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Reisefotografie Tipps: Kamera, Equipment, Bildbearbeitung & Sicherung auf Reisen

Von 5. November 2017

Täglich werde ich von Lesern gefragt, mit welcher Kamera ich fotografiere, welches Equipment ich auf Reisen nutze und wie ich meine Fotos bearbeite. Um endlich Antworten auf diese Fragen zu liefern, gibt es nun meine gesammelten Tipps zum Thema Reisefotografie aus erster Hand.

Reisefotografie: Meine Kamera

Jahrelang schleppte ich die Vollformat-Spiegelreflexkamera Canon EOS 7D II mit mir rum, deren Body mich damals etwa 2.000 Euro gekostet hat. Die Fotos waren super, gar keine Frage, allerdings ertappte ich mich immer häufiger dabei, wie ich das zwei Kilo schwere Ding zu Hause ließ und stattdessen mit meiner kleinen Sony DSC-HX60 loszog. Auch die machte tolle Bilder, von denen einige auf dem Blog zu finden sind, jedoch musste ich gewisse Kompromisse eingehen, denn wenn ich ehrlich bin, macht mir die Reisefotografie mit einer vollautomatischen Digitalkamera nur noch halb so viel Spaß.

Im Sommer 2016 entdeckte ich dann endlich die perfekte Kamera für mich: Die Sony Alpha 6000 Systemkamera mit 24 Megapixeln und extrem schnellem Autofokus. Für mich ist sie die perfekte Reisekamera, denn sie wiegt nicht viel mehr als eine Digicam, ist für weniger als 600 Euro zu haben und macht mindestens genauso gute Fotos wie eine DSLR-Kamera.

Update: Seit Anfang 2018 fotografiere ich mit der Sony Alpha 6300 E-Mount, die meiner Meinung nach noch viel bessere Bilder macht als ihr Vorgänger und vor allem für Videoaufnahmen in 4K absolut unschlagbar ist. Absolute Kaufempfehlung!

Mittlerweile habe ich über 20 Länder mit meiner Sony Alpha bereist und bin noch immer begeistert von der Qualität der Fotos. Mit dem standardmäßig mitgelieferten 16-50 mm Objektiv mache ich grandiose Landschaftsbilder, wunderschöne Portraits sowie gestochen scharfe Makroaufnahmen und sogar bei schwachem Licht liefert sie erstaunlich gute Fotos ohne Blitz.

Für Anfänger und Laien bietet die Sony Alpha 6000 gleich zwei Vollautomatiken: Die intelligente Automatik, die ganz klassisch ein geeignetes Motivprogramm wählt sowie die überlegene Automatik, die noch einen Schritt weiter geht und durch Kombination mehrerer Aufnahmen beste Bildqualität liefert.

Reisefotografen, die sich nicht von Automatiken beeindrucken lassen, lässt die Systemkamera alle Freiheiten. Zeit, Blende und Belichtung lassen sich manuell einstellen und sogar die Vollautomatiken können über den Weißabgleich, die Schärfentiefe und die Belichtung übersteuert werden.

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Zusätzliches Equipment, das ich für meine Sony Alpha 6000 auf Reisen immer dabei habe:

Auch Videoaufnahmen in Full-HD-Auflösung mache ich mittlerweile mit meiner Sony Alpha 6000: Hier siehst du die Ergebnisse. (Achtung, nicht vergessen auf HD umzustellen!)

Reisefotografie: Die richtigen Objektive

Wie bereits erwähnt, wird die Sony Alpha 6000 standardmäßig mit einem 16-50 mm Set-Objektiv geliefert, das sich beim Ausschalten der Kamera platzsparend einfährt. Das Objektiv deckt einen Brennweitenbereich von 24 bis 75 Millimeter ab und eignet sich hervorragend für Landschafts-, Stadt- und Makroaufnahmen, was ich fürs Reisen besonders wichtig finde.

Zusätzlich arbeite ich mit mehreren Festbrennweiten und habe ein Tele-Zoom-Objektiv mit einer 55 – 210 mm Brennweite und 3,8-fachem Zoom, das ich für sämtliche Tieraufnahmen während meiner Safari in Südafrika genutzt habe.

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Reisefotografie: Selbstauslöser

Da ich auf meinen Reisefotos oft selbst zu sehen bin, kannst du dir wahrscheinlich denken, dass ich nicht alle Bilder selbst schieße. Oft habe ich eine zweite Person auf Reisen dabei, die den Ausflöser für mich drückt. Nicht selten stehe ich aber auch vor der großen Herausforderung alleine unterwegs zu sein. Für diesen Fall nutze ich meine Reisefotografie-Hilfsmittel:

Das Wichtigste ist mein super leichtes Dreibeinstativ, das du für weniger als 17 Euro bei Amazon bekommst. Es ist kein High-Quality-Nobelstativ, aber erfüllt bestens seinen Zweck. Um nicht mit dem nervigen 10-Sekunden-Selbstauslöser meiner Kamera hantieren zu müssen, habe ich außerdem die geniale Play Memories Mobile App auf meinem Samsung Galaxy  S7 installiert, die du kostenlos bei GooglePlay herunterladen kannst.

Diese App ist über die Wifi-Funktion mit meiner Sony Alpha 6000 verbunden. Sobald ich sie starte, wird mein Smartphone zum Fernauslöser. Auf dem Display sehe ich nun, was die Kamera sieht und kann mich somit perfekt im Bild positionieren und abdrücken. Fertig ist mein typisches Von-hinten-Selfie :)

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Reisefotografie: Bildbearbeitung

Zur Bearbeitung meiner Reisefotos nutze ich mein Macbook Air sowie Adobe Lightroom. Da ich ausschließlich im RAW-Format fotografiere, sind mir bei der Nachbearbeitung und -belichtung so gut wie keine Grenzen gesetzt.

Kleiner Exkurs: RAW-Format bedeutet, dass das Bild sich im absoluten Rohzustand befindet. Genau genommen ist die Datei erst mal gar kein Bild, sondern enthält lediglich die Farb- und Lichtwerte der einzelnen Pixel, die vom Bildsensor aufgenommen wurden. Eine RAW-Datei kann ausschießlich mit speziellen Konvertern, zum Beispiel Lightroom, weiterverarbeitet und anschließend in eine jpg-Datei umgewandelt werden.

Nachdem ich meine Bilddateien in Lightroom importiert habe, wende ich mit einem einfachen Mausklick meine eigenen Presets (Vorlagen) an, in denen ich meine liebsten Einstellungen gespeichert habe. Durch die Verwendung meiner eigenen Presets entsteht eine individuelle Bildsprache mit einem gewissen Wiedererkennungswert. Zum Beispiel verwende ich gerne kräftige Orangetöne, ziehe die Tiefen hoch und nehme Lichter raus.

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Vier Tipps zur Bildbearbeitung mit Lightroom

  • Wenn du ein absoluter Lightroom-Neuling bist, arbeite dich von oben nach unten durch und mache dich zunächst mit den Grundeinstellungen vertraut. Reguliere die Belichtung, drehe an Lichtern und Tiefen, ziehe Klarheit und Dynamik etwas nach oben und taste dich dann weiter zu den Farbeinstellungen. Finde heraus, was dir gefällt, aber achte darauf, dass die Fotos nicht zu unnatürlich wirken.
  • Mit Hilfe des Verlaufsfilters kannst du bestimmte Bereiche deines Fotos gezielt anpassen. Du kannst zum Beispiel den Himmel dramatischer oder freundlicher gestalten, indem du den Filter einfach über den gewünschten Bereich ziehst und an den Lichtern und Kontrastreglern spielst.
  • Mit der automatischen Objektivkorrektur kannst du Verzerrungen mit einem einzigen Klick begradigen, was besonders bei Architekturfotos ein echter Segen ist.
  • Hast du alle Einstellungen an deine persönlichen Vorlieben angepasst, kannst du diese als Preset abspeichern und ab sofort auf alle deine neu importierten Fotos verwenden. Selbstverständlich kannst du die Regler für jedes Bild immer noch individuell nachbessern.

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Reisefotografie: Sicherung der Bilder

Da RAW-Dateien einen imensen Speicherplatz erfordern und ich bei einem verfluchten Computercrash während einer Irland Reise erfahren musste, wie wichtig es ist, regelmäßige Backups zu machen, sichere ich meine Reisefotos nun doppelt und dreifach. Zum einen habe ich immer mehrere SD-Speicherkarten dabei, damit ich die eine nicht täglich formatieren und neuen Platz schaffen muss, sondern alle Datein bis zur finalen Sicherung drauflassen kann.

Da Speicherkarten aber schnell mal verloren oder gar kaputt gehen, sichere ich meine Reisefotos täglich auf einer externen 2TB Anti-Shock Festplatte, die ich in einem stoßsicheren Festplattencase aufbewahre. Sobald ich zu Hause bin, kopiere ich sämtliche RAW-Dateien, bearbeitete Bilder sowie Videoaufnahmen zusätzlich auf meine anderen Festplatten, die ich an verschiedenen Orten aufbewahre.

Da Wertsachen und anderes Gepäck auf Reisen abhanden kommen oder geklaut werden können, setze ich mittlerweile auf absolute Nummer Sicher und speichere meine Fotos als drittes Backup in der Dropbox. Dies ist für mich allerdings immer nur eine Zwischen- und keine Dauerlösung, denn die großen Nachteile von solchen Cloud Diensten sind der mangelnde Datenschutz, der limitierte Speicherplatz und die Langsamkeit. Ohne gute Internetverbindung läuft da gar nichts, vor allem nicht bei großen RAW-Dateien.

Reisefotografie: Instagram

Neben meinem Blog ist Instagram meine liebste Plattform, auf der ich meine bearbeiteten Fotos der Öffentlichkeit präsentiere. Mein Kanal wächst stetig, wobei es meiner Meinung nach weniger um konkrete Follower-Zahlen, dafür viel mehr um die Qualität der Fotos geht.

Ausdrucksstarke Aufnahmen und eine eigene Bildsprache sind mir als Reisebloggerin besonders wichtig. Aber auch für Privatpersonen bietet Instagram ein tolle Möglichkeit, um Fotos zu teilen, dich mit Gleichgesinnten auszutauschen und Daheimgebliebene virtuell an deiner Reise teilhaben zu lassen.

Ich benutze grundsätzlich keine Filter von Instagram, sondern poste meine Fotos genauso, wie ich sie in Lightroom bearbeitet und exportiert habe. Ob und welche Filter du benutzt, ist natürlich Geschmackssache, als Faustregel solltest du dir jedoch merken: Weniger ist mehr. Mit einem Doppelklick auf den Filter kannst du zum Beispiel die Intensität bestimmen (30-40% reichen oft schon aus). Außerdem solltest du dich für ein oder zwei bestimmte Filter entscheiden, sonst wirkt dein Feed schnell zu chaotisch.


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Ich hoffe, ich konnte dir mit diesem Artikel einige Fragen zum Thema Reisefotografie beantworten und dir einen Einblick in meinen persönlichen Foto-Workflow auf Reisen geben. Wenn du weitere Fragen hast, hinterlasse gerne einen Kommentar.


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7 Kommentare
  1. Antworten

    Michael

    5. November 2017

    Das ist ja mal eine wirklich gut gemachte Seite!! Sehr gute Infos und klasse Fotos! Danke 👍

    • Antworten

      Julia

      6. November 2017

      Hallo Michael,
      vielen lieben Dank. Das freut mich sehr!
      Alles Liebe, Julia

  2. Antworten

    die chrissy

    20. November 2017

    Ein toller Beitrag mit vielen Infos! Ich habe auch schon überlegt, bei den nächsten Reisen nur die Olympus mitzunehmen und die großen Canon daheim zu lassen. Dann macht es mir aber doch einfach zu viel Spaß, mit der 80D zu fotografieren. Deine Fotos sind auf jeden Fall verdammt klasse und die Sony ein echter Kauftipp für alle, die noch auf der Suche sind oder sich nicht unbedingt mit einer Spiegelreflex bewaffnen wollen.

    Wünsche dir eine schöne Woche :-)

  3. Antworten

    tilvor

    8. Januar 2018

    Ich habe seit einem halben Jahr auch die alpha 6000. vor kurzem habe ich mir die 50 mm Festbrennweite gegönnt und war überrascht was das nochmal mehr aus den Bildern rausholen kann. Empfindest du die Objektivwechselei mit dem Tele nervig, oder hast du es sowie so eher selten dabei?

    Danke für den informativen Beitrag!

    • Antworten

      Julia

      22. Januar 2018

      Hallo Tilvor,
      das Wechseln des Objektives stört mich eigentlich nicht, da ich den Telezoom eher selten nutze. Auf meiner Safari in Südafrika war ich super glücklich ein Zoomobjektiv dabei zu haben. Da musste ich dann natürlich öfters hin und her wechseln, aber das ging egentlich immer schnell und unkompliziert.
      Viele liebe Grüße und viel Spaß beim Fotografieren!
      Julia

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