symphony_of_the_seas_kreuzfahrtschiff_royal_caribbean
Alle Berichte EUROPA Spanien

Symphony of the Seas: Jungfernfahrt auf dem größten Kreuzfahrtschiff der Welt

Von
18. April 2018

Enthält Werbung*| Es verschlägt uns die Sprache, als wir den Hafen von Malaga erreichen und zum ersten Mal vor dem größten Kreuzfahrtschiff der Welt stehen. Erst drei Tage zuvor hatte die Symphony of the Seas die Werft in Frankreich verlassen. Noch ist alles völlig neu und unbenutzt: Das Geschirr, die Pools, die Handtücher. Noch nie hat jemand auf den Liegen gelegen oder in den Betten geschlafen. Wir werden die Allerersten sein. Was für ein Erlebnis!

Gemeinsam mit meiner Freundin Chrissy, die ich letzten Herbst beim Segeln in Griechenland kennenlernte, betrete ich den neuen Riesenkreuzer von Royal Caribbean. Wir sind zur Medienreise eingeladen, eine Jungfernfahrt vor der offiziellen Jungfernfahrt sozusagen.

symphony_of_the_seas_kreuzfahrtschiff

symphony_of_the_seas_kreuzfahrtschiff

Symphony of the Seas

Nachdem wir unsere Balkonkabine bezogen und das Gepäck verstaut haben, spazieren wir los. Schließlich wollen wir jeden Winkel des größten Kreuzfahrtschiffes der Welt erkunden. Anfangs sind wir etwas überfordert, denn die Orientierung fällt nicht leicht. Immerhin gibt es insgesamt 18 Decks und jedes einzelne davon zieht sich über eine Länge von 362 Metern.

Wenn alle Kabinen belegt sind, bietet die Symphony of the Seas Platz für 6.680 Passagiere. Hinzu kommen 2.200 Besatzungsmitglieder. Auf dieser Medienreise sind zum Glück nur etwa 1.000 Gäste an Bord (so ganz genau kann uns das niemand sagen). Jedenfalls verläuft es sich prima und wir haben zu keiner Zeit das Gefühl, dass es zu voll ist.

Bevor das Kreuzfahrtschiff ablegt, erleben wir einen wundervollen Sonnenuntergang über Malaga. Während die ganze Umgebung in warmes Licht getaucht wird, stehen Chrissy und ich auf dem Außendeck, stoßen mit Sekt an und feiern das Leben. Wenige Stunden später stechen wir in See. Himmel und Meer sind mittlerweile schwarz geworden.

symphony_of_the_seas_kreuzfahrtschiff_kabine

Unsere Balkonkabine auf der Symphony of the Seas

symphony_of_the_seas_malaga

Sonnenuntergang im Hafen von Malaga

symphony_of_the_seas_kreuzfahrtschiff

Ein schwimmender Freizeitpark

Der zweite Tag unserer Reise mit der Symphony of the Seas ist ein Seetag. Während wir mit Kurs auf Barcelona an der spanischen Ostküste entlang schippern, bleibt ausreichend Zeit, um das Bordleben zu genießen. Langweilig wird es auf dem größten Kreuzfahrtschiff der Welt keinesfalls, dafür sorgt das Überangebot an Entertainment.

Wer Spaß und Aktion sucht, dem stehen nicht nur Minigolf, Theater und Casino zur Verfügung, sondern auch eine Eislaufbahn, ein Surfsimulator, eine Zipline, einen Wasserpark für Kinder, Lasertag, Kletterwände sowie zahlreiche Wasserrutschen. Optisch am beeindruckendsten ist Ultimate Abyss, eine pinkfarbene Rutsche, die sich in waghalsigen Kurven über zehn Decks nach unten windet. Sie ist zur Zeit die längste Rutsche auf den Weltmeeren.

Zusätzlich bietet die Symphony of the Seas ganze Erlebniswelten wie zum Beispiel den Boardwalk oder den Central Park auf Deck 8. Eine hübsch angelegte Gartenanlage mit Vogelgezwitscher vom Band. Drumherum reihen sich kleine Restaurants und Shops aneinander, sodass ich das Gefühl habe, in einem schwimmenden Freizeitpark zu sitzen. Das einzige Manko: Der Blick aufs Meer fehlt, denn der Central Park befindet sich im „Innenhof“ des riesigen Dampfers.

symphony_of_the_seas_pooldeck

Im Innenhof befindet sich der Central Park

symphony_of_the_seas_ ultimate_abyss

Ultimate Abyss: Die längste Rutsche auf See

Meine liebsten Rückzugsorte an Bord

Wer genug belustigt und bespaßt wurde, sehnt sich im Urlaub wahrscheinlich auch nach stillen Rückzugsorten, an denen man die Beine hochlegen, ein Buch lesen oder einfach nur auf die Wellen blicken kann. Auch die gibt es an Bord der Symphony of the Seas, wenn auch nicht unbedingt im Überfluss.

Meine liebsten Rückzugsorte sind zum einen der eigene kleine Balkon unserer Kabine und sowie die bequemen Liegeinseln auf dem Suitendeck. Hier haben wir unsere Ruhe, bestellen uns einen Gin Tonic an der Bar und lassen uns die warme Frühlingssonne ins Gesicht scheinen. Das Beste an diesen beiden Orten ist der unendliche Weitblick aufs Meer, der mir persönlich bei einer Kreuzfahrt am wichtigsten ist.

symphony_of_the_seas_balkonkabine

Sonnenbaden auf dem eigenen Balkon

symphony_of_the_seas_suitendeck

Mit Gin Tonic auf dem Suitendeck

symphony_of_the_seas_suitendeck

Kulinarische Highlights an Bord

Selbstverständlich prüfen wir auch das kulinarische Angebot der Symphony of the Seas auf Herz und Nieren. Wahrscheinlich muss ich gar nicht erwähnen, dass das ebenso vielfältig und gigantisch ist, wie das Schiff selbst. Über 20 verschiedene Restaurants, Cafés und Bars gibt es an Bord und egal wo wir essen, alles ist super schön angerichtet und geschmacklich absolut genial.

Meine (vegetarischen) Lieblinge sind:

  • Windjammer Buffet-Restaurant für ein perfektes Frühstück mit Meerblick
  • Jamie’s Italien wegen den kreativen Gerichten von Jamie Oliver
  • Johnny Rocket wegen seiner Oreo Milchshakes
  • El Loco Fresh Mexican wegen der köstlichen Tacos, Quesadillas und Burritos für zwischendurch
  • Solarium Bistro wegen des schönen Ausblicks
  • Main Dining Room zum feinen Abendessen. Meine Empfehlung: Salat aus Tomate, Wassermelone und Feta zur Vorspeise sowie Tagliatelle mit getrockneten Tomaten, Pilzen und Basilikum Pesto zur Hauptspeise.

Für Fleisch- und Fischesser gibt es auch ein typisch amerikanisches Steakhouse, einen Burgerladen, ein Sushi Restaurant und viele weitere Optionen.

symphony_of_the_seas_windjammer

Frühstück im Windjammer Buffet-Restaurant

symphony_of_the_seas_kreuzfahrtschiff_restaurant_essen

symphony_of_the_seas_kreuzfahrtschiff_restaurant_essen

symphony_of_the_seas_kreuzfahrtschiff_restaurant_essen

symphony_of_the_seas_kreuzfahrtschiff_restaurant_windjammer

Ankunft in Barcelona

Am letzten Tag unserer Reise mit der Symphony of the Seas stehen wir extra früh auf, um den Sonnenaufgang über Barcelona zu erleben. Wir genießen ein letztes Frühstück an Bord, während sich der Himmel über uns pink färbt. In der Ferne können wir bereits die Sagrada Família inmitten des sandsteinfarbenen Häusermeeres erblicken.

Hinter uns liegt ein Kreuzfahrtschiff der Costa Reederei, ein weiteres von MSC fährt gerade in den Hafen ein. Gegen die Symphony of the Seas wirken beide wie Spielzeug.

Leider bleibt uns wegen meines Abgabetermins des Buches keine Zeit mehr in Barcelona zu bleiben. Ansonsten hätten Chrissy und ich unseren Trip sicher noch um ein paar Tage verlängert, wären durch die hübschen Gassen der Altstadt geschlendert und hätten uns spanische Tapas und Wein schmecken lassen. Stattdessen trennen wir uns schweren Herzens am Flughafen.

symphony_of_the_seas_kreuzfahrtschiff_barcelona

Kreuzfahrt-Riesen treffen aufeinander

symphony_of_the_seas_kreuzfahrtschiff_barcelona

Morgenlicht im Hafen von Barcelona

Kreuzfahrtschiffe vs Umwelt

Wer sich mit Kreuzfahrtschiffen beschäftigt, vielleicht schon mal eine Kreuzfahrt unternommen hat oder demnächst eine plant, der wird um das Thema Umweltbelastung nicht herum kommen. Jedem von uns wird vermutlich klar sein, dass der Schadstoffausstoß von Riesenkreuzern enorm ist.

Da mir dieses Thema besonders am Herzen liegt und ich auf globusliebe nichts verschönern oder gar verschweigen will, möchte ich auch auf die Schattenseiten des Kreuzfahrttourismus eingehen. Ich finde es wichtig, sich mit dem Thema auseinanderzusetzen und auch mal über den Tellerrand hinaus zu blicken. Dabei schreibe ich hier nicht mit erhobenem Zeigefinger, der andere an den Pranger stellen will, sondern als jemand, der beruflich und privat extrem viel reist, fliegt und Schiff fährt und trotzdem versucht seinen ökologischen Fußabdruck möglichst gering zu halten.

Leicht ist das nicht, aber gerade weil ich so viel reise und weiß, wie wunderschön unsere Erde ist, möchte ich sie erhalten und hadere oft mit mir selbst, welche Dinge ich unterstütze und welche nicht. Aus diesem Grund finde ich es wichtig, dass auch Reedereien sich mehr und mehr mit dem Thema Umweltbelastung auseinandersetzen.

Während der Medienreise auf der Symphony of the Seas habe ich mich genauer umgeschaut und festgestellt, dass Royal Caribbean erste Maßnahmen ergreift, die unserer Umwelt zugute kommen. Save the Waves nennt sich das Programm, das ich von meiner Zeit bei TUI Cruises bereits kenne. Hier werden sämtliche Regularien zur Mülltrennung, Müllvermeidung und zum Recycling festgehalten. Es werden weder Plastikstrohhalme noch Wegwerfbecher verwendet, auf den Kabinen gibt es keine Kosmetikartikel in Plastikpröbchen und sämtliche Infos für die Gäste werden nicht, wie sonst üblich, auf Papier gedruckt, sondern digital zur Verfügung gestellt. Das spart unglaubliche Mengen an unnötigem Papiermüll.

Um den Ausstoß klimaschädlicher Emission zu reduzieren, werden auf dem größten Kreuzfahrtschiff der Welt Schwefelfilter eingesetzt. In Zukunft will Royal Caribbean sogar ganz auf giftiges Schweröl verzichten und stattdessen auf Flüssiggas umrüsten. Das erste Schiff, das mit Flüssiggas betrieben werden soll, wird allerdings erst 2020 auf den Weltmeeren fahren. Bis dahin, so betont es die Reederei, verbraucht die Symphony of the Seas immerhin 25 Prozent weniger Schweröl als das erste Schiff der Oasis Klasse.

Routen & Preise der Symphony of the Seas

Seit Mitte April 2018 bietet die Symphony of the Seas einwöchige Kreuzfahrten durch das westliche Mittelmeer mit Start- und Endziel Barcelona. Angelaufen werden auf dieser Reise die Häfen von Palma de Mallorca, Marseille, La Spezia, Civitavecchia und Neapel. Die Preise für eine dreitägige Kreuzfahrt beginnen bei 709 Euro pro Person in der Innenkabine. Eine Woche gibt es ab rund 1.000 Euro pro Person. In der Wintersaison fährt die Symphony of the Seas in ihren zukünftigen Heimathafen nach Miami. Dort beginnen die Preise für Kurzreisen bei 792 Euro.

Wer sich etwas mehr Luxus gönnen möchte, bucht eine Balkonkabine (kann ich absolut empfehlen!) oder gleich eine der großräumigen Family Suiten, die sich über zwei Decks verteilen.

symphony_of_the_seas_kreuzfahrtschiff

Mein ehrliches Fazit

Dass mein Seefahrerherz schneller schlägt, sobald ich ein Schiff betrete, weiß ich, seitdem ich selbst als Crewmitglied auf Kreuzfahrtschiffen angeheuert habe. Ich liebe es auf dem Meer zu sein, auf die Wellen zu blicken, die in der Ferne mit dem Horizont verschmelzen und meine Lungen mit frischer Seeluft zu füllen. [Weitere Infos zu meinem Job auf hoher See, liest du in meinem Artikel Der schönste Arbeitsplatz der Welt.]

Und gerade weil ich eine tiefe Verbindung mit der Seefahrt habe, mache ich mir Gedanken um die Verschmutzung der Meere. Deshalb finde ich es ein verdammt wichtiger Schritt, dass Royal Caribbean mit der Symphony of the Seas weitestgehend auf Plastik verzichtet und Abfälle drastisch reduziert. Rohöl wird zwar immer noch in Massen verschwendet, aber auch hier gibt es bereits Maßnahmen, die hoffentlich sehr bald in die richtige Richtung führen.

Die Größe des Schiffes ist mir ehrlich gesagt etwas zu krass. Von meiner eigenen Schiffszeit, bin ich Kreuzer mit maximal 2.000 Passagieren und etwa 700 Crewmitgliedern gewöhnt. Das reicht meiner Meinung nach voll und ganz aus. Man braucht keine 8.000 Menschen auf einem Schiff. Bei unserer Reise hatten wir das große Glück, mit nur wenigen Medienleuten an Bord zu sein, was super entspannt war. Die Pooldecks waren immer leer. Wie es wirklich ist, wenn 6.680 Kreuzfahrtgäste einen Liegeplatz in der Sonne suchen oder sich um das Buffet prügeln, kann ich leider nicht sagen.

symphony_of_the_seas_kreuzfahrtschiff_seetag

Den Trend zur Massenkreuzfahrt kann ich nicht nachvollziehen, denn ich selbst habe schon öfters erlebt, wie schlimm es ist, wenn mehrere Schiffe gleichzeitig in einem Hafen anlegen und kleine Städtchen wie Bergen in Norwegen oder Tallinn in Estland von Menschen überrannt werden. Ganz zu schweigen von so manchen Karibikinseln, die an den Menschenmassen fast zu ersticken drohen.

Bei dem Überangebot der Aktivitäten, stelle ich mir die Frage: Brauche ich sowas wirklich? Die Antwort lautet definitiv NEIN! Niemand braucht eine Eislaufbahn auf dem Meer. Niemand braucht Lasertag und niemand braucht Roboter, die einem den Drink mixen! Geht es bei Kreuzfahrten nicht in erster Linie darum, auf dem Meer zu sein? Den Blick auf die Wellen zu genießen? Den Horizont anzustarren? Dem Rauschen der Wellen zu lauschen? All das geht für meinen Geschmack ein wenig verloren, wenn man sich vom gigantischen Entertainment Angebot zerstreuen lässt.

Aber zum Glück gibt es auch Rückzugsorte an Bord, die für Erholung sorgen. Zieht man sich ein wenig raus aus dem Getümmel, genießt die Ruhe auf dem Suitendeck oder die Sonne auf dem Balkon, hat man eine wunderbare Zeit auf der Symphony of the Seas. Vor allem das Essen ist der Kracher, die Crew ist einmalig und die Sonnenuntergänge auf mehr Meer sind ohnehin kaum zu toppen!

symphony_of_the_seas_kreuzfahrtschiff


*Offenlegung: Ich wurde von Royal Caribbean zur Medienreise mit der Symphony of the Seas eingeladen. Bezahlt wurde ich für meine Arbeit nicht. Meine eigene Meinung bleibt wie immer unberührt.

TAGS
3 Kommentare
  1. Antworten

    Anni Pastel

    18. April 2018

    Ach ich weiß immer nicht so wirklich, was ich von Kreuzfahrten halten soll. Einerseits würde ich es unglaublich gerne mal machen, andererseits will ich nicht für sooo unglaublich viel Geld – für das man sicherlich auch “besser“ verreisen kann – in einem schwimmenden Entertainmentcontainer eingesperrt sein, wo ich jede Annhemlichkeit teuer extra bezahlen muss. Schwierig. Aber die Bilder und der Text sind auf jeden Fall toll!

    Liebe Grüße,
    Anni

    • Antworten

      Julia

      2. Mai 2018

      Hallo Anni,
      herzlichen Dank für deinen Kommentar. Ich kann deine Bedenken sehr gut nachvollziehen. Sicher gibt es Reisearten, bei denen man flexibler und individueller unterwegs sein kann, als auf einem Kreuzfahrtschiff. Dennoch ist es eine coole Erfahrung sowas mal mitzumachen. Im Endeffekt muss aber jeder für sich entscheiden, welche Art von Urlaub er bevorzugt und für diejenigen, die Kreuzfahrten mögen, gibt es ja auch eine riesige Auswahl an großen und kleinen Schiffen mit unterschiedlichen Schwerpunkten. Einige setzen zum Beispiel mehr auf Wellness und Erholung anstatt auf Entertainment und Action.
      Viele liebe Grüße, Julia

Schreibe einen Kommentar

WILLKOMMEN ♡

Julia Lassner globusliebe

Hi, ich bin Julia,

Freigeist, Weltreisende und Abenteurerin mit Leib und Seele. Auf globusliebe findest du Once-in-a-lifetime Erlebnisse, Outdoor Abenteuer und einzigartige Unterkünfte, die vielleicht schon bald auf deiner eigenen Bucket List stehen?! Lass dich von meinen Reiseberichten aus aller Welt inspirieren! ➸ Weiterlesen

MerkenMerken

WAS SUCHST DU?
BEKANNT AUS
DIE KREDITKARTE ZUM REISEN

Mein Geschenk an dich ♡
JETZT VORBESTELLEN