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Trauminsel Phu Quoc: Schnell hin, bevor die Massen kommen

Von 3. Februar 2018

Noch ist die vietnamesische Insel Phu Quoc, Nahe der Grenze zu Kambodscha, ein wahres Paradies für alle, die palmengesäumte Traumstrände, türkisfarbenes Wasser und Mopedtouren durch üppige Dschungellandschaften lieben. Wer diese Idylle, inklusive der schönsten Sonnenuntergänge Vietnams, jedoch noch in authentischer Form erleben möchte, sollte sich beeilen, denn schon sehr bald wird es dafür zu spät sein.

Warum du schnell nach Phu Quoc reisen solltest, bevor die Massen kommen und was du auf der Insel erleben kannst, verrate ich dir in diesem Artikel.

Phu Quoc Vietnam

Wie lange Phu Quoc wohl noch so idyllisch sein wird?

Die Insel per Motorroller erkunden

Wer nicht nur faul am Strand liegen und sich die Sonne auf den Bauch scheinen lassen möchte, leiht sich am besten einen Motorroller aus, um die Insel auf eigene Faust zu erkunden. Keine Angst auch für diejenigen, die noch nicht so asienerprobt sind und vielleicht keine Roller-Erfahrung mitbringen, denn Phu Quoc bietet gute Bedingungen für Anfänger.

Viele Unterkünfte verleihen ihre Mopeds für etwa 150.000 Dong (= 5,50 Euro) pro Tag. Einen Führerschein musst du bei den meisten nicht vorlegen, das Helmtragen ist in Vietnam allerdings seit 2008 Pflicht.

Bis auf einige unasphaltierte Sandpisten, sind die Straßen auf Phu Quoc in relativ gutem Zustand und super easy zu fahren. Es herrscht deutlich weniger Verkehr als in anderen Orten Vietnams und auch die Sache mit der Orientierung ist kein Hexenwerk, weil es oft nur eine einzige Straße gibt. Zur Not hilft Google Maps weiter.

Sobald du mobil bist, kannst du die vielen schönen Strände auf eigene Faust besuchen, versteckte Buchten entdecken und weitere Sehenswürdigkeiten auf Phu Quoc ansteuern, die ich dir nun vorstellen möchte.

Phu Quoc Vietnam

Lieblingsstrände auf Phu Quoc

Im Nordwesten der Insel befinden sich einige unberührte Buchten und echte Traumstrände, die allerdings mehr und mehr von Resorts in Beschlag genommen und für Besucher unzugänglich gemacht werden. Einer davon ist der Strand des Peppercorn Beach Resort. Gleich nebenan, im Mayfair Beach Resort, ist der Strand zwar überschaulicher, dafür kannst du hier auch als Nicht-Hotelgast kostenfrei liegen, wenn du einen Drink bestellst. Frische Kokosnuss gibts für 27.000 Dong (= circa 1 Euro).

Der fast 20 Kilometer lange Long Beach ist der beliebteste und demnach auch vollste Strand auf Phu Quoc. Hier findest du etliche Bars und Restaurants sowie Unterkünfte mit Meerblick. In Rory’s Beach Bar treffen sich am Abend Backpacker aus aller Welt, um einen Long Island Icetea zum Sonnenuntergang zu genießen. Bunte Stühle, Sitzkissen und Lampions sorgen für chillige Traveler-Atmosphäre.

Ganz im Süden der Insel lockt der herrlich breite Bai Sao, auch Star Beach genannt, mit weißem Sand und türkisfarbenem Wasser. Noch hat er echtes Potential zum Traumstrand, allerdings solltest du früh morgens kommen, denn am Mittag werden haufenweise Touristen in Bussen angekarrt. Der perfekte Zeitpunkt also, um dich aufs Moped zu schwingen und weiterzudüsen.

Der eher gelbliche On Lang Beach gehört für mich zu den schönsten Stränden auf Phu Quoc. Er beginnt etwa sechs Kilometer nördlich der Inselhauptstadt Duong Dong und zieht sich die Westküste hinauf. Weil hier bisher nur sehr wenige Hotels einen Bereich für sich deklariert haben, ist der Strand frei zugänglich. Du findest ein paar wenige Beach Bars und Restaurants mit ruhiger Musik und leckeren Drinks. Ansonsten geht es hier noch recht idyllisch zu. Entfernst du dich ein paar Meter von den Liegestühlen, hast du einen endlos weiten Strandabschnitt für dich alleine und kannst traumhafte Sonnenuntergänge genießen.

Phu Quoc Vietnam

Phu Quoc Vietnam Long Beach Rorys Beach Bar

Rory’s Beach Bar am Long Beach: Ein beliebter Treffpunkt zum Sonnenuntergang

Phu Quoc Vietnam Strand

Phu Quoc On Lang Beach Vietnam

Gelben Sand und traumhafte Sonnenuntergänge erwarten dich am On Lang Beach

Wo der Pfeffer wächst

An vielen Orten der Insel haben sich Pfefferfarmen angesiedelt. Hier wächst hochwertiger schwarzer Pfeffer, der in großen Massen ins Ausland exportiert wird. Wusstest du, dass Vietnam der weltweit größte Produzent von schwarzem Pfeffer ist und etwa 35 Prozent unseres Gesamtverbrauches herstellt? Ich jedenfalls nicht.

Viele Pfefferfarmen auf Phu Quoc haben ihre Pforten für Touristen geöffnet und bieten sogar kleine Führungen an. Meistens kannst du aber auch einfach vorbeischneien und auf eigene Faust durch die Pfefferfelder schlendern. Die sehen richtig toll aus!

Extratipp: Neben frischen Pfefferkörnern kannst du hier auch tolle Würzmischungen kaufen, die sich hervorragend als Mitbringsel für die Liebsten zu Hause eignen. Besonders lecker finde ich die mit Salz und Kräutern, mit Chilli und mit Knoblauch. Eine Dose kostet 30.000 Dong (= 1,10 Euro).

Phu Quoc Vietnam Pfefferfarm

Phu Quoc Vietnam Pfefferfarm

Wenn ich vorher gewusst hätte, dass es „da wo der Pfeffer wächst“ so schön ist…

Geschichte zum Anfassen

Wer sich für die grausame Geschichte des Vietnamkriegs interessiert, sollte unbedingt das Coconut Tree Prison in der Nähe der Hafenstadt An Thoi besichtigen. Was so paradiesisch klingt, ist in Wahrheit ein ehemaliges Gefängnis, in dem die Amerikaner gemeinsam mit den antikommunistischen Südvietnamesen von 1967 bis 1972 rund 40.000 ihrer Gegner gefangen hielten und auf brutalste Weise folterten.

Heute ist dieser grausame Ort ein wirklich gut gemachtes Museum. Durch meterhohe Stacheldrahtreihen hindurch gelangst du auf das Areal, auf dem graue Baracken aus Wellblech stehen. Im Inneren der Hütten verdeutlichen lebensgroße Figuren die barbarischen Foltertechniken so gut, dass es so manch einem bestimmt auf den Magen schlägt. Berühren werden dich diese Szenen garantiert. Der Eintritt zum Coconut Tree Prison ist übrigens frei.

Phu Quoc Vietnam Coconut Tree Prison An Thoi

Meterhoher Stacheldraht umgibt das Gefängnis.

Phu Quoc Vietnam Coconut Tree Prison An Thoi

In diesen Baracken wurden die Gefangenen oft bis zum Tod gefoltert.

Essen & Trinken auf Phu Quoc

Für Fisch- und Seafood Fans ist der Night Market in Duong Dong sicher eine gute Adresse. Hier findest du fangfrische Meerestiere, die kurz vor dem Verspeisen noch in ihren mit Wasser befüllten Plastikbehältern zappeln. Für Vegetarier ist es nicht ganz einfach auf dem Night Market etwas Essbares zu finden.

Mein Lieblingsrestaurant, das ich leider erst am letzten Abend auf Phu Quoc entdeckt habe, ist das Sakura in der Nähe des Ong Lang Beach. Hier gibt es köstliches vegetarisches Curry für 50.000 Dong (= 1,80 Euro).

Wenn du weitere Tipps für gute Restaurants auf Phu Quoc hast, hinterlasse doch gerne einen Kommentar unter diesem Post, um anderen Reisenden weiterzuhelfen. Ich habe leider nicht viele empfehlenswerte Restaurants gefunden und freue mich über Tipps!

Phu Quoc Night Market Duong Dong

Unterkünfte auf Phu Quoc

Unterkünfte gibt es auf Phu Quoc für jeden Geldbeutel. Wer sich ein wenig Luxus gönnen möchte, dem sei das wunderschöne Peppercorn Beach Resort mit traumhaftem Privatstrand im Nordwesten der Insel ans Herz gelegt. Noch luxuriöser wohnst du in einer der edlen Poolvillen im 5-Sterne Fusion Resort in Cua Can.

Eine tolle Alternative für alle, die eh die meiste Zeit mit dem Motorbike unterwegs sind, ist das Camellia Resort & Spa in der Nähe des On Lang Beach. Zum Strand sind es zwar 15 Minuten zu Fuß, dafür liegt das Resort in einer ruhigen Umgebung. Eine Übernachtung in einem der Pool-Bungalows kostet etwa 40 Euro für zwei Personen. Das Frühstück ist super, die Cocktails der Knaller und es gibt sogar einen kostenlosen Shuttle, der dich am Flughafen abholt. Wir haben uns hier sehr wohl gefühlt. Booking.com hat für dieses Resort richtig gute Deals!

Phu Quoc Vietnam Camellia Resort

Poolvillen im Camellia Resort and Spa

So kommst du nach Phu Quoc

Von Ho Chi Minh City aus kommst du mit der vietnamesischen Airline Vietjet für circa 40 Euro pro Person nach Phu Quoc (gefunden bei Skyscanner). Der Flug dauert maximal eine Stunde, wobei du nur 25 Minuten in der Luft bist. Auch international wird der Flughafen in Phu Quoc mittlerweile angeflogen, zum Beispiel von Bangkok.

Übrigens haben die vietnamesischen Behörden eigens für Phu Quoc die Einreise erleichtert. Wer die Insel direkt anfliegt oder im Transit kommt, darf 30 Tage bleiben ohne ein Vietnam Visum zu beantragen.

Das Ende einer Trauminsel?

Lange Zeit galt die unberührte Insel Phu Quoc mit ihren von Kokospalmen gesäumten Traumstränden als Geheimtipp unter Reisenden. Wie Koh Samui vor 30 Jahren, so hieß es immer. Das war jedoch bevor Vietnamesen und steinreiche Investoren aus dem Ausland erkannten, dass sich mit dem Tropenparadies Phu Quoc ein Haufen Geld verdienen lässt. Nun wird die idyllische Insel völlig ausgeschlachtet. Der Fortschritt ist nicht mehr aufzuhalten.

Wenn du mit dem Motorroller unterwegs bist, wirst du sie schnell entdecken: Planierraupen, Bagger, Stahlgerüste und Großbaustellen. Seelenlose Hotelklötze, Spielcasinos und Luxusresorts schießen wie Pilze aus dem Boden, Golfplätze und Vergnügungsparks entstehen, Straßen werden zu vierspurigen Highways ausgebaut, Wälder werden abgeholzt und der überschaubare Inlandsflughafen wurde bereits durch einen großen internationalen ersetzt. Sogar ein Terminal für Kreuzfahrtschiffe wird gerade in die wunderschöne Landschaft gehämmert. Wir haben es selbst gesehen.

Weiter oben, im Nordwesten von Phu Quoc, rollen bereits die Achterbahnen im Vinpearl Land, einem kürzlich eröffneten Freizeitpark. Er soll Familien mit Kindern und abenteuerhungrige Reisende en masse anlocken, doch auf mich wirkt die Kulisse eher trostlos. Offenbar haben die Investoren Großes vor, noch bleiben die Besuchermassen jedoch aus. Das Riesenrad dreht sich nicht, die Wasserrutschen stehen still, der Park ist leer. Gegenüber befindet sich der Eingang zum Vinpearl Safaripark. Hier sollen importierte Zebras, Giraffen und Elefanten durch den Dschungel laufen. Ebenfalls keine Besucher zu sehen.

Im Süden der Insel entsteht zur Zeit die Phu Quoc Ropeway, eine gigantische Seilbahnanlage, die sämtliche Weltrekorde brechen und schon bald 7.000 Menschen pro Stunde in 160 Metern Höhe über das Meer bis auf die Insel Hon Thom befördern soll. Die Betonpfeiler ragen bereits Richtung Himmel, als wir vorbeifahren. 2017 sollte die Seilbahn fertiggestellt werden, noch rührt sich nichts.

Phu Quoc Island Vietnam

Postkartenidylle auf Phu Quoc. Fragt sich nur, wie lange noch?

Warum du schnell nach Phu Quoc reisen solltest

Obwohl die dramatischen Veränderungen schon an vielen Stellen der Insel zu spüren sind, hat Phu Quoc (noch!) jede Menge Charme. Noch ist es möglich, sich für kleines Geld ein Moped zu leihen und über die roten Staubpisten durch tropisch grüne Landschaften zu düsen. Noch sind die Strände weitläufig, wunderschön und teilweise menschenleer.

Noch schaukeln bunte Fischerboote in den Häfen und die Pfefferkörner trocknen vor den Hütten der Einheimischen in der Sonne. Noch kannst du kitschig lilafarbene Sonnenuntergänge, die übrigens zu den schönsten von Vietnam gehören, mit den Füßen im warmen Sand genießen.

Fragt sich nur, wie lange das noch so bleibt, denn schon sehr bald wird das Tropenparadies wohl von Menschenmassen überrant. Im Jahr 2020 sollen zwei bis drei Millionen Besucher kommen, so hoffen die Invenstoren(!!!)

Du arme Trauminsel Phu Quoc, wenn du nur wüsstest, was dir in der Zukunft blüht. Ich bin jedenfalls froh, dass ich vorher dort war und noch ein wenig Ursprünglichkeit erleben durfte. Danke dafür!

Phu Quoc Vietnam


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6 Kommentare
  1. Antworten

    Step

    3. Februar 2018

    Es ist echt ein Phänomen – überall auf der Welt läuft es nach dem gleichen Schema ab. Unberührte Insel als Ausgangszustand. Dann irgendwann taucht die entsprechende Insel im Lonely Planet als „Geheimtipp“ auf – und schon ziehen die Backpackermassen hin. Sind die erst mal dort, riechen die Investoren Lunte und fahren mit ihren Planierraupen auf, um dort Hotelklötze, Freizeitparks etc zu errichten. Um dann die Massen an Touristen aller Art anzuziehen. Ohne jetzt jemandem vorschreiben zu wollen, wie man seinen Urlaub verbringt, so frage ich mich trotzdem immer wieder, wieso es die Massen genau in diese seelenlosen Klötze, von denen du schreibst, zieht, die noch dazu dann überall auf der Welt gleich aussehen. Komisch, dass Menschen wie wir, die ein Land wirklich kennenlernen wollen, immer in der Minderheit sind……sondern die Massen lieber irgendwo hin fliegen, wo sie nicht Unbekanntes erwartet, mit immer wieder den gleichen durchschnittlichen Hotelbuffets, mit immer den gleichen Marken und am besten noch überhaupt möglichst viele Landsleute ihresgleichen statt Einheimische des betreffenden Landes. Solche Orte wie du Phu Quoc beschrieben hast, deren Paradieshaftigkeit sich gerade zerstört, gibt es leider zu viele auf unserem Planeten ;-(

    Grüße von den Galapagos – hier steht zum Glück Alles unter strengem Naturschutz – und das bleibt hoffentlich auch so!

  2. Antworten

    Luca

    4. Februar 2018

    Vor weit über 10 Jahren war ich das erste Mal auf Phu Quoc. Das nächste Mal wird dann wohl das letzte gewesen sein. Wo Vinpearl auftaucht ist für mich Schluss. Das war schon um die Jahrtausendwende in Nha Trang so, jetzt also Phu Quoc.
    @STEP: Denke Denke ist leider eine europäische, Asiaten, speziell Chinesen interessiert das gar nicht und die sind ein paar Milliarden.

    • Antworten

      Step

      4. Februar 2018

      Hast schon recht Luca, dass den Asiaten diese Massendinger noch mehr gefallen – aber wenn man sich bei uns die türkische Riviera oder Hurghada oder Punta Cana in der Domrep ansieht, dann müssen die europäischen Massenurlauber nicht den ersten Stein werfen. Und dann nimm die ganzen Ami Enklaven a la Cancun, Montego Bay etc etc…..das Phänomen ist also nicht nur auf Chinesen beschränkt sondern ein weltweites….dass asiatische Gesellschaften noch weniger individualistisch ausgerichtet sind, kommt natürlich dazu und beschleunigt diese traurige Entwicklung.

  3. Antworten

    die Chrissy

    14. Februar 2018

    Der Mann möchte ja schon lange nach Asien aber ich hatte mich bisher immer gewehrt. Mittlerweile juckt es mich aber auch in den Fingern. In meinem Umfeld waren schon viele in Vietnam, Bali oder Thailand und alle waren sehr begeistert. Deine Bilder sind wiedermal ein guter Beweis, für die wunderschöne Landschaft, die Strände und den Dschungel. Wenn wir nach Asien gehen sollten, dann würde ich auch lieber zu den Geheimtipps gehen und nicht die ausgetrampelten Pfade ablaufen wollen.

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Julia Lassner globusliebe

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