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Reisefotografie Update: Meine Kameraausrüstung + wertvolle Fototipps

Von
3. März 2019

Täglich erreichen mich Fragen zum Thema Reisefotografie: Mit welcher Kamera fotografierst du? Welche Objektive nutzt du? Wie entstehen deine Fotos? Hast du Tipps zur Bildbearbeitung?

Da mein Artikel über Reisefotografie mittlerweile sehr veraltet ist und ich mich in den letzten zwei Jahren weiterentwickelt habe, wird es Zeit für ein ausführliches Update zu meiner Kameraausrüstung. In diesem Artikel findest du sämtliches Equipment, das ich in meinem Job als Reisebloggerin benutze sowie hilfreiche Tipps zum Thema Reisefotografie.

Die Vollformat Profikamera

Fotografieren gelernt habe ich an den Spiegelreflexkameras Canon EOS 7D und Canon EOS 5D III. Später wechselte ich zu Sony, bin für eine Zeit lang sogar auf deren Systemkameras umgestiegen und nun wieder beim Vollformat gelandet, weil es einfach so viel mehr Spaß macht, mit einer richtig guten Kamera zu fotografieren und ich nun keinerlei Kompromisse in Sachen Qualität, Akkulaufzeit und Schnelligkeit mehr eingehen muss.

Viele meiner aktuellen Fotos sind mit der spiegellosen Vollformat Kamera Sony Alpha 7 III entstanden. Sie ist nicht gerade klein, wiegt einiges und die Anschaffung ist mit aktuell 2.180 Euro (nur für den Body) auch nicht gerade günstig. Trotzdem ist sie für mich der perfekte Begleiter auf Reisen. 

Für wen eignet sich die Sony Alpha 7 III?

Ich empfehle die Sony Alpha 7 III jedem, der sich intensiver mit der Reisefotografie beschäftigen möchte, manuell fotografieren kann oder es lernen möchte oder beruflich viel fotografiert. Vor allem, wenn man für Kunden arbeitet und dementsprechend professionelle Arbeit abliefern möchte, lohnt sich die Investition in eine Profikamera. 

Hard Facts zur Kamera:

  • 24,2 Megapixel Exmor R CMOS Vollformatsensor
  • 3 Zoll (7,5 cm) schwenkbares Touch Display
  • 10 Bilder pro Sekunde bei Serienaufnahme
  • 2 Steckplätze für Speicherkarten
  • Videos in 4K-Auflösung
  • 650 Gramm Gewicht
Reisefotografie Reisekamera

Vollformat Kamera Sony Alpha 7 III

Objektive für die Sony Alpha 7 III

Ein professioneller Kamera Body ist die Grundlage zur Reisefotografie, aber um wirklich gute Fotos zu machen, benötigst du auch die richtigen Objektive. Da ich gerne mit Festbrennweiten arbeite, nutze ich aktuell folgende Objektive für die Sony Alpha III:

Sigma 35mm F1.4

Das Sigma 35mm F1.4 aus der Sigma Art Serie ist mein meist genutztes Objektiv. Dank der großen Blende, bekomme ich eine schöne Schärfentiefe hin, die ich gerne für Personen- und Detailaufnahmen nutze. Das Objektiv ist mit aktuell 765 Euro nicht nur um fast die Hälfte günstiger als das 35mm Pendant von Sony, sondern ist meiner Meinung nach auch viel besser und liefert schärfere Fotos. 

Sigma 20mm F1.4

Das weitwinkligere Sigma 20mm F1.4, ebenfalls aus der Sigma Art Serie, nutze ich für Landschafts- und Innenaufnahmen sowie immer dann, wenn ich mit dem 35mm zu nah dran bin. Auch hier liebe ich die große Blende, mit der sich schönes Bokeh einfangen lässt. Das Objektiv kostet aktuell 895 Euro. 

Vorteile von Festbrennweiten

Als Festbrennweite bezeichnet man ein Objektiv, das sich im Gegensatz zu einem Zoomobjektiv in der Brennweite nicht verändern lässt. Zwar musst du bei Festbrennweiten öfter das Objektiv wechseln, um unterschiedliche Blickwinkeln einzufangen, aber dafür bietet dir eine Festbrennweite deutlich bessere Qualität (bessere Auflösung, mehr Randschärfe, bessere Lichtstärke, schönere Schärfentiefe) als ein Zoomobjektiv.

Sigma 35mm F1.4

Die perfekte Reisekamera für Anfänger

Nicht immer habe ich die Möglichkeit bzw. den Platz mit meiner kompletten Ausrüstung zu reisen. Für solche Fälle, zum Beispiel bei einer langen Wanderung, hab ich eine Sony Alpha 6300 als Ersatz- und Reisekamera. Eine Zeit lang habe ich ausschließlich mit dieser Systemkamera fotografiert und bin noch immer ein großer Fan von ihr.

Zwar stößt man als Profi irgendwann an seine Grenzen, mit den richtigen Objektiven kann man jedoch einiges rausholen. Im Vergleich zur Alpha 7 III ist die Alpha 6300 extrem leicht, handlich und hat mit einem aktuellen Neukaufpreis von nur noch 735 Euro ein unschlagbares Preis-Leistungsverhältnis. Außerdem kannst du dir für relativ wenig Geld gute Objektive dazu kaufen.

Für wen eignet sich die Sony Alpha 6300?

Für Anfänger und Laien bietet die Sony Alpha 6300 gleich zwei Vollautomatiken: Die intelligente Automatik, die ganz klassisch ein geeignetes Motivprogramm wählt sowie die überlegene Automatik, die noch einen Schritt weiter geht und durch Kombination mehrerer Aufnahmen beste Bildqualität liefert.

Reisefotografen, die sich nicht von Automatiken beeindrucken lassen, lässt die Systemkamera alle Freiheiten. Zeit, Blende und Belichtung lassen sich manuell einstellen und sogar die Vollautomatiken können über den Weißabgleich, die Schärfentiefe und die Belichtung übersteuert werden.

Grundsätzlich eignet sich die Sony Alpha 6300 für Anfänger in der Reisefotografie ebenso für alle, die hervorragende Fotos machen, aber kein schweres Equipment schleppen möchten. Sie ist meiner Meinung nach die beste Reisekamera in ihrer Klasse, mit der ich je fotografiert habe.

Hard Facts zur Kamera:

  • 24.2 Megapixel Exmor APS-C Sensor mit ISO 51.200
  • 3 Zoll (7,5 cm) ausklappbares Display
  • 11 Bilder pro Sekunde bei Serienaufnahme
  • Videos in 4K-Auflösung
  • Weltweit schnellster Autofokus einer Systemkamera (Stand 2016)
  • 404 Gramm Gewicht

Reisefotografie Sony Alpha 6300

Objektive für die Sony Alpha 6300

Mit dem bei der Sony Alpha 6300 standardmäßig mitgelieferten 16-50 mm Kit Objektiv wirst du meiner Meinung nach nicht glücklich. Es deckt zwar einen Brennweitenbereich von 24 bis 75 Millimeter ab und eignet sich für einfache Landschaftsaufnahmen, jedoch stößt du in Sachen Blende und der damit einhergehenden Schärfentiefe schnell an deine Grenzen.

Würde ich mir die Sony Alpha 6300 noch einmal zulegen, würde ich auf das Kit Objektiv verzichten, nur den Body kaufen und mir folgende Objektive zulegen:

Sigma 30mm F1.4

Mein meist verwendetes Objektiv für die Sony Alpha 6300 ist das Sigma 30mm F1.4, das ich dir aus voller Überzeugung ans Herz legen kann. Ich nutze es eigentlich für alles, denn dieses Objektiv ist ein echter Allrounder und wirklich der absolute Wahnsinn. Sehr viele Fotos auf Instagram sind mit diesem Objektiv entstanden. Aktuell ist es schon für 325 Euro zu haben.

Reisefotografie Objektive

Detailaufnahme mit dem 30mm

Reisefotografie Sony Alpha 6300

Personenaufnahme mit dem 30mm

Sigma 16mm F1.4

Immer wenn ich mit dem 30mm Objektiv zu nah dran bin, aber auch für Landschaftsaufnahmen oder um Cafés und Hotelzimmer zu fotografieren, greife ich auf das weitwinkligere Sigma 16mm F1.4 zurück, das aktuell nur noch 385 Euro kostet. 

Sony Tele-Zoom F4.5-6.3

Neben meinen beiden Festbrennweiten habe ich ein Tele-Zoom Objektiv von Sony mit 55-210 mm Brennweite und 3,8-fachem Zoom, das zwar nur selten zum Einsatz kommt, aber sich vor allem dann lohnt, wenn ich weit entfernte Motive einfangen möchte. Besonders froh war ich damit während meiner Safari in Südafrika. Ich habe das Sony Tele-Zoom Objektiv 2016 für knapp 400 Euro gekauft. Aktuell ist es für 216 Euro zu haben.

Reisefotografie Tele-Zoom Objektiv

Auf Safari mit dem Tele-Zoom

Reisefotografie: Stative

Da ich vor allem auf meinen Instagram Fotos selbst zu sehen bin, kannst du dir wahrscheinlich denken, dass ich nicht alle Bilder selbst schieße. Meistens habe ich eine zweite Person auf Reisen dabei, die den Auslöser für mich drückt. Nicht selten stehe ich aber auch vor der großen Herausforderung alleine unterwegs zu sein. Für diesen Fall nutze ich ein Stativ.

Das Profistativ

Mein wichtigstes Stativ ist das robuste Manfrotto Element Traveller aus Carbon. Die größten Vorteile dieses Stativs sind, dass es mit einem Gewicht von 1,4 Kilogramm relativ leicht ist, Kameras mit einem Gewicht von bis zu 8 Kilogramm problemlos hält und stufenlos in der Höhe verstellbar ist.

Die maximale Höhe des Stativs beträgt 164 Zentimeter. Zusammengepackt hat es eine Länge von 41 Zentimetern und lässt sich in der mitgelieferten Tasche leicht verstauen. Damals hat das Stativ noch 230 Euro gekostet, mittlerweile ist es für 144 Euro bei Amazon erhältlich.

Günstige Alternative

Als günstige Alternative habe ich noch ein älteres Stativ von Hama, das nur 770 Gramm wiegt, aber dafür nicht unbedingt das stabilste ist. Mit der Sony Alpha 6300 kommt das Stativ noch relativ gut zurecht, mit der Vollformat stößt es jedoch an seine Grenzen und ich würde nicht dafür garantieren, dass es bei einem Windstoß nicht mitsamt der Kamera zu Boden kracht. Die maximale Nutzlast wird mit 2 Kilogramm angegeben.

Ich packe es manchmal ein, wenn ich noch nicht so sicher bin, ob ich überhaupt ein Stativ brauche, nutze aber in der Regel lieber das hochwertigere von Manfrotto.

Reisefotografie: Selbstauslöser

Fernauslöser

Um nicht mit dem nervigen 10-Sekunden-Selbstauslöser meiner Kamera hantieren zu müssen, nutze ich die geniale Play Memories Mobile App auf meinem Smartphone, die du kostenlos im App Store oder bei GooglePlay herunterladen kannst.

Diese App ist über die Wifi-Funktion mit meiner Kamera verbunden. Sobald ich sie starte, wird mein Smartphone zum Fernauslöser. Auf dem Display sehe ich, was die Kamera sieht und kann mich somit perfekt im Bild positionieren und abdrücken.

Intervallaufnahmen

Im März 2019 soll eine neue Intervallfunktion für die Sony Alpha 7 III per Firmwareupdate zur Verfügung gestellt werden. Ab dann ist es auch endlich möglich über die Play Memories App Intervallaufnahmen mit der Vollformat Kamera zu machen.

Sobald du den Auslöser gedrückt hast, macht die Kamera alle paar Sekunden ein Foto. So hast du genügend Zeit, um dich vor der Linse zu positionieren und kannst dich sogar bewegen, sprich mehrere Posten ausprobieren. So hast du am Ende gleich eine Vielzahl von unterschiedlichen Selbstauslöser-Fotos, aus denen du dir deine Favoriten aussuchen kannst. Mit der Sony Alpha 6300 funktioniert diese Zusatzfunktion übrigens schon seit einigen Jahren.

Selbstauslöser über die Play Memories App

Reisefotografie mit dem Smartphone

Bis zu meinem 32. Geburtstag war ich ein großer Gegner des IPhone und habe mich geweigert mir eins zuzulegen. Bis dahin war das Huawei Mate 10 Pro mein liebster Smartphone Begleiter und ist es, wenn es um die Qualität der Fotos geht, ehrlich gesagt auch heute noch, denn die eingebaute Leica Kamera ist einfach unschlagbar.

Die Fotos sind gestochen scharf, lassen sich im Gegensatz zum IPhone im RAW Format aufnehmen und mit der Blende von f1.6 lässt sich ein toller Bokeh Effekt erstellen. Selbst in der Akkulaufzeit kann das IPhone lange nicht mithalten.

Zum Wechsel hat mich schlussendlich dann doch die Kompatibilität von IPhone, IMac und MacBook gezwungen. Es ist so viel einfacher Fotos unter den einzelnen Geräten zu synchronisieren oder Dateien per AirDrop hin und her zu schicken. Ein weiterer Pluspunkt sind die Apps, die für IPhone immer besser funktionieren oder schneller auf den Markt kommen als für Android Phones. Das hat mich irgendwann so sehr angekotzt, dass ich nun seit November 2018 das IPhone X habe.

In Sachen Reisefotografie kann es mit dem Huawei Mate 10 Pro nicht mithalten, aber da ich Handyfotos ausschließlich für Instagram Stories nutze, gehe ich diesen Kompromiss gerne ein. Weitere Tipps zum Thema Instagram findest du weiter unten.

Reisefotografie mit der Drohne

DJI Spark

Wer Landschaftsfotos aus außergewöhnlichen Perspektiven machen möchte, kommt um eine Drohne nicht herum. Als Anfängermodell habe ich mir die DJI Spark zugelegt. Sie punktet mit einem Gewicht von nur 300 Gramm, ist super klein und macht Videos in Full HD. Die Akkulaufzeit beträgt 16 Minuten. 

Genial ist außerdem die eingebaute Gestensteuerung, über die du die Drohne ohne Fernsteuerung und ohne Handy fliegen kannst. Der einzige Nachteil der Spark ist, dass sie keine RAW Formate unterstützt.

Beim Kauf habe ich mich gleich für das Combo Paket inklusive Drohnentasche, Fernbedienung und zwei Akkus entschieden. Das Paket kostet aktuell noch 643 Euro bei Amazon.

DJI Mavic Pro

Wenn ich mit Jana unterwegs bin, fotografieren wir mit ihrer DJI Mavic Pro. Diese ist mit 726 Gramm um einiges schwerer und sperriger als die Spark. Ihre großen Vorteil sind die Akkulaufzeit von 27 Minuten und dass sie Bilder im RAW Format sowie Videoaufnahmen in 4K Auflösung unterstützt. Die Mavic Pro kostet aktuell noch 937 Euro.

Drohnenversicherung

Wer sich eine Drohne für die Reisefotografie zulegt, sollte sich nicht nur im jeweiligen Reiseland über die Regelungen und Vorschriften zur Nutzung von Drohnen informieren und vorab eventuelle Fluggenehmigungen beantragen, sondern auch bei seiner Haftpflichtversicherung nachfragen, ob eine Drohnenhaftpflicht mit eingeschlossen ist. Ist dies nicht der Fall, solltest du eine zusätzliche Hapftpflichtversicherung für deine Drohne abschließen.

Plakettenpflicht

Laut deutschem Gesetz müssen alle Drohnen, die über 250 Gramm wiegen, mit Namen und Adresse des Besitzers gekennzeichnet werden. Hierzu benötigst du eine Plakette. Diese kannst du hier bestellen und ganz einfach selbst an der Drohne anbringen.

Reisefotografie Drohne

Drohnenaufnahme mit der Spark

Reisefotografie Drohne

Drohnenaufnahme mit der Mavic Pro

Reisefotografie: Kamerarucksack

Wer mit viel Equipment reist, muss seine Ausrüstung natürlich auch irgendwie unterbringen und das am besten möglichst sicher, wasser- und stoßfest. Da ich am liebsten mit Rucksack reise, habe ich mir erst kürzlich den Kamerarucksack von Tarion zugelegt, der durch seine Aufteilung nicht nur praktisch ist, sondern auch hübsch aussieht. Durch das separate Kamerafach, komme ich schnell an meine Wechselobjektive dran. 

Für meinen Fjallraven Kanken habe ich außerdem ein Kamera Inlay, mit dem er sich kinderleicht in einen gut gepolsterten Kamerarucksack verwandeln lässt. Die Größen der einzelnen Fächer lassen sich individuell anpassen. Der einzige Nachteil: Sobald das Inlay im Rucksack ist, bleibt kein separater Platz mehr für andere Gegenstände. 

Zusätzliches Equipment

Zusätzlich zu meiner Kamera und den Wechselobjektiven, einem Stativ und meinem IPhone, habe ich sowohl für die Sony Alpha 6300 als auch für die Sony Alpha 7 III immer einen Ersatzakku mit Ladegerät dabei.

Außerdem trage ich mehrere SD Speicherkarten mit mir rum, bei denen ich vor allem auf die Geschwindigkeit achte. Das ist besonders für große RAW Dateien, aber auch für die Serienaufnahme wichtig.

Wertvolle Tipps zur Reisefotografie

Wenn du kein totaler Anfänger in der Reisefotografie bist, wirst du einige Grundregeln, wie den goldenen Schnitt und die Drittelregel bereits beherrschen. Ich möchte dich an dieser Stelle nicht mit Basisinfos zur Motivauswahl und zum Bildaufbau langweilen. Stattdessen gebe ich dir einige Tipps zum richtigen Umgang mit Blende, Belichtungszeit und Schärfentiefe an die Hand:

Die Blende

Möchtest du dich in der Reisefotografie weiterentwickeln, ist es meiner Meinung nach besonders wichtig, das Prinzip der Blende richtig zu verstehen. Sie regelt, wie weit das Objektiv beim Fotografieren geöffnet ist und wie viel Licht somit auf den Sensor fällt. Die Blende wird mit dem Buchstaben f angegeben.

Grundsätzlich gilt: Je weiter das Objektiv geöffnet ist, umso mehr Licht fällt auf den Sensor. Du kannst dir das Ganze wie die Pupille eines Auges vorstellen, die ebenfalls durch Öffnen und Schließen den Lichteinfall auf die Netzhaut reguliert. Schaust du in helles Licht, wird deine Pupille kleiner, damit du nicht zu sehr geblendet wirst. Die Blende der Kamera schließt du hier ebenfalls, damit weniger Licht auf den Sensor fällt und das Foto nicht überbelichtet wird.

In der folgenden Grafik erkennst du, je höher die Zahl hinter f/ ist, umso kleiner ist die Öffnung der Blende. Spricht man von einer kleinen Blendenöffnung, ist eine große Zahl, also f/22 oder f/16 gemeint. Bei einer großen Blende, handelt es sich um eine kleinere Zahl wie f/2.8 oder f/1.4.

Reisefotografie Blende

Schärfentiefe

Neben dem Lichteinfall kannst du mit der Blende auch den Stil deiner Aufnahme verändern und eine schöne Schärfentiefe erzielen. Die Schärfentiefe bezeichnet den Bereich, der auf einem Foto als scharf wiedergegeben wird.

Mit einer kleinen Blendenöffnung (großem Blendenwert) erreichst du eine ausgedehnte Schärfentiefe. Diese eignet sich besonders für Landschaftsfotografie, bei der alle Bereiche des Fotos scharf zu erkennen sein sollen. Hierfür verwende ich bevorzugt das weitwinklige Sigma 20mm mit einer Blende f/8 oder f/11.

Mit einer großen Blendenöffnung (kleinem Blendenwert) erreichst du eine eingeengte Schärfentiefe. Je nachdem welchen Bereich des Fotos du fokussierst, wird entweder der Vorder- oder der Hintergrund unscharf. Personenfotos, bei denen sich die Person vom Hintergrund abheben soll, schieße ich mit einer Blende f/1.4. Das Gleiche gilt für Detailaufnahmen mit schönem Bokeh.

Belichtungszeit

Wie bereits erklärt, steuert die Blende, wie weit das Objektiv geöffnet wird, nicht aber wie lange. Hier kommt die Belichtungszeit ins Spiel. Wenn du dir noch einmal die Grafik ansiehst, ist das Ganze selbsterklärend, denn je größer das Loch der Blende ist, desto mehr Licht fällt hindurch. Je länger die Belichtungszeit andauert, desto länger ist der Moment, den die Kamera einfängt.

Eine kurze Belichtungszeit eignet sich, wenn viel Bewegung im Motiv ist. Selbst schnelle Bewegungen werden hierdurch „eingefroren“, um das Motiv scharf abzubilden. Dies gilt zum Beispiel für Sprungfotos am Strand.

Möchtest du die Bewegung bewusst darstellen, wählst du eine lange Belichtungszeit. Dadurch erhältst du eine schöne Unschärfe. Besonders zu empfehlen ist dieser Effekt bei Wasserfällen oder Lichtspuren auf einer viel befahrenen Straße.

Sicherung der Bilder

Da meine RAW-Dateien einen imensen Speicherplatz erfordern und ich bei einem Computercrash in Irland erfahren musste, wie wichtig es ist, regelmäßige Backups zu machen, sichere ich meine Reisefotos mittlerweile doppelt und dreifach. Zum einen habe ich immer mehrere 64 SD-Speicherkarten dabei. Das ermöglicht es mir, dass ich eine einzige Karte nicht täglich formatieren und neuen Platz schaffen muss, sondern alle Dateien bis zur finalen Sicherung auf den SD Karten gespeichert lassen kann.

Da Speicherkarten aber schnell mal verloren oder gar kaputt gehen, sichere ich meine Fotos täglich auf einer externen 2TB Anti-Shock Festplatte, die ich in einem stoßsicheren Festplattencase aufbewahre. Sobald ich zu Hause bin, kopiere ich sämtliche RAW-Dateien, bearbeitete Bilder sowie Videoaufnahmen zusätzlich auf meine anderen Festplatten, die ich an verschiedenen Orten aufbewahre.

Da Wertsachen und anderes Gepäck auf Reisen abhanden kommen oder geklaut werden können, setze ich mittlerweile auf absolute Nummer Sicher und speichere meine Fotos als drittes Backup in einer Cloud. Dies ist für mich allerdings immer nur eine Zwischen- und keine Dauerlösung, denn die großen Nachteile von solchen Cloud Diensten sind der mangelnde Datenschutz, der limitierte Speicherplatz sowie die Langsamkeit. Ohne gute Internetverbindung läuft da gar nichts, vor allem nicht bei großen RAW-Dateien.

Tipps zur Bildbearbeitung

Am allerliebsten bearbeite ich meine Fotos auf meinem 21,5 Zoll großen IMac in meinem Office. Er ist nicht nur besonders leistungsstark, sondern das Arbeiten macht an einem großen Retina 4K Bildschirm mit über eine Millionen Farben einfach viel mehr Spaß.

Auf Reisen nutze ich seit 2015 ein leichtes 13 Zoll Macbook Air. Stehst du vor einer Kaufentscheidung, würde dir jedoch ein Macbook Pro empfehlen, da das Retina Display einen größeren Farbraum bietet und der Prozessor vor allem bei umfangreichen Bildbearbeitungsprogrammen wie Adobe Lightroom deutlich leistungsstärker ist. Bis zu meinem Crash hatte ich ein Macbook Pro und bereue den Wechsel bis heute.

RAW Format

Da ich ausschließlich im RAW-Format fotografiere, sind mir bei der Nachbearbeitung und -belichtung meiner Fotos so gut wie keine Grenzen gesetzt. RAW-Format bedeutet, dass das Bild sich im absoluten Rohzustand befindet. Genau genommen ist die Datei erst mal gar kein Bild, sondern enthält lediglich die Farb- und Lichtwerte der einzelnen Pixel, die vom Bildsensor aufgenommen wurden. Eine RAW-Datei kann ausschließlich mit speziellen Konvertern, zum Beispiel Adobe Lightroom, weiterverarbeitet und anschließend in eine jpg-Datei umgewandelt werden.

Nachdem ich meine Bilddateien in Adobe Lightroom importiert habe, wende ich mit einem einfachen Mausklick meine eigenen Presets (Vorlagen) an, in denen ich meine liebsten Einstellungen gespeichert habe. Durch die Verwendung meiner eigenen Presets entsteht eine individuelle Bildsprache mit einem gewissen Wiedererkennungswert.

Lightroom für Anfänger

Lightroom ist eine cloudbasierte Foto-Software von Adobe, mit der du Rohdateien bearbeiten, exportieren, organisieren und archivieren kannst. Ich nutze das Programm seit einigen Jahren über die Adobe Creative Cloud für 141,94 Euro im Jahr.

Die Grundeinstellungen

Wenn du ein absoluter Lightroom Neuling bist, solltest du dich zunächst mit den Grundeinstellungen in der Fotobearbeitung vertraut machen. Nachdem du einen Katalog angelegt und deine Rohdateien importiert hast, kann es losgehen.

In den Grundeinstellungen regelst du die Belichtung deiner Aufnahme, kannst die Höhen und Tiefen verstellen sowie die Temperatur und Sättigung verändern. Arbeite dich am besten von oben nach unten durch, reguliere die einzelnen Schalter nach links und rechts und beobachte, wie sich dein Bild verändert.

Verlaufsfilter

Mit Hilfe des Verlaufsfilters kannst du bestimmte Bereiche deines Fotos gezielt anpassen. Du kannst zum Beispiel den Himmel dramatischer oder freundlicher gestalten, indem du den Filter einfach über den gewünschten Bereich ziehst und an den Lichtern und Kontrastreglern spielst.

Objektivkorrekturen

Mit der automatischen Objektivkorrektur und der Transformierung kannst du Verzerrungen mit einem einzigen Klick begradigen. Das ist besonders bei schief eingefangenem Horizont oder bei Architekturfotos ein echter Segen.

So findest du deinen eigenen Stil

Hast du alle Einstellungen an deine persönlichen Vorlieben angepasst, kannst du diese als Preset abspeichern und ab sofort auf alle deine importierten Fotos verwenden. Selbstverständlich kannst du die Regler für jedes Bild immer noch individuell nachbessern.

Um das Prinzip von Presets überhaupt zu verstehen und zu lernen, wie man einen gewissen Look erreicht, empfehle ich dir einige Test-Presets von Fotografen zu kaufen und auszuprobieren. Auch YouTube Videos wie „How to edit like“ sind hilfreich und machen Spaß. Nach und nach wirst du so deinen eigenen Fotostil entwickeln.

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Reisefotografie für Instagram

Da ich sehr großen Wert auf hochwertige Fotos lege, ist Instagram neben dem Blog meine liebste Plattform, um Bilder zu teilen bzw. mein Portfolio zu präsentieren. Ausdrucksstarke Aufnahmen, die eine Reisedestination möglichst authentisch transportieren sowie eine eigene Bildsprache sind mir als Reisebloggerin besonders wichtig.

Aber auch für Privatpersonen bietet Instagram ein tolle Möglichkeit, um Fotos zu teilen, sich mit Gleichgesinnten auszutauschen und Daheimgebliebene virtuell an einer Reise teilhaben zu lassen.

Ich benutze grundsätzlich keine Filter von Instagram, sondern poste meine Fotos so, wie ich sie in Lightroom bearbeite und exportiere. Ob und welche Filter du benutzt, ist natürlich Geschmackssache, als Faustregel solltest du dir jedoch merken: Weniger ist mehr. Mit einem Doppelklick auf den Filter kannst du zum Beispiel die Intensität bestimmen (30-40% reichen oft schon aus). Außerdem solltest du dich für ein oder zwei bestimmte Filter entscheiden, sonst wirkt dein Feed schnell zu chaotisch.

Zum Planen meines Instagram Feeds nutze ich die kostenfreie UNUM App, mit der ich die Anordnung der Bilder vor Veröffentlichung testen kann. Nachdem du die App mit deinem Instagram Account verknüpft hast, werden deine letzten veröffentlichten Bilder in UNUM synchronisiert. Zusätzlich stehen dir nun 18 freie quadratische Kästchen zur Verfügung, die du mit Bildern aus deiner Fotogalerie befüllen kannst. Diese sind beliebig verschieb- und austauschbar und können wieder gelöscht werden. Die Bedienung der App ist simpel und für mich eine extrem große Zeitersparnis, da ich bereits zuvor sehen kann, wie ein Bild in meinem Profil wirkt.

Für meine Instagram Stories nutze ich meist die Filter der VSCO App. Damit bearbeite ich sowohl Handyfotos als auch kurze Videosequenzen, um sie anschließend ohne großen Aufwand hochladen zu können.

Wenn ich meine Stories mal aufwendiger gestalte, nutze ich die kostenlose Unfold App, mit der sich schöne Collagen erstellen und Schriften einfügen lassen. Als Gratis-Nutzer kannst du aus 25 unterschiedlichen Templates und fünf Schriftarten wählen. Weitere Optionen lassen sich für 1,09 Euro hinzukaufen.

Reisefotografie Instagram

Ich hoffe, ich konnte dir mit diesem Artikel einige Fragen zum Thema Reisefotografie beantworten und dir einen Einblick in meine Arbeit hinter den Kulissen von globusliebe geben. Wenn du weitere Fragen zu meinem Equipment hast, hinterlasse gerne einen Kommentar unter diesem Post.


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9 Kommentare
  1. Antworten

    Michael

    5. November 2017

    Das ist ja mal eine wirklich gut gemachte Seite!! Sehr gute Infos und klasse Fotos! Danke ?

    • Antworten

      Julia

      6. November 2017

      Hallo Michael,
      vielen lieben Dank. Das freut mich sehr!
      Alles Liebe, Julia

  2. Antworten

    die chrissy

    20. November 2017

    Ein toller Beitrag mit vielen Infos! Ich habe auch schon überlegt, bei den nächsten Reisen nur die Olympus mitzunehmen und die großen Canon daheim zu lassen. Dann macht es mir aber doch einfach zu viel Spaß, mit der 80D zu fotografieren. Deine Fotos sind auf jeden Fall verdammt klasse und die Sony ein echter Kauftipp für alle, die noch auf der Suche sind oder sich nicht unbedingt mit einer Spiegelreflex bewaffnen wollen.

    Wünsche dir eine schöne Woche :-)

  3. Antworten

    tilvor

    8. Januar 2018

    Ich habe seit einem halben Jahr auch die alpha 6000. vor kurzem habe ich mir die 50 mm Festbrennweite gegönnt und war überrascht was das nochmal mehr aus den Bildern rausholen kann. Empfindest du die Objektivwechselei mit dem Tele nervig, oder hast du es sowie so eher selten dabei?

    Danke für den informativen Beitrag!

    • Antworten

      Julia

      22. Januar 2018

      Hallo Tilvor,
      das Wechseln des Objektives stört mich eigentlich nicht, da ich den Telezoom eher selten nutze. Auf meiner Safari in Südafrika war ich super glücklich ein Zoomobjektiv dabei zu haben. Da musste ich dann natürlich öfters hin und her wechseln, aber das ging egentlich immer schnell und unkompliziert.
      Viele liebe Grüße und viel Spaß beim Fotografieren!
      Julia

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