Anstieg wird steiler und steiler, die Luft kühler und ich schwitze als säße ich in der Sauna. Nur dass diese Wanderung weniger mit Wellness-Chichi zu tun hat.

 „Keine Zeit für Verschnaufspausen“, ruft unser Guide „sonst schaffen wir es nicht, bis zum Sonnenaufgang auf den Gipfel.“ Ich möchte ihn am liebsten erschlagen. Stattdessen kämpfe ich mit meinen müden Beinen und motiviere mich zum Durchhalten. Bald haben wir es geschafft!

Farbenspiel über der Vulkanlandschaft

Oben angekommen ist meine Strickjacke komplett durchgeschwitzt, mein Gesicht knallrot und die Haare klatschnass. Meine Beine zittern. Ich kann nicht mehr.

Doch mit einem Mal ist alle Anstrengung und Mühe vergessen, denn der Ausblick entschädigt für alles. In der Morgendämmerung haben wir einen Panoramablick auf die einzigartige Vulkanlandschaft, den Lake Batur und die Silhouetten der umliegenden Berge. Es ist traumhaft!

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Schon bald zeigt sich ein schmaler orange-roter Lichtstreifen am Horizont, Wolken und dichter Nebel steigen aus dem Tal empor und plötzlich kommen die ersten Sonnenstrahlen des Tages zum Vorschein. Die Morgenluft ist frisch und klar, die Natur erwacht langsam zum Leben und die Stimmung ist irgendwie mystisch.

„Sonnenaufgänge haben etwas Magisches an sich. In den Bergen sind sie noch schöner!“

Langsam verschwindet die dunkle Nacht und eine spektakuläre Landschaft kommt zum Vorschein. Ich bin völlig überwältigt und lasse die Schönheit der Natur auf mich wirken.

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Gipfelfrühstück auf dem Mount Batur

Während wir das Naturspektakel des Sonnenaufgangs voller Begeisterung bewundern, bereitet unser Bergführer ein ganz besonderes Frühstück vor. Es gibt starken Kaffee und weiche Brötchen mit warmer, im Vulkan gebackener Banane. Dazu Eier, ebenfalls in der heißen Lavaerde gekocht.

Obwohl das Essen etwas nach Schwefel schmeckt, ist es ein tolles Erlebnis. Wann hat man schon mal die Chance auf dem Gipfel eines Vulkans zu frühstücken?

Der Mount Batur ist übrigens 1.717 Meter hoch und brach im Jahre 2000 zum letzten Mal aus. Dass der Vulkan auch heute noch aktiv ist, merkt man an den aufsteigenden Schwefelwolken und dem dazugehörigen Geruch nach faulen Eiern.

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Kraterwanderung und Abstieg

Nach dem Frühstück folgt eine abenteuerliche Wanderung um den Krater des Mount Batur. Der Weg ist verdammt schmal, rechts und links geht es steil bergab. „Letztes Jahr ist hier ein Mädchen abgerutscht und gestorben,“ erzählt unser Guide. Wir sollen gut aufpassen warnt er.

Der Abstieg auf der Rückseite des Vulkans ist leichter, aber trotzdem sehr anstrengend, denn meine Beine fühlen sich an wie Wackelpudding. Zwei Stunden lang klettern wir die brüchigen Lavafelder hinunter und haben währenddessen eine wundervolle Aussicht. Die Landschaft ist einmalig.

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Mount Batur Bali Abstieg

Die meist gestellten Fragen zur Wanderung auf den Mount Batur

(aktualisiert im Februar 2019)

Wie lange dauert die gesamte Tour?

Vom Startpunkt bis zum Gipfel des Mount Batur benötigst du etwa zwei bis drei Stunden. Um rechtzeitig zum Sonnenaufgang auf der Spitze zu sein, beginnt der Aufstieg um vier Uhr in der Nacht. Für die gesamte Tour solltest du etwa acht bis neun Stunden einplanen. Gegen Mittag bist du zurück am Ausgangspunkt.

Wie fit muss ich für den Aufstieg sein?

Eine zuverlässige Aussage über das erforderliche Fitnesslevel zu machen, fällt mir ehrlich gesagt sehr schwer, denn ich kann immer nur von mir selbst ausgehen. Ich wandere sehr gerne, würde mich aber nicht als besonders trainiert bezeichnet. Ich persönlich fand den Aufstieg höllisch anstrengend, aber meiner Meinung nach auch für Sportmuffel machbar. Wer weniger Kondition hat, musst eben etwas langsamer gehen.

Was muss ich mitnehmen?

Für die Wanderung empfehle ich dir unbedingt festes Schuhwerk, eine Jacke oder einen Pullover (denn oben auf dem Gipfel kann es ganz schön kalt werden), eine Taschen- oder Stirnlampe für die Nacht, ganz viel Trinkwasser, Sonnencreme, Sonnenbrille und ein paar Snacks mitzunehmen.

Wo kann ich die Wanderung buchen?

Als ich die Wanderung zum Gipfel des Mount Batur unternommen habe, gab es noch keinen Anbieter, den man übers Internet buchen konnte. Wir sind einfach hingefahren, haben im Dorf nach einem Guide gefragt und uns für den nächsten Morgen mit ihm verabredet. Fertig.

Mittlerweile wird der Aufstieg zum Mount Batur von Get your Guide angeboten. Die Tour hat super viele herausragende Bewertungen und ich kenne selbst zwei Leute, die sie 2018 mitgemacht haben und empfehlen würden.

Wo kann ich übernachten?

Buchst du die Tour über Get Your Guide, ist der Transfer von deiner Unterkunft inklusive. Zur Übernachtung empfehle ich dir folgende außergewöhnliche Unterkünfte, alle in der Nähe des Vulkans gelegen:

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21 Kommentare
  1. Antworten

    Daniel

    18. Januar 2015

    Hey Julia,

    sehr schöne Bilder von dem Sonnenaufgang. Ich hatte 2013 leider nicht das Glück, Es war komplett nebelig, immerhin wurde es beim Abstieg besser und so war es doch noch eine tolle Tour.

    Beste Grüße
    Daniel

    • Antworten

      Julia

      18. Januar 2015

      Lieber Daniel,
      schade, dass das Wetter bei dir nicht mitgespielt hat.
      Aber ein Erlebnis war es trotzdem oder?
      Ich fand selbst den Abstieg genial.
      Vielleicht hast du ja noch einmal die Chance den Vulkan zu besteigen?! ;)
      Viele Grüße,
      Julia

  2. Antworten

    Marianna

    13. Mai 2015

    Super schön! Toller Artikel.

  3. Antworten

    Sabine

    13. Mai 2015

    Super schöne Bilder! Da kommt bei mir gleich Fernweh auf. Einen Sonnenaufgang auf diesem Vulkan zu erleben ist einfach magisch. Bei mir ist es leider schon wieder viel zu lange her. Wir haben uns aber damals geschworen wiederzukommen! Mal sehen vielleicht klappt es ja.

    • Antworten

      julialassner

      14. Mai 2015

      Danke dir liebe Sabine!
      Ich würde auch sofort wiederkommen und mir das noch einmal anschauen.
      Obwohl der Aufstieg schon sehr anstrengend war ;) Aber es hat sich gelohnt!
      Wann warst du auf Bali?
      Liebe Grüße,
      Julia

  4. Antworten

    Sandra

    2. Juni 2015

    Hallo Julia,

    Ein toller Beitrag, mit fantastischen Fotos. Da hat mein Reise-Herz direkt höher geschlagen!

    Bei der Beschreibung des Aufstiegs bin ich besonders ins Schmunzeln gekommen. Das mit dem Fluchen und innerlichen Wutausbrüchen hätte auch original ich sein können und hat mich sehr ein meinen letzten Bergaufstieg in Engadin erinnert. Noch schöner ist es ja auch, wenn man in nem Affenzahn hochheizen muss. Ich fühle also mit dir :D

    Bei den Bildern bekomme ich aber schon fast Lust meine „Bergphobie“ zu überwinden. Im Sommer geht es für mich nämlich auch nach Indonesien und ich denke meine To-Do-Liste ist soeben um einen Punkt reicher geworden.

    Vielen Dank dafür und mach weiter so!

    Liebe Grüße

    Sandra

    • Antworten

      julialassner

      3. Juni 2015

      Liebe Sandra,
      vielen Dank für deinen Kommentar. Ich freue mich sehr darüber, dass ich dich mit meinem Artikel ein bisschen dazu motivieren konnte, deine Bergphobie zu überwinden. Bin sehr gespannt, wie dir der Sonnenaufgang auf dem Mount Batur gefällt und ob du den Aufstieg auch so anstrengend findest ;)
      Ich wünsche dir eine unvergesslich schöne Zeit in Indonesien mit ganz vielen tollen Erfahrungen! Wie lange bleibst du denn?
      Viele Grüße,
      Julia

  5. Antworten

    Patricia Zakrzewska

    15. August 2016

    Hallo! :)) toller Eintrag!
    Hab da noch ne Frage, ist das die Tour auf dem Berg oder Vulkan? Oder zählt das als das gleiche? Das verwirrt mich so bei der Buchung so einer Tour.

    • Antworten

      Julia

      15. August 2016

      Hallo Patricia,
      der Mount Batur ist der Vulkan :)
      Viele Grüße,
      Julia

  6. Antworten

    Daniel

    17. Juni 2017

    Hey Julia,

    das klingt fantastisch und wir werden das unbedingt machen.
    Über welchen Anbieter hast du denn den Guide gebucht?

    Danke und Gruß,
    Daniel

  7. Antworten

    Erika

    19. März 2018

    Hallo Julia,
    wir sind Ende Mai auf Bali und unsere Plan war auf jeden Fall den Vulkan Batur zu
    besteigen und den wunderschönen Sonnenaufgang zu erleben.
    Ich bin sportlich und fit, habe jedoch Probleme mit der Höhenangst auch hier in den Bergen.
    Ganz schmale Pfade auf dem Gipfel, wo es rechts und links nach unter geht, oder auch
    schmale Pfade, die nur auf einer Seite steil nach unter gehen sind für mich der Horror.
    Denkst Du, dass es für mich machbar ist, diese Tour zu gehen ?

    • Antworten

      Julia

      20. März 2018

      Liebe Erika,
      ich kann leider nicht einschätzen, wie stark deine Höhenangst ist. Der Abstieg auf der Rückseite des Berges ist jedenfalls nicht zu unterschätzen, denn der kleine Trampelpfad am Kraterrand entlang ist wirklich sehr schmal. Ich hatte damit keine Probleme, kann mir aber vorstellen, dass es für Menschen mit Höhenangst eine echte Herausforderung ist.
      Alles Liebe,
      Julia

  8. Antworten

    Hati

    4. Januar 2019

    Hallo Julia,

    ich bin zufällig auf deine Seite gestoßen und finde den Text schon beim lesen extrem spannend. Ich möchte in meinem Bali Urlaub auch einen Vulkan besteigen, aber ich habe Angst es nicht bis zum Ende zu schaffen, weil ich eher wenig Sport treibe. Meine Motivation ist aber so groß es unbedingt zu machen! Was meinst Du? Ist die Strecke auch für eher unsportliche Leute mit etwas Zusammenreißen machbar?

    Liebe Grüße
    Hati

    • Antworten

      Julia

      5. Januar 2019

      Hallo Hati,
      ich kann leider nicht einschätzen, wie fit du bist und ob der Aufstieg für dich zu anstrengend oder machbar ist. Nach meiner Einschätzung ist die Wanderung auch für eher unsportliche Menschen geeignet, sollte dennoch nicht unterschätzt werden.
      Alles Liebe und viel Spaß auf Bali,
      Julia

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Hey, ich bin Julia,

Reisebloggerin, Fotografin und Autorin der Bücher »Fernweh« und »Wie uns Reisen glücklich macht«. Auf globusliebe findest du wertvolle Reisetipps, die nicht in jedem Reiseführer stehen – sei es für Deutschland oder die Ferne. Da mein Herz nicht nur fürs Reisen, sondern auch für die Erhaltung unseres wundervollen Planeten schlägt, bekommen nachhaltige Themen hier einen immer größeren Fokus.

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