Mecklenburgische Seenplatte: Urlaub im Land der 1.000 Seen
Die Mecklenburgische Seenplatte ist das größte zusammenhängende Seengebiet Deutschlands. Über tausend natürliche Seen, die durch Kanäle und kleine Flüsse miteinander verbunden sind, prägen die einzigartige Wasserlandschaft im Süden Mecklenburg Vorpommerns. Dazwischen erwarten dich dichte Laubwälder, stille Moore, der Müritz Nationalpark und malerische Orte, die zum Bummeln einladen.
Die Region ist ein Paradies für alle, die gerne Zeit in der Natur verbringen und im Urlaub bewusst einen Gang runterschalten möchten. Beim Baden in glasklaren Seen, beim Wandern oder Radfahren entlang der Ufer, bei einer Kanutour über stille Gewässer oder auf einem Hausboot lässt sich der Alltag leicht vergessen.
In diesem Guide findest du jede Menge Informationen, Inspiration und persönliche Tipps für deinen Urlaub an der Mecklenburgischen Seenplatte.
Urlaub an der Mecklenburgischen Seenplatte
Die Mecklenburgische Seenplatte, oder auch Mecklenburger Seenplatte genannt, liegt im Nordosten Deutschlands und beginnt bereits weniger als eine Stunde von Berlin entfernt. Die 6.000 Quadratkilometer große Region erstreckt sich über den Süden Mecklenburg Vorpommerns und reicht bis in den Norden Brandenburgs.
Die größte Stadt an der Mecklenburgischen Seenplatte ist Neubrandenburg mit rund 60.000 Einwohnern. Als touristisches Zentrum gilt jedoch Waren an der Müritz. Die Stadt liegt am größten See der Seenplatte und am Eingang zum Müritz Nationalpark.
Entstanden ist die Landschaft während der letzten Eiszeit. Gletscher formten die sanften Hügel und hinterließen zahlreiche Senken, die sich nach ihrem Abschmelzen mit Wasser füllten. Heute verteilen sich 1.117 natürliche Seen über die Region. Viele von ihnen sind durch Flüsse und Kanäle miteinander verbunden und bilden somit das größte vernetzte Wassersportrevier Europas.
Was macht man an der Mecklenburgischen Seenplatte?
1. Wandern an der Mecklenburgischen Seenplatte
Da die Landschaft zwischen den Seen überwiegend flach ist, ist die Mecklenburgische Seenplatte ideal zum Wandern ohne große Anstrengung. Zahlreiche Tagestouren sowie Fernwanderwege stehen zur Auswahl. Der bekannteste und längste unter ihnen ist wohl der 175 Kilometer lange Müritz-Nationalpark-Weg, der neben der Müritz an zahlreichen kleineren und größeren Seen vorbei führt. Geübte Wanderer sollten mindestens neun Tage für die gesamte Tour einplanen.
Wer nach einer Tagestour sucht, ist auf dem Sieben-Seen-Weg bestens aufgehoben. Der 15 Kilometer lange Rundweg führt dich, teilweise asphaltiert und teilweise über weichen Waldboden, durch den Naturpark Nossentiner / Schwinzer Heide. Start- und Endpunkt der Wanderung ist der Bahnhof in Krakow am See.
Unterwegs durchwanderst du charmante Dörfer mit Einkehrmöglichkeiten. Noch viel schöner sind jedoch die vielen Bänke und Rastplätze am Ufer der Seen, die zu einem Picknick in der Natur einladen.
2. Radfahren an der Mecklenburgischen Seenplatte
Dank geringer Steigungen ist die Mecklenburgische Seenplatte auch ein Paradies für Genussradfahrer. Zahlreiche ausgeschilderte Strecken führen an den Ufern der tausend Seen entlang, durch Wälder und Naturparks, vorbei an prächtigen Schlössern, durch charmante Dörfer und Kleinstädte hindurch.
Eine der landschaftlich schönsten Radtouren an den Mecklenburgischen Seenplatte ist der 55 Kilometer lange Rundweg um den Plauer See. Auch der 610 Kilometer lange Radfernweg Berlin-Kopenhagen verläuft durch die Region. Die Wegmarkierung begegnet dir an beinahe jeder Kreuzung.
3. Paddeln an der Mecklenburgischen Seenplatte
Die Mecklenburgische Kleinseenplatte gilt mit über 600 Tourenkilometern als das schönste Kanurevier Deutschlands. Was das Revier so einsteigerfreundlich macht, ist die Beschaffenheit der Gewässer. Es handelt sich bis auf wenige Ausnahmen nicht um Fließgewässer, weshalb dich weder Strömung noch Wehre aufhalten.
Selbst wenn du noch nie in einem Kanadier gesessen hast, sind Tagesetappen von fünfzehn Kilometern gut machbar. Für einen ersten Eindruck eignet sich die Vierseen-Rundtour bei Mirow und Wesenberg, die mit siebzehn Kilometern auch mit kleineren Kindern funktioniert und an mehreren Campingplätzen vorbeiführt.
Wer mehr Zeit mitbringt, paddelt die Zehn-Seen-Runde, für die du bei etwa 75 Kilometern fünf bis sechs Tage einplanen solltest. Besonders still wird es auf dem Rätzsee, auf dem Motorboote nicht erlaubt sind.
Die Kanustationen rund um Mirow, Granzow und Wesenberg vermieten Boote samt wasserdichten Tonnen und bringen dich auf Wunsch mit einem Kanutaxi zum Startpunkt oder holen dich am Ziel wieder ab. Viele Campingplätze liegen direkt am Wasser.
4. Baden an der Mecklenburgischen Seenplatte
Von sanften Hügeln und schattigen Wäldern umgeben, liegt der Krakower See im nördlichen Teil der Mecklenburgischen Seenplatte und gilt mit seinen vielen Inseln und Buchten zurecht als einer der schönsten Seen in Mecklenburg-Vorpommern. Sein Wasser ist sauber und klar und eignet sich perfekt zum Baden.
Da der südliche Teil des Krakower Sees unter Naturschutz steht und er keine direkte Verbindung zu den bekannten Wasserstraßen der Mecklenburgischen Seenplatte hat, geht es am Krakower See sehr friedlich zu. Ab und an kommt mal ein Kanu vorbei, hin und wieder siehst du einen Angler auf seinem Boot. Ansonsten bist du am Krakower See absolut ungestört und kannst morgens nach dem Sonnenaufgang nackt ins Wasser springen.
Nur wenige Kilometer südöstlich der Müritz liegt der Mirower See. Er ist durch einen Kanal mit der Müritz-Havel-Wasserstraße verbunden und wird dementsprechend viel häufiger befahren als beispielsweise der Krakower See im Norden. Auf dem Mirower See tummeln sich auch im Herbst noch Haus- und Motorboote, Kajaks und Flöße.
Zum Baden eignen sich die naturbelassene Badestelle mit Steg und einer kleinen Liegewiese an der Kanustation Mirow oder der langgezogene Sandstrand
Gut zu wissen
Viele Seen und Wälder der Mecklenburgischen Seenplatte sind Naturschutzgebiete, in denen bedrohte Tier- und Pflanzenarten heimisch sind. Hunde sind deshalb an vielen Orten verboten. Falls du mit Hund reist, solltest du dich vorher genau informieren, wo Hunde erlaubt sind und wo Leinenpflicht besteht. Die Vorschriften können sich je nach Brut- und Aufzuchtzeit der heimischen Tiere ändern.
5. Hausbooturlaub an der Mecklenburgischen Seenplatte
Auf der Seenplatte darfst du dein eigenes Boot steuern, ohne jemals einen Bootsführerschein gemacht zu haben. Für Charterboote bis fünfzehn Meter Länge genügt eine etwa dreistündige Einweisung vor Ort, der sogenannte Charterschein, der für die Dauer der Miete gilt. Danach bestimmst du selbst, wie weit du an einem Tag kommst und in welchem Hafen du abends festmachst.
Wie sich eine Woche an Bord anfühlt, was sie kostet und worauf du beim Schleusen, Anlegen und Packen achten solltest, haben wir in einem eigenen Beitrag über unseren Hausbooturlaub auf der Mecklenburgischen Seenplatte aufgeschrieben.
Ausflugsziele und schöne Orte an der Mecklenburgischen Seenplatte
Aussichtsturm auf dem Jörnberg
Um die Mecklenburgische Seenplatte aus der Vogelperspektive zu erleben, solltest du den 28 Meter hohen Aussichtsturm auf dem Jörnberg besuchen. Ein kurzer Waldweg führt dich vom Parkplatz bis zum Turm. Für das Erklimmen der 126 Stufen wirst du mit einem herrlichen Panoramablick über das in der Herbstsonne glitzernde Wasserlabyrinth belohnt.
Der Aussichtsturm auf dem Jörnberg ist täglich von 9 bis 18 Uhr geöffnet. Der Besuch ist kostenlos.
Kleinstadt Waren (Müritz)
Für den Fall, dass es dich zwischendurch mal wieder in die Zivilisation zieht, findest du an der Mecklenburgischen Seenplatte so einige charmante Kleinstädte, die einen Besuch wert sind. Eine von ihnen ist Waren. Die Stadt liegt am Ufer der Müritz, dem größten See, der sich vollständig in Deutschland befindet (Der Bodensee ist zwar größer, liegt aber teilweise auch in Österreich und der Schweiz).
In der restaurierten Altstadt von Waren spazierst du an Fachwerkhäusern, roten Backsteingebäuden und hübschen Villen vorbei. Kleine Boutiquen und Souvenirgeschäfte laden zum Bummeln ein. Schau unbedingt mal in der kleinen Schokoladenmanufaktur Kilian & Close vorbei. Hier gibts nicht nur hochwertige Schokoladen und Pralinen, sondern auch hausgemachtes Schokoeis.
Nach dem Stadtbummel empfehle ich dir einen Besuch des Cafés Dat Tortenhus, das sich in einer alten, restaurierten Feuerwache am Alten Markt befindet. Das Café wurde aufgrund seiner Torten von der Gastro-Zeitschrift Der Feinschmecker zu einem der besten Cafés Deutschlands gekürt. Dementsprechend geht es hier recht trubelig zu. Nicht selten musst du an der Tür anstehen, aber das Warten lohnt sich, denn die hausgemachten Kuchen und Torten sind wirklich unglaublich gut und die Portionen riesig.
Schlossinsel Mirow
Am Ufer des Mirower Sees erstreckt sich die kleine Stadt Mirow, die ich aufgrund der wenig charmanten Durchfahrstsstraße nicht wirklich sehenswert empfunden habe. Einen Besuch wert ist jedoch die Schlossinsel von Mirow sowie die ihr vorgelagerte Liebesinsel. Auf der Schlossinsel befindet sich ein hübsches Barockschloss, das Mitte des 18. Jahrhunderts als Sommerresidenz der mecklenburgischen Herzöge gebaut wurde und auch von innen besichtigt werden kann.
Tipps für deinen Urlaub an der Mecklenburgischen Seenplatte
Wie komme ich am besten zur Mecklenburgischen Seenplatte?
Am einfachsten erreichst du die Mecklenburgische Seenplatte per Auto. Von Berlin benötigst du, je nach Ziel, etwa ein bis zwei Stunden, von Hamburg etwa zweieinhalb Stunden.
Umweltfreundlicher gehts natürlich mit der Deutschen Bahn. Sie verbindet unter anderem Berlin, Rostock und Stralsund mit Städten wie Waren (Müritz), Neustrelitz oder Neubrandenburg. Für Ausflüge innerhalb der Region ist ein Auto jedoch empfehlenswert, da viele Seen, Wanderparkplätze und kleinere Orte nur eingeschränkt mit öffentlichen Verkehrsmitteln erreichbar sind.
Wann ist die beste Reisezeit für die Mecklenburgische Seenplatte?
Die beste Reisezeit für die Mecklenburgische Seenplatte ist von Mitte Mai bis Ende September. Im Frühling erwacht die Natur zum Leben und die Wander und Radwege sind noch angenehm ruhig. Die Sommermonate eignen sich mit warmen Temperaturen ideal zum Baden, Paddeln, Segeln und für einen Hausbooturlaub.
Im Herbst verwandeln sich die Wälder in ein buntes Farbenmeer und die Region zeigt sich von ihrer besonders ruhigen Seite. Wer Natur und Erholung sucht, findet deshalb auch im September und Oktober beste Bedingungen für einen Urlaub an der Mecklenburgischen Seenplatte.
Welche Städte liegen an der Mecklenburgischen Seenplatte?
Zu den bekanntesten Städten an der Mecklenburgischen Seenplatte gehören Waren (Müritz), Neubrandenburg, Röbel/Müritz, Malchow, Plau am See, Neustrelitz, Mirow und Wesenberg. Waren (Müritz) gilt als touristisches Zentrum der Region, während Neubrandenburg die größte Stadt ist. Alle Orte eignen sich hervorragend als Ausgangspunkt für Ausflüge, Wanderungen oder einen Hausbooturlaub.
Wann ist Mückenzeit an der Mecklenburgischen Seenplatte?
Die Mückensaison an der Mecklenburgischen Seenplatte dauert in der Regel von Mai bis September. Besonders viele Mücken gibt es im Juni und Juli, vor allem nach längerem Regen. Am aktivsten sind sie in den Morgen und Abendstunden sowie in der Nähe von Wäldern, Mooren und stehenden Gewässern. Mit einem guten Mückenschutz* und langer Kleidung am Abend lassen sich die meisten Stiche jedoch vermeiden.
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Hallo Julia,
kannst du mir sagen, wo ich das Häuschen finde? Oder wie es heißt, das sieht ja richtig verträumt aus.
Schöne Beiträge von wundervollen Orten.
Liebe Grüße aus Bayern
Ingrid
Hallo Ingrid,
habe das Haus mehrfach im Beitrag verlinkt.
Alles Liebe,
Julia
Dankeschön, für die IMMER TOLLEN Tipps.
Auch in Nürnberg sind wir diesen schon gefolgt, und wurden nicht enttäuscht!
Vielen Dank für deine Arbeit.
Herzliche Grüße aus Weimar von Ilka
Liebe Julia, leider kann man über Airbnb kein Datum zu irgendeiner Zeit auswählen bei dem Haus. Weißt du ob es vielleicht nicht mehr vermietet wird oder wie man die Gastgeberin noch kontaktieren kann?
Hallo Lotta,
ich schätze das Haus ist im Moment ausgebucht. Nach meinem Blogbeitrag gingen die Buchungen jedenfalls rasant hoch. Evtl. wird es aber auch im Winter gar nicht vermietet. Das weiß ich leider nicht.
Viele Grüße,
Julia
Hallo Julia!
für Wasserwandern, Radfahren und auch zum leichten, wenig anstrengenden Radfahren ist die Müritzregion tatsächlich phantastisch, und der Charme der kleinen Siedlungen und Städtchen trägt gewaltig dazu bei. Nur schade, das rund um die Schutzzonen immer gleich die schlimmste Agrarindustrie und ausuferndes Landgrabbing wütet. Dein Beitrag hat mir allemal wieder Lust auf die Region gemacht, die ja gerade im Herbst durch den Vogelzug nochmal an Reiz gewinnt. Schöne Bilder mit eigenem Stil übrigens!
Liebe Grüße!
Bernd